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RUBENS 85 5. Januar 2004

Goldrichtig?!

Theater im MZ


Der sagenhafte König Midas ist das wohl berühmstete Beispiel für falsche(s) Wünsche(n). Bei Wolfgang Deichsels Stück „Midas Nachtstücke“ stand die klassische Sagenwelt zwar Pate. Jedoch bildet sie nur den Rahmen für die Szenen-Collage von den Torheiten und Fatalitäten des Wünschens. Midas, der vor lauter Reichtum nicht wusste, was er noch vom Leben erwarten sollte, war nur darauf bedacht, seinen materiellen Wohlstand zu sichern. Als ihm Gott Dionysos einen Wunsch freistellte, wünschte er, dass sich jeder Gegenstand, den er berühre, in Gold verwandle. Ein Wunsch mit verhängnisvollen Folgen. Nicht nur Steine oder Blumen, auch Speisen und Getränke verwandelten sich und Midas musste schmerzlich erfahren, dass man Gold weder essen noch trinken kann.

Deichsels Szenenfolge ist in der Gegenwart angesiedelt. Zwei Dutzend Sketche und Minidramen zeigen die Variation zum Mythos: Notarzt Dr. Angst möchte im Lotto gewinnen, um nicht mehr Notarzt sein zu müssen. Gabi will, dass Florian sie liebt. Herr Ott wünscht sich den Tod, weil er sich vor dem ewigen Leben fürchtet. Viktor will nicht mehr, dass ihm alle Wünsche in Erfüllung gehen. Seine Mutter will sein Bestes und meint damit, was für sie am besten ist. Quast übt seit Jahren, die Geräusche des Meeres, der Möwen und Dampfer zu imitieren.


Info: „Midas Nachtstücke“, Studiobühne im Musischen Zentrum (Unibrücke), 29.1.-1.2., je 19.30 h



Martina Kraayvanger & Stephanie Weißenfels
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Letzte Änderung: 05.01.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik