Vertrauensschutz
Studiengebühren
für ausländische Studierende
Das schöne Wort "Vertrauensschutz" taucht
bei den Erläuterungen zum Studienkontenmodell NRW
häufig auf. Ihn genießen grundsätzlich
(siehe unten) alle Studierenden, die im Sommersemester
2004 bereits an einer Hochschule in NRW eingeschrieben
sind. Vertrauensschutz bedeutet für sie: Es gelten
die Gesetze und Regeln, die zum Zeitpunkt der Einschreibung
galten.
Notwendig ist dieser Schutz natürlich auch für
ausländische Kommilitonen. Sie können nun
aufatmen, denn nach Rücksprache mit dem Wissenschaftsministerium
steht für den Arbeitskreis "Studienkonten"
der RUB fest: Bereits eingeschriebene ausländische
Studierende zahlen ab dem kommenden Semester in der
Regel keine Gebühren.
Lange war unklar, ob unterschieden werden muss zwischen
Nicht-EU- und EU-Ausländern, zwischen konsekutiven
(d. h. gestuften, aufeinanderfolgenden) und nichtkonsekutiven
Studiengängen und/oder zwischen den Abschlüssen
Diplom, Bachelor, Master - ein Unsicherheitsfaktor waren
Vergleichbarkeit und Anerkennung von ausländischen
Abschlüssen. Jetzt weiß man: Die Gleichwertigkeit
der akademischen Vorbildung muss durch die Hochschulen
nicht geprüft werden, deshalb spielt der Abschluss
bei bereits eingeschriebenen Studierenden keine Rolle.
Aufatmen können auch die Verantwortlichen der drei
internationalen Studiengänge der RUB: European
Culture and Economy (ECUE), Development Management und
Computational Engineering. "Von vielen unserer
Studierenden weiß ich, dass sie die 650 Euro Studiengebühr
pro Semester nicht hätten aufbringen können
und ihr Studium abgebrochen hätten", erklärt
Vera Feldhaus. Die Diplomingenieurin fungiert seit der
Etablierung von Computational Engineering im WS 2000/01
als "General Advisor" (allgemeine Betreuerin)
des Studiengangs. Im Masterstudiengang der Fakultät
für Bauingenieurwesen sind zurzeit 120 Studierende
aus allen Teilen der Welt eingeschrieben, um neue computergestützte
Methoden der Ingenieurwissenschaften kennen zu lernen
und anzuwenden: 40 von ihnen im ersten, 80 im zweiten
von vier Semestern. Im vergangenen September wurde der
zweite Jahrgang mit 22 frischen Masters verabschiedet,
insgesamt gibt es nun rund 36 Absolventen, von denen
einige an der Bochumer Fakultät für Bauingenieurwesen
geblieben sind, um zu promovieren.
Auch ECUE hat erst kürzlich (Ende November) die
ersten 35 Absolventen aus über zehn Ländern
verabschiedet. Andrea Nahrwold, Betreuerin des Masterstudienganges,
hatte zunächst vor allem für Ausländer
außerhalb der EU Studiengebühren befürchtet.
Sorgenfrei war man nur im Masterstudiengang Development
Management gewesen. Hier schließt der aktuelle
Jahrgang komplett noch in diesem Semester ab, neue Studierende
kommen erst im nächsten Wintersemester. Dann werden
- wie auch bei den anderen beiden internationalen Studiengängen
der RUB - die Studiengebühren thematisiert.
Welche der neu eingeschriebenen ausländischen Studierenden
Gebühren zu zahlen haben, steht nicht generell
fest. Das geht aus einer Liste des Arbeitskreises "Studienkonten"
hervor, die alle nichtkonsekutiven Studiengänge
an der RUB enthält. "Ausländische Studierende
benötigen eine Einzelfallentscheidung", steht
dort bei allen drei internationalen Studiengängen.
Klar ist hingegen, dass man sich nicht mehr auf den
Vertrauensschutz berufen kann. Dieser Schutz ist bekanntlich
auch schon jetzt begrenzt: Denn wer im Sommersemester
2004 zwar bereits eingeschrieben ist, aber seine Regelstudienzeit
um das 1,5-Fache überschritten hat, genießt
keinen Vertrauensschutz mehr und muss Gebühren
zahlen.
Infos: Mehr Infos zu Studienkonten unter www.rub.de/studienkonto.
Ab dem 12. Januar 2004 gibt es dort einen Online-Service
zur Studienkontenverwaltung, über den Studierende
verschiedene Anträge zum Studienkontenmodell stellen
können. Dazu benötigen sie ihre Matrikelnummer
und den persönlichen Key, den sie in dem Mitte
Dezember verschickten Anschreiben finden. Geplant sind
an der RUB weiterhin ein Chat zum Thema Studienkonten
sowie allseits verstärkte Beratung - denn: In schon
drei Monaten greift das Studienkontenmodell.
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