Keine Gesundheitsgefahr
Trinkwasser
an der RUB wurde analysiert
Zuletzt häuften sich die Klagen von Uniangehörigen,
dass speziell am Montagmorgen beim Aufdrehen des Trinkwasserhahnes
kein klares Wasser, sondern eine braune Brühe aus
der Leitung kommt. Rostige Wasserleitungen sind Ursache
dieser Braunfärbung, die vorwiegend auftritt, wenn
längere Zeit, z. B. übers Wochenende, kein
Wasser aus der Leitung entnommen wird.
Um zu klären, ob die Braunfärbung nur ein
lästiges Übel darstellt oder ob das Trinkwasser
in unzulässig hohem Maß mit Schadstoffen
belastet ist, ließ der Technische Hochschulbetrieb
(Dezernat 5) das Trinkwasser an der RUB durch die Abteilung
für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin der Medizinischen
Fakultät der RUB (Leiter: Prof. Michael Wilhelm)
untersuchen. Für die chemische Analyse wurden jeweils
drei Proben entnommen: Bei der Stagnationsprobe (Probe
ohne Wasservorlauf) wird auch die möglicherweise
erhöhte Metallfreisetzung aus Rohrleitungen und
Armaturen erfasst. Weitere Proben wurden beim Ablaufen
des Wassers über eine Minute sowie beim Wasserablauf
bis zur sog. Temperaturkonstanz entnommen.
Die mikrobiologischen Parameter der untersuchten
Proben entsprachen ausnahmslos den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.
Lediglich bei einer Probe in der Spüle der
mittlerweile geschlossenen Bierklause wurde eine höhere
Keimbelastung festgestellt. Analysiert wurde auch der
Bleigehalt im Trinkwasser: Seit Dezember 2003 beträgt
der Grenzwert 25 Mikrogramm/Liter. Bei Stagnationsproben
und Proben nach einer Minute wurden an einzelnen
Hähnen (Zapfstellen) in GA, NB und NC Bleigehalte
von über 25 Mikrogramm/Liter gefunden. Proben nach
Temperaturkonstanz waren an diesen Hähnen deutlich
niedriger. Ein akuter Handlungsbedarf ist deshalb
nicht gegeben. Dennoch werden diese Wasserhähne
weiter untersucht, um die Ursachen der Bleifreisetzung
zu erforschen.
Wie zu erwarten, stellten die Umweltmediziner an vielen
Wasserhähnen erhöhte Eisenwerte fest. Ursachen
sind verrostete Leitungsrohre im hausinternen Verteilernetz.
Ein gesundheitliches Risiko ist dadurch allerdings nicht
zu befürchten. Die Gehalte an Arsen, Cadmium und
Kupfer lagen deutlich unter den Grenzwerten. Bei Nickel
wurden vereinzelt im Stagnationswasser Überschreitungen
des Grenzwertes von 20 Mikrogramm/Liter festgestellt.
Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um Nickelfreisetzungen
aus den Armaturen; Handlungsbedarf besteht nicht.
Insgesamt erfüllt das Trinkwasser an der RUB
die Anforderungen der novellierten Trinkwasserverordnung
(s.u.). Man kann davon ausgehen, dass die Wasserqualität
gesundheitlich einwandfrei ist. Sollte nach einer längeren
Pause bei der Wasserentnahme verunreinigtes Wasser aus
dem Hahn kommen, soll man das Wasser solange laufen
lassen, bis es klar ist.
Infos: Ihre Ansprechpartner zum Thema Trinkwasser
an der RUB sind: Wilfried Scheffer, Tel. -27743, Wilhelm
Monstadt, -22774 (beide Technisches Gebäudemanagement);
Bernhard Sieder, -27070, Dr. Martina Hartmann, -28784
(beide Abteilung Arbeitssicherheit)
Trinkwasserverordnung
Basis für die Untersuchungen der Trinkwasserqualität
an der RUB ist die novellierte Trinkwasserverordnung,
die am 1.1.03 in Kraft trat. Sie regelt u.a. die Anforderungen
an die Trinkwasserqualität (mikrobiologische und
chemische Anforderungen), wie vorzugehen ist, wenn Grenzwerte
nicht eingehalten werden sowie die Überwachung
durch das Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt muss Wasserversorgungsanlagen,
aus denen Wasser für die Öffentlichkeit, bereitgestellt
wird, überwachen. Das erledigt an der RUB
in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt die Abteilung
Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin. Die Wasserqualität
an der RUB wird, wie in der Trinkwasserverordnung gefordert,
künftig regelmäßig überprüft.
Bernhard
Sieder
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