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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 84 |
1.
Dezember 2003 |
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Bewegender Moment
Weiterbildender
Studiengang Wirtschafts- und Steuerrecht verleiht Magistergrad
Es war schon ein bewegender Moment, als Professor Dr.
Roman Seer, Initiator des Weiterbildenden Studiengangs
Wirtschafts- und Steuerrecht, die festlichen Worte an
die Studenten des 2. Studienjahres richtete. Jeder
Student bekam die Urkunde und sein Zeugnis persönlich
mit einem kräftigen Händedruck überreicht
und zu jedem Student wusste der Professor passende
Worte anzubringen.
Das gerade zeigt das besondere Verhältnis, das im
Rahmen dieses Weiterbildenden Studiengangs zwischen Studierenden
und Dozenten im Gegensatz zu den Massenveranstaltungen
des normalen Jurastudiums aufgebaut werden konnte. Ein
Jahr haben sich die erfolgreichen Absolventen nun dem
Wirtschafts- und Steuerrecht gewidmet und dabei nicht
nur mit der rechtswissenschaftlichen Seite auseinandergesetzt,
sondern im Rahmen des interdisziplinären Studiengangs
auch wirtschaftswissenschaftliche Wahlpflichtfächer
belegt.
Dass dies für die zumeist bereits berufstätigen
Studenten kein leichtes Unterfangen war, zeigt nicht zu
letzt die Zahl der erfolgreichen Absolventen. Waren es
zu Beginn des Studiengangs im Wintersemester 2002/2003
50 Teilnehmer mit Universitätsabschlüssen in
den Fachrichtungen Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften,
die im Rahmen einer Bestenauslese aus der großen
Bewerberschar zugelassen wurden, konnten am 28. Oktober
im Internationalen Begegnungszentrum während der
Abschlussveranstaltung noch 35 Teilnehmer ihre Urkunden
mit der Verleihung des akademischen Grades "Magister
der Rechte auf den Gebieten des Wirtschafts- und Steuerrechts"
und damit den in der Praxis begehrten "LL.M."
in Empfang nehmen. Aber das spricht auch für die
Qualität dieses Studiengangs und Qualität war
wohl auch das, was die Teilnehmer dazu bewegt hat, sich
zu bewerben.
Ziel des Weiterbildungsstudiums ist der Erwerb vertiefter
Kenntnisse auf den Gebieten des privaten und öffentlichen
Wirtschaftsrechts sowie des Steuerrechts einschließlich
des Wirtschafts- und Steuerstrafrechts. Er soll die
Teilnehmer für einen wirtschafts- und/oder steuerrechtlichen
Beruf weiterqualifizieren und gleichzeitig die Fähigkeit
zur Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in einem
bereits ausgeübten wirtschafts- und steuerrechtlichen
Berufsfeld fördern, um den Teilnehmern größere
Chancen auf dem stagnierenden Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Dass die Kombination aus Steuer- und Wirtschaftsrecht
bei den potentiellen Arbeitgebern gut ankommt, zeigen
nicht nur etwa die Besuche der Vertreter aus Kanzleien,
der Finanzgerichtsbarkeit oder Vorständen der Wirtschaftsunternehmen
bei der Abschlussveranstaltung. Auch die vielen Dozenten
aus der Praxis, die ihr praktisches Wissen in den Veranstaltungen
vermitteln, zeigen das Interesse der Praxis an dem angebotenen
Studiengang.
So lernen die Studenten etwa das Internationale Steuerrecht
von RA/StB Dr. Kroppen, einen der führenden Verrechnungspreisspezialisten,
den Rechtsschutz in Steuersachen direkt aus erster Hand
vom Vorsitzenden BFH-Richter Prof. Dr. Drenseck, die Gestaltung
von Verträgen von Prof. Dr. Willemsen, Partner bei
Freshfields Bruckhaus Deringer, und erfahren mehr über
Steuern und Steuerpolitik im Konzern bei Frau Dr. Hannemann,
aus der Steuerabteilung der Rheinmetall AG, um nur einige
der erfahrenen Praktiker aus den Reihen der Dozenten zu
nennen.
Die Flexibilität, die der Arbeitsmarkt erfordert,
bietet den Weiterbildungsstudenten dabei auch das Studium:
Neun Pflichtfächer sind aus dem Steuer- und Wirtschaftsrecht
zu belegen; sieben Wahlpflichtfächer werden aus einem
breit gefächerten Pool weiterer rechts- und wirtschaftswissenschaftlicher
Angebote gewählt, so dass sich ein individuelles
Studium nach eigenen Bedürfnissen und Neigungen zusammenstellen
lässt. Eine Betreuung der Magisterstudenten soll
aber nicht nur während des Studiums erfolgen, verspricht
Prof. Seer. Es wird auch darauf wert gelegt, dass durch
Befragungen der Kontakt nach dem Weiterbildenden Studiengang
nicht abreißt und die Erfahrungen evaluiert werden
können. Mit der Zeit soll so ein Netzwerk aus
Ehemaligen entstehen, das allen Beteiligten von großen
Nutzen sein wird. Und der Erfolg gibt recht, gerade zum
neuen Wintersemester wurden wieder 50 Graduierte aus über
hundert Bewerbungen ausgewählt, die in den nächsten
zwei Semestern ihre Kenntnisse im Wirtschafts- und Steuerrecht
vertiefen wollen.
Verfasst
von Teilnehmern des Studienganges Wirtschafts- und Steuerrecht
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