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RUBENS 85 5. Januar 2004

Leserbriefe

Schüler-Uni Bochum


Wohnraum (RUBENS 84)
Vielen Dank für den Artikel zum studentischen Wohnraum in der Dezemberausgabe. Leider sind darin die Serviceangebote des Asta nicht erwähnt worden: Zum einen können alle Nicht-BochumerInnen den Stadtspiegel bei uns kostenlos bekommen, er liegt immer ab Erscheinungstag im Asta-Flur aus. Zum anderen haben wir zum Semesterbeginn eine kostenlose Wohnungsbörse unter www.asta-bochum.de/boerse eingerichtet, die bereits rege genutzt wird. Thilo Machotta

 

Mensa (RUBENS 84)
Wenn das Akafö tatsächlich die neuwertig erhaltene Möblierung aus der alten kleinen Mensa im Querforum West durch neue Möbel ersetzen will, wäre das eine echte Verschwendung öffentlicher Mittel, die der Rechnungshof monieren müsste. Die soliden Holzstühle sind in bestem Zustand, ebenso die Tische. Wenn dafür dem Akafö Geld zur Verfügung steht, sollte es zu notwendigen Renovierungsarbeiten verwendet werden. Prof. em. Henning Graf Reventlow

 

Die neue Relativität der Zeit (ZEITLOS, OHNE KONKRETEN BEZUG)
Wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass nichts mehr so ist, wie es mal war. Als Kinder haben viele noch von der (früher mal) sprichwörtlichen Pünktlichkeit der Bahn gehört. Die tägliche Realität auf dem Weg zur oder von der Uni sieht heute für viele anders aus. Doch wie steht es eigentlich in der Uni um Zeit und Pünktlichkeit? Zur Koordinierung der universitätsweiten Zeit gibt es auf den Fluren und in vielen Hörsälen zentral angesteuerte Uhren. Wohl seit der Umstellung auf das zeitgemäße uni-interne digitale Telefonnetz – vor mehreren Jahren – leben diese Uhren weitgehend in Freiheit. Die Zeit verschafft sich damit lokale Bezugssysteme und wird „relativ“. Vor dem Umbau der Cafeteria in NA warnten Studenten vor der dort angezeigten „falschen“ Zeit.

Man könnte zwar argumentieren, dass in Zeiten der digitalen bzw. Funk-Armbanduhr und des Mobiltelefons solche Uhren nicht mehr nötig seien, doch geht von diesen falsch gehenden Uhren eine Signalwirkung aus und es besteht in vielen Veranstaltungen Klärungsbedarf, auf welche Zeit man sich denn nun einigen soll. Von der Außenwirkung auf Besucher ganz zu schweigen: Wenn sie trotz des fehlenden Wegeleitsystems endlich zu uns gefunden haben, werden sie durch die falsche Zeit auf den Fluren verwirrt, warten brav der hiesigen Uhr gehorchend oder glauben, einen vereinbarten Termin schon verpasst zu haben.

Die Einführung der Zonenzeit als Überwindung der astronomisch begründeten „lokalen“ Zeit war für die moderne Industriegesellschaft übrigens ein wichtiger Schritt – die Pünktlichkeit der Bahn war damals ein Anlass zur grenzübergreifenden Neuregelung. Wir haben nur fast vergessen, dass die landes- oder gar kontinentweite Einheitszeit keine Selbstverständlichkeit ist. An der Ruhr-Uni kann man also mit der hier wieder lokal definierten Zeit regelrecht „Geschichte leben“. Dem Profil einer High-Tech-Uni, die den Strukturwandel der Region vorantreiben will, entspricht die Nichtbeherrschung einer Signaltechnik zur Uhrensteuerung schlichtweg nicht (und als Voll-Uni haben wir eventuell sogar echte „in-house“ Spezialisten für solche Probleme?).

In den jetzt wohl angesagten Etat-Sparzeiten kommt der einfache Lösungsvorschlag, Abhilfe durch Kauf von batteriebetriebenen Funkuhren zu schaffen, bestimmt nicht gut an. Dabei wäre zum Wechsel der Batterien gar kein neues Personal nötig. Dies könnte beim Auswechseln der Leuchtstoffröhren doch gleich mit erledigt werden. Womit indirekt ein weiterer Terminus aus der administrativen Seite des modernen Campuslebens angesprochen wäre: Wie will man eigentlich irgendeine Kosten/Leistungsrechnung glaubwürdig einführen, wenn schon der (zumindest aus der physikalischen Definition abzuleitende) Grund-Maßstab für Leistung – die Zeit – so relativiert wird? Ralf-Jürgen Dettmar





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Letzte Änderung: 05.01.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik