Leserbriefe
Schüler-Uni
Bochum
Wohnraum
(RUBENS 84)
Vielen Dank für den Artikel zum studentischen Wohnraum
in der Dezemberausgabe. Leider sind darin die Serviceangebote
des Asta nicht erwähnt worden: Zum einen können
alle Nicht-BochumerInnen den Stadtspiegel bei uns kostenlos
bekommen, er liegt immer ab Erscheinungstag im Asta-Flur
aus. Zum anderen haben wir zum Semesterbeginn eine kostenlose
Wohnungsbörse unter www.asta-bochum.de/boerse eingerichtet,
die bereits rege genutzt wird. Thilo Machotta
Mensa
(RUBENS 84)
Wenn das Akafö tatsächlich die neuwertig erhaltene
Möblierung aus der alten kleinen Mensa im Querforum
West durch neue Möbel ersetzen will, wäre
das eine echte Verschwendung öffentlicher Mittel,
die der Rechnungshof monieren müsste. Die soliden
Holzstühle sind in bestem Zustand, ebenso die Tische.
Wenn dafür dem Akafö Geld zur Verfügung
steht, sollte es zu notwendigen Renovierungsarbeiten
verwendet werden. Prof. em. Henning Graf Reventlow
Die neue Relativität der Zeit (ZEITLOS, OHNE
KONKRETEN BEZUG)
Wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass nichts
mehr so ist, wie es mal war. Als Kinder haben viele
noch von der (früher mal) sprichwörtlichen
Pünktlichkeit der Bahn gehört. Die tägliche
Realität auf dem Weg zur oder von der Uni sieht
heute für viele anders aus. Doch wie steht es eigentlich
in der Uni um Zeit und Pünktlichkeit? Zur Koordinierung
der universitätsweiten Zeit gibt es auf den Fluren
und in vielen Hörsälen zentral angesteuerte
Uhren. Wohl seit der Umstellung auf das zeitgemäße
uni-interne digitale Telefonnetz vor mehreren
Jahren leben diese Uhren weitgehend in Freiheit.
Die Zeit verschafft sich damit lokale Bezugssysteme
und wird relativ. Vor dem Umbau der Cafeteria
in NA warnten Studenten vor der dort angezeigten falschen
Zeit.
Man könnte zwar argumentieren, dass in Zeiten der
digitalen bzw. Funk-Armbanduhr und des Mobiltelefons
solche Uhren nicht mehr nötig seien, doch geht
von diesen falsch gehenden Uhren eine Signalwirkung
aus und es besteht in vielen Veranstaltungen Klärungsbedarf,
auf welche Zeit man sich denn nun einigen soll. Von
der Außenwirkung auf Besucher ganz zu schweigen:
Wenn sie trotz des fehlenden Wegeleitsystems endlich
zu uns gefunden haben, werden sie durch die falsche
Zeit auf den Fluren verwirrt, warten brav der hiesigen
Uhr gehorchend oder glauben, einen vereinbarten Termin
schon verpasst zu haben.
Die Einführung der Zonenzeit als Überwindung
der astronomisch begründeten lokalen
Zeit war für die moderne Industriegesellschaft
übrigens ein wichtiger Schritt die Pünktlichkeit
der Bahn war damals ein Anlass zur grenzübergreifenden
Neuregelung. Wir haben nur fast vergessen, dass die
landes- oder gar kontinentweite Einheitszeit keine Selbstverständlichkeit
ist. An der Ruhr-Uni kann man also mit der hier wieder
lokal definierten Zeit regelrecht Geschichte leben.
Dem Profil einer High-Tech-Uni, die den Strukturwandel
der Region vorantreiben will, entspricht die Nichtbeherrschung
einer Signaltechnik zur Uhrensteuerung schlichtweg nicht
(und als Voll-Uni haben wir eventuell sogar echte in-house
Spezialisten für solche Probleme?).
In den jetzt wohl angesagten Etat-Sparzeiten kommt der
einfache Lösungsvorschlag, Abhilfe durch Kauf von
batteriebetriebenen Funkuhren zu schaffen, bestimmt
nicht gut an. Dabei wäre zum Wechsel der Batterien
gar kein neues Personal nötig. Dies könnte
beim Auswechseln der Leuchtstoffröhren doch gleich
mit erledigt werden. Womit indirekt ein weiterer Terminus
aus der administrativen Seite des modernen Campuslebens
angesprochen wäre: Wie will man eigentlich irgendeine
Kosten/Leistungsrechnung glaubwürdig einführen,
wenn schon der (zumindest aus der physikalischen Definition
abzuleitende) Grund-Maßstab für Leistung
die Zeit so relativiert wird? Ralf-Jürgen
Dettmar
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