Betreuung de
luxe
Orientierungskurse
für Programmstudierende
Wer als Student/in den Duft der großen weiten
Welt genießen will, muss erst mal ein Gebirge
aus Formalitäten überwinden - auch wenn der
Austausch durch ein Programm wie Sokrates/Erasmus: Gaststudierende
brauchen eine Immatrikulationsbescheinigung, mit der
sie sich eine Bleibe suchen können, so dass sie
einen Mietvertrag haben, den sie mit zur Stadt nehmen
können, um dort einen Ausweis zu bekommen, und
natürlich muss auch noch ein Konto eröffnet
werden, von dem die Miete gezahlt werden kann ... Schwierig,
wenn man sich nicht auskennt und womöglich nicht
gut Deutsch spricht.
Es geht auch einfacher: Die dreiwöchigen Orientierungskurse
des Akademischen Auslandsamts (AAA) sind das sprichwörtliche
Rundum-Sorglos-Paket. Wer mag, kann sich
schon vom Bahnhof abholen lassen und zum gemeinsamen
Pizzaessen am Vorabend des Kurses gehen. Weiter gehts
am nächsten Tag nach dem gemeinsamem Frühstück
mit einer Campusführung, der Einschreibung unter
Anleitung und der Anmeldung bei der Stadt, die ihre
Mitarbeiter eigens zur Uni schickt, bei der Sparkasse
werden gemeinsam Konten eröffnet, Zimmer werden
sowieso aus dem Kontingent des AAA vermittelt.
Sprachkurse dürfen natürlich nicht fehlen:
Nach einem Einstufungstest bekommt jeder die Dosis Deutsch,
die ihm noch fehlt, in morgendlichen vierstündigen
Kursen. Damit es nachmittags nicht langweilig wird,
gibt es ein abwechslungsreiches Programm, das studentische
Hilfskräfte betreuen: mit Stadtrallye, Oper, Tanzworkshop,
Museum, Kneipentour usw. Was wir anbieten, ist
wirklich Luxus, stellt Ruthild Schulte, Organisatorin
der Kurse, fest. Sprachkurse und Hilfe mit Formalitäten
bieten auch andere Unis an, aber mit unserer Rundumbetreuung
versuchen wir, deutschlandweit einmalig zu sein.
Das AAA und das Lehrgebiet Deutsch als Fremdsprache
arbeiten hier sehr eng zusammen.
Der Service spricht sich herum: In diesem Wintersemester
war die Teilnehmerzahl erstmals dreistellig. Der 100-Personen-Kurs
musste in vier Gruppen geteilt werden. Die große
Nachfrage erfüllt Ruthild Schulte mit Stolz. Es
haben sich auch schon Freunde fürs Leben in unseren
Kursen gefunden, die treffen sich jetzt noch, immer
in einem anderen Land, erzählt sie. Bisher
kann das AAA noch nicht allen Gästen einen Platz
bieten, es sind einfach zu viele. 150 Austauschstudierende
und rund 400 Studierende, die auf eigene Faust kommen,
müssen sich (noch?) ohne den Kurs orientieren.
Für sie sind Ruthild Schulte und ihre Kolleginnen
jedoch in allen Fragen kompetente Ansprechpartner.
Info: Der Kurs wird aus Sokrates-Mitteln der EU und
Unimitteln subventioniert. Die Teilnehmer/innen zahlen
280 Euro. Infos: Ruthild Schulte, FNO 01/174, Tel. -25899.
Tagebücher
Wir baten drei Teilnehmer/innen des diesjährigen
Orientierungskurses, ihre Eindrücke nieder zu schreiben:
Anne Sofie Olesen (Dänemark)
Jetzt haben wir die ersten drei Wochen in Bochum
beendet, und es ist ohne Zweifel ein guter Anfang gewesen:
Zuerst waren wir hilflos, aber jetzt sind wir bereit.
Da wir ungefähr 100 Teilnehmer/-innen aus 23 Ländern
waren, wurden wir sofort in kleine Gruppen aufgeteilt,
und bald haben wir neue Leute kennen gelernt. Während
des gesamten Kurses gab es viele Aktivitäten, aber
wir hatten auch ab und zu einen Abend zur freien Verfügung
gehabt, wovon wir profitiert haben. Bochum hat sich
in der ersten Woche von seiner besten Seite gezeigt,
mit Sonnenschein und 28 Grad - besonders während
des Stadtralleys am ersten Samstag wurde es heiß.
Aber es gab nicht nur Spaß: Auch praktische Veranstaltungen
standen auf dem Programm. Wir sollten nur erscheinen,
mussten aber Geduld mitbringen, weil ein paar Stunden
oder mehr Wartezeit entstand, z.B. bei der Immatrikulation
und Kontoeröffnung. Das war zu viel zur gleichen
Zeit, in kleinen Gruppen hätten wir es leichter
und mit weniger Störungen geschafft. Zudem sollten
die Kursleiter immer daran denken, alles laut und deutlichen
zu sagen, und vorher darauf zu achten, dass die Erasmus-Studierenden
aufmerksam zuhören.
Einen großen Teil des Kurses nahm der Deutschkurs
ein, was die meisten von uns gut fanden. Da es nie möglich
ist, alle auf die ganzen Linie zufrieden zu stellen,
war die Möglichkeit in den verschiedenen Gruppen
teilzunehmen, super.
Auch die Kultur war ein wichtiges Element während
der drei Wochen. Wir hatten Debatten über das Thema
"Menschen aus verschiedenen Kultur" und viel
Spaß beim Tanzen - egal ob es Salsa, Rumba oder
Disco Fox war. Tanz gab es auch beim interessanten "Indischen
Abend", den ein gemeinsames indisches Abendessen
vollendete. Auch Fußball ist in Deutschland Kultur,
und besonders toll war es zu erleben, dass der Bochumer
Vfl Kaiserslautern mit 4-0 besiegte.
Ausflüge gab es auch im Kurs, z. B. besuchten wir
in Essen eine Zeche des Ruhrgebiets, die eine wichtige
Geschichte erzählt. Die Exkursion nach Düsseldorf
zwei Wochen später war zwar verregnet aber trotzdem
gut. Nach einem kalten aber spannenden Altstadtrundgang
verbrachten wir unsere Zeit mit Mittagessen, und Düsseldorf
ist deshalb immer noch eine ungesehene Perle für
viele von uns. Wahrscheinlich fahren wir noch mal hin.
Auch das Schloss Benrath in Düsseldorf war ein
Erfolg und ganz lustig mit den Filzpantoffeln.
Den letzten gemeinsamen Sonntag verbrachten wir im Planetarium,
und danach besuchten wir die Oper "Turandot".
Die beiden Erlebnisse waren super und verdienten mehr
Zeit.
Die Qualität der Führungen hängt immer
davon ab, wie der Führer oder die Führerin
ist. Die Universitätsbibliothek z. B. war sehr
langweilig, aber notwendig, und sowohl den Botanischen
Garten als auch die Kunstsammlungen kann man selbst
besuchen, wenn man daran Interesse hat. Dasselbe gilt
für das Bergbaumuseum und "Das Recht des Bildes
- Jüdische Identitäten und die moderne Kunst".
Das nicht zahlreiche Erscheinen zeigte, dass einige
Führungen nicht notwendig sind.
Und plötzlich waren wir am Ende des Kurses. Die
drei Wochen haben uns durch ein sehr umfassendes Programm
geführt, wir kamen einander näher und hatten
viel Spaß. Deswegen war die Abschlussparty ein
bisschen traurig, aber trotzdem sind wir alle am Freitag,
den 10. Oktober, in guter Laune zur Vorlesung gegangen,
wo wir die mitgebrachten kulinarischen Erlebnisse aus
den verschiedenen Nationen genießen konnten.
Die Zeit mit dem Orientierungskurs und unsere gemeinsamen
Frühstücke werden wir alle vermissen, aber
glücklicherweise haben wir immer noch die Möglichkeit
jeden Donnerstag die Vorlesung zu besuchen. Und jetzt
sind wir auf Bochum losgelassen, also Achtung ...
Jean-Philippe Duranton (Frankreich)
Kurz bevor ich nach Deutschland gekommen bin, hat
man mir gesagt ,dass eines der wichtigsten Dinge, wenn
man studiert das Wohlfühlen in der Studiumsumgebung
ist. Ich kann also sagen: Der Orientierungskurs ist
eine wirklich unentbehrliche Erfahrung und eine gute
Gelegenheit, um den zukünftigen Rahmen seines Studiums
kennen zulernen.
Die Führungen durch die Uni und die Bibliothek
spielen meiner Meinung nach eine wichtige Rolle. Den
kulturellen Überblick über das Ruhrgebiet
erhält man durch Führungen an den bedeutendsten
Orten wie z.B. Schloss Benrath, Zeche Zollverein und
das Bergbau Museum. Außerdem kann man auch die
studentische Stimmung in Bochum erleben, z. B. durch
die vom European Student Network (ESN) organisierten
Partys. Der O-Kurs hilft auch, sich ins Studentenleben
zu integrieren. Vor allem die Sprachkurse und die Erleichterungen
der Formalitäten (Anmeldung bei der Stadt Bochum,
Konto-Eröffnung...) sind hilfreich. Abschließend
finde ich, dass der O-kurs eine wirklich gute Gelegenheit
ist, sich auf eine gutes Studienjahr vorzubereiten.
Ich finde auch die Dauer des Kurses (vier Wochen) gut
gewählt, da sie uns erlaubt, uns an diese Umgebung
anzupassen.
Yawalak Bhuapirom (Thailand)
Ich komme aus Thailand und studiere MA in Europäische
Kultur und Wirtschaft (ECUE). Ich bin froh, dass ich
an diesem Orientierungskurs teilgenommen habe. Meiner
Meinung nach ist es eine gute Erfahrung. Aus dem Kurs
habe ich viele Freunde aus fast aller Welt gewonnen.
Jeden Tag hatten ein anderes Programm. Wir haben viel
Spaß gehabt, durch den Deutschkurs und interessante
Programmpunkte in der Universität, durch den Sport,
die Kultur. Wir haben das Leben in Bochum kennen gelernt,
aber auch Exkursionen gemacht. Übrigens ist der
Kurs auch eine gute Chance für Studierende aus
dem Ausland, einander kennen zu lernen und andere Kulturen
zu verstehen. Was ich nicht so gut finde, ist, dass
nur ausländische Studierende im Kurs sind. Es wäre
besser, wenn es auch mehr deutsche Studenten dort gäbe.
Man könnte dann sein Deutsch verbessern und etwas
"Deutsches" kennen lernen.
md
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