Goldrichtig?!
Theater
im MZ
Der sagenhafte König Midas ist das wohl berühmstete
Beispiel für falsche(s) Wünsche(n). Bei Wolfgang
Deichsels Stück Midas Nachtstücke
stand die klassische Sagenwelt zwar Pate. Jedoch bildet
sie nur den Rahmen für die Szenen-Collage von den
Torheiten und Fatalitäten des Wünschens. Midas,
der vor lauter Reichtum nicht wusste, was er noch vom
Leben erwarten sollte, war nur darauf bedacht, seinen
materiellen Wohlstand zu sichern. Als ihm Gott Dionysos
einen Wunsch freistellte, wünschte er, dass sich
jeder Gegenstand, den er berühre, in Gold verwandle.
Ein Wunsch mit verhängnisvollen Folgen. Nicht nur
Steine oder Blumen, auch Speisen und Getränke verwandelten
sich und Midas musste schmerzlich erfahren, dass man
Gold weder essen noch trinken kann.
Deichsels Szenenfolge ist in der Gegenwart angesiedelt.
Zwei Dutzend Sketche und Minidramen zeigen die Variation
zum Mythos: Notarzt Dr. Angst möchte im Lotto
gewinnen, um nicht mehr Notarzt sein zu müssen.
Gabi will, dass Florian sie liebt. Herr Ott wünscht
sich den Tod, weil er sich vor dem ewigen Leben fürchtet.
Viktor will nicht mehr, dass ihm alle Wünsche in
Erfüllung gehen. Seine Mutter will sein Bestes
und meint damit, was für sie am besten ist. Quast
übt seit Jahren, die Geräusche des Meeres,
der Möwen und Dampfer zu imitieren.
Info: Midas Nachtstücke, Studiobühne
im Musischen Zentrum (Unibrücke), 29.1.-1.2., je
19.30 h
Martina
Kraayvanger & Stephanie Weißenfels
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