Leserbriefe
Schüler-Uni
Bochum
Hallo liebes Rubensteam, ich wüsste gern, wie die
Uni oder die zuständige Fremdfirma den Preis für
die 0,5 l Mehrwegflaschen rechtfertigt. Es gibt ja offiziell
keinen Pfand auf die Flasche. Früher hat die 0,33
l Flasche 70 Cent gekostet. Nun kostet die 0,5 Flasche
1,20 Euro. Nach dem normalen Dreisatz müsste die
0,5 Flasche 1,06 Euro kosten. Wenn man aber mal in den
teuren Globus im Uni-Center schaut, sieht
man ein Preisschild der 0,5 l Flasche von 79 Cent plus
15 Cent Pfand, den man aber dort zurückbekommt. Ich
finde es ja in Ordnung, auf den Einkaufspreis von mir
aus 20 % aufzuschlagen. Das wären 96 Cent. Gesund
aufgerundet 1 Euro. Doch 1,20 Euro finde ich ein wenig
zu teuer ... Man sollte den Studentengeldbeutel nicht
unnötig belasten. Sonst muss ich ein Lob an die Redaktion
aussprechen. Lese die Zeitung gerne.
M. Schenck
Anmerkung: Laut Akafö soll es bald möglich
sein, an der RUB den Pfand wiederzubekommen: mit Automaten.
Schon jetzt kann man die 15 Cent überall sonst (z.
B. bei Globus) bekommen. Und: Wenn man den Pfand abrechnet,
kostet der halbe Liter Wasser beim Akafö nur
noch 1,05 Euro.
Der Artikel
über den Modellstudiengang im Fach Humanmedizin
in der letzten Rubens war sehr interessant und informativ.
Leider haben sich einige Fehler eingeschlichen, die
den Modellstudiengang in ein etwas falsches Licht rücken
können. Zum einen wäre zu sagen, dass die
Studenten nicht eine Vier-Tage-Woche haben, sondern
die Veranstaltungen von Montag bis Freitag laufen: mit
Anwesenheitspflicht. Auch induzieren die Fotos leider
das Vorurteil, bei dem Studiengang handle es sich um
so etwas wie ein Spaßstudium, das
mit dem Regelstudium nicht zu vergleichen sei. ... Im
Modellstudiengang wird derselbe Stoff gelehrt, nur nicht
am Stück, sondern in mehreren Lernspiralen.
Am Ende müssen die Studenten des Modellstudiengangs
das gleiche Abschlussexamen machen wie die Regelstudenten
... Weiterhin betonen Sie die Selbstlernzeit: Diese
ist jedoch nicht, wie man sonst so denkt. Selbstlernzeit
im Kulturcafe oder im Kino. Im Gegenteil wird
der selbst zu lernende Stoff am Ende der Woche im Team
ausführlich diskutiert und ist meist nicht vorher
in einer Vorlesung besprochen worden. Das verlangt von
den Studenten einiges an Eigeninitiative, aber auch
viel Aufwand, bei einer Fülle von Informationsquellen
die Übersicht zu behalten. Ebenso ist der ... OSCE
kein Spaßdurchlauf des Gelernten. Er ist eher
mit der praktischen Prüfung der Sportstudenten
vergleichbar, wo man auch durchfallen kann! Abschließend
ist zu sagen, dass der Modellstudiengang ... einfach
eine andere Form des Lernens und Lehrens ist und letztendlich
nur ein anderer Weg zum gleichen Ziel.
Fachschaft Medizin
NC ohne Wirkung titelte die Fortsetzung
des Artikels
zum Vorlesungsstart in der letzten Rubens. Damit
sind meine Aussagen völlig fehlinterpretiert worden.
Mit schöner Regelmäßigkeit wiederholen
sich Berichte in Rubens über den außerordentlichen
Erfolg der RUB im Wettbewerb um Studienanfänger
- bei postwendender Klage über die scheinbare Unfähigkeit
der Hochschule, auf steigende Anfängerzahlen rechtzeitig
und schnell zu reagieren. Dabei wird übersehen,
dass es sich um unvorhersehbare Schwankungen im Einschreibeverhalten
handelt, die z.B. ... durch Verschiebungen im Immatrikulationsverhalten
als Folge von Zulassungsbeschränkungen in bislang
sehr beliebten Fächern ausgelöst werden.
Da alle Fakultäten mit neuen Studiengängen
auch durch das neue Lehr-Lernverständnis (Leistungspunkte
erfordern Kontrolle von Präsenzzeiten und Arbeitsleistungen)
eine Mehrbelastung von Lehrenden zu verarbeiten haben,
haben Fakultäten mit Überlastquoten und steigenden
Studienanfängerzahlen mit der Einführung eines
Orts-NC reagiert. Darauf reagieren Studienplatzbewerber
mit ganz unterschiedlichen Strategien: Zum einen weicht
man ... auf andere zulassungsfreie Fächer aus,
zum anderen bewirbt man sich für zulassungsbeschränkte
Studienfächer mehrfach. Die Mehrfachbewerbung auch
an mehreren Universitäten führt dazu, dass
in unvorhersehbarem Umfang Studienplätze zugewiesen,
aber nicht angenommen werden. Dieses eklatante Missverhältnis
von Bewerbung und Annahme von Studienplätzen führte
in einigen Fächern dazu, dass die Zahl der angebotenen
Studienplätze nicht ausgeschöpft wurde ...
Dann wurde teilweise der NC wieder aufgehoben und das
Spiel konnte von neuem beginnen.
Die Fakultät für Sozialwissenschaft hat sich
deshalb erst nach einer mehrjährigen Überlast
und einer rapiden Steigerung der Nachfrage im WS 02/03
zu einem Orts-NC entschlossen. Dieser hat dazu geführt,
dass die Zahl der Studienanfänger von ca. 1.200
auf ca. 390 im WS 03/04 zurückgeführt wurde.
Der Rückgang ... kann sich in den Einführungsveranstaltungen
noch nicht niederschlagen, weil die übergroße
Anfängerkohorte nicht vollständig aufgerückt
ist, sondern ebenfalls noch derartige Veranstaltungen
besucht. Deshalb ist noch kein starkes Absinken
der Zahlen zu erkennen.
Einen scharfen NC wird es nach Schätzungen der
Zulassungsstelle deshalb nicht geben, weil viele der
zugelassenen Bewerber mit einem guten Abiturnotendurchschnitt
ihren Studienplatz nicht angenommen haben und daher
Schwächere nachrücken. Doch auch
dieser NC wird, entgegen der Aussage im letzten Artikel,
die Einschreibung nachhaltig begrenzen. Die Fakultät
für Sozialwissenschaft ist mit der Wirkung des
NC zufrieden, weil er ihr zu Studierendenzahlen verhilft,
die einem erfolgreichen Studieren und Lehren förderlich
sind. Die gegenwärtig zuzulassenden ca. 500 Studierenden
pro Jahr scheinen dafür eher noch zu viel.
PD Dr. Hans Georg Tegethoff, Studiendekan der Fakultät
für Sozialwissenschaft
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