|
|
|
 |
RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
|
|
| |
| |
|
 |
|
|
|
|
Erste Herzklappen-Bank
Herz- und
Diabeteszentrum Bad Oeynhausen
"Menschliche Herzklappen sind besonders elastisch
und widerstandsfähig, sie können selbst dort
eingenäht werden, wo bereits Gewebe um die defekten
Herzklappen zerstört ist, erklärt Hermann
J. Knobl vom Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ) in Bad
Oeynhausen. Der Leiter der Abteilung für Perfusions-
und Kryotechnik darf nun als erster Deutscher menschliche
Herzklappen aufbereiten und Computer gesteuert einfrieren
und so die modernste Herzklappen-Bank Deutschlands begründen.
Das HDZ hat von der Bezirksregierung Detmold deutschlandweit
als erstes Zentrum die Erlaubnis dazu erhalten
nach langwierigen Überprüfungen und entsprechend
den Richtlinien des neuen Arzneimittel-Gesetzes.
1.512 Herzklappen wurden im letzten Jahr in Bad Oeynhausen
operiert, dabei kamen insbesondere mechanische Kunststoff-
und Bioklappen zum Einsatz. Jetzt stehen auch menschliche
Klappen für spezielle Indikationen zur Verfügung,
z. B. für Patienten mit Infektionen. Als Spender
kommen Verstorbene in Frage, deren Zustimmung vorliegt,
deren komplettes Herz aber zur Implantation ungeeignet
ist. Eine zweite große Spendergruppe sind Transplantationspatienten,
deren Herz entnommen und gegen ein gesundes Herz getauscht
wurde. Bei den entnommenen Herzen sind die Herzklappen
im Gegensatz zum Herzmuskel oft noch völlig funktionstüchtig.
Die Spenderherzen werden in einem Reinraum mit ständiger
Partikel- und Keimüberwachung präpariert. Die
Klappen werden 24 Stunden in Antibiotika gelagert und
anschließend computergesteuert in einer Gefrierlösung
langsam auf minus 80 Grad Celsius gekühlt. Nach 80
Minuten werden die Präparate bei ca. minus 190 Grad
Celsius in der Gasphase über flüssigem Stickstoff
gelagert. In diesem Milieu sind sie fast unbegrenzt haltbar.
Anja
Brandt
|
|
|
|
|
| |
|
|