In der G-Reihe
wird ab sofort Müll sortiert
Trennen
können an der RUB
Gut sortiert
Was zu Hause prima klappt, muss doch auch an der
Uni machbar sein: Die meisten von uns entsorgen schließlich
daheim zumindest vier verschiedene Arten von Müll:
Altglas, Altpapier, Verpackungsabfälle (Grüner
Punkt) und Restmüll. An der Uni ist dies zurzeit
nur in Cafeten, Teeküchen und Müllsammelräumen
möglich. Im Oktober wird die Mülltrennung
auf Gänge, Seminarräume und Hörsäle
ausgeweitet zunächst auf den Hauptverkehrsebenen
05 bis 02 in der G-Reihe. Die Akzeptanz der Studierenden
ist vorhanden (s. u.) und die technischen Voraussetzungen
hat das Dezernat 5 (Technischer Hochschulbetrieb) geschaffen.
Zuständig für Abfallentsorgung und Umweltschutz
an der RUB ist der Diplomingenieur Martin Berndroth,
der uns das Konzept erläutert: Es wird nur
dann von den Studierenden angenommen, wenn sie es als
einheitliches System erkennen und wenn genügend
Behälter gut erreichbar sind. Deshalb werden
bis Oktober in den Fluren der G-Reihe 73 neue farblich
gekennzeichnete Doppelbehälter (Gelb für Verpackungsabfälle,
Anthrazít für Restmüll) angebracht.
Sie ersetzen die bisherigen, meist grünen Mülleimer
und haben jeweils eine Öffnung für Verpackungs-
bzw. Restmüll. 67 Behälter kommen zusätzlich
in die Veranstaltungsräume.
Da Altpapier vorwiegend auf Ebene 03 Nord (Durchgang
zu den Hörsälen von GAFO bis GC) anfällt,
werden dort zusätzlich 15 blau gekennzeichnete
für Altpapier befestigt. Werden dabei positive
Erfahrungen (große Mengen, wenig Fehlwürfe)
gemacht, können die Altpapiersammler später
auch in anderen Bereiche installiert werden. Leere Glasflaschen
wandern wie bisher in Getränkekisten, die das Akafö
hier und da neben den Abfallbehältern aufgestellt
hat.
Natürlich erwartet Berndroth nicht nur von den
Studierenden Umweltbewusstsein, sondern auch von den
Beschäftigten und vom Reinigungspersonal: Bereits
jetzt trennen die Beschäftigten im Büro Restmüll
und Papier über zwei Abfallkörbe; da werden
wir demnächst übrigens neue Behälter
bestellen. Wir installieren nun in den Gängen auf
Ebene 1 in GB ebenfalls die neuen Trennbehälter,
um zu testen, wie groß die Akzeptanz bei den Mitarbeitern
ist. Bei Bedarf können wir die anderen Ebenen und
Gebäude der G-Reihe bestücken. Auch
das Reinigungspersonal soll fürs neue System sensibilisiert
werden, damit nicht gerade erst Getrenntes doch im selben
Sack landet. Die Reinigungskräfte bekommen auch
neue Wagen, an denen drei Säcke befestigt werden
können. Bei einem positiven Verlauf des Projekts
soll das Mülltrennsystem auf andere Bereiche der
RUB ausgeweitet werden.
Andererseits dient das Projekt nicht allein dazu, das
Umweltbewusstsein der Angehörigen der RUB zu testen.
Es verfolgt weitere handfeste Ziele. Schließlich
handelt es sich bei der ökologischen Abfalltrennung
und -verwertung um gesetzliche Vorgaben, die die RUB
zu erfüllen hat. Wer getrennt sammelt, zahlt außerdem
geringere Entsorgungskosten. Zu guter Letzt vermindern
die neuen selbstlöschenden Abfallsammelbehälter
die Brandgefahr und erhöhen somit die Sicherheit
auf dem Campus.
Kosten
Für die Entsorgung des Restmülls auf dem Campus
zahlte die RUB bislang eine jährliche Pauschale
von rund 127.500 Euro an den Umweltservice Bochum. Dafür
leert der USB 43 Mülltonnen täglich sowie
zehn Tonnen zweimal pro Woche. Verpackungsabfälle
(Grüner Punkt) werden wöchentlich (zurzeit
montags) unentgeltlich abgeholt und zur Sortieranlage
in Gerthe gefahren. Ab Oktober zahlt die RUB nicht mehr
pauschal an den USB, sondern nur für jede tatsächlich
geleerte Tonne; zu leerende Tonnen werden von den Hausmeistern
an die Straße gestellt. Wenn durch die Mülltrennung
weniger Restmüll anfällt, spart die RUB folglich.
Martin Berndroth hat ausgerechnet, dass dazu bereits
täglich drei Mülltonnen weniger ausreichen
würden.
Trennungsakzeptanz untersucht
In der Juli-Ausgabe der RUBENS haben wir über die
Putzkolonne in der G-Reihe berichtet. Der Müll
beschäftigt uns weiter, denn ab dem Wintersemester
soll hier der Müll getrennt werden. Zu diesem Zweck
hat der Technische Hochschulbetrieb der RUB (Dezernat
5) in den Gebäuden der G-Reihe Trennbehälter
für den Grünen-Punkt-Müll, Restmüll
und Papier aufgestellt (s. nebenstehenden Text). Gesellschaftlich
längst anerkannt, fristete dieses Thema lange Zeit
ein Schattendasein in den akademischen Köpfen.
Nun ist man gespannt auf die Trennquoten, die mitentscheidend
für die Entsorgungskosten sein werden. Je höher
das Restmüllaufkommen, desto teurer die Entsorgung.
Wir erinnern uns: Die Putzkolonnen berichten von bis
zu zehn Müllsäcken pro Cafete pro Tag.
Planung und Einführung des Trennsystems wurden
im vergangenen Sommersemester vom Technischen Hochschulbetrieb
in enger Kooperation mit einer studentischen Projektgruppe
der Umweltpsychologie durchgeführt. Das Projektteam
bestand aus zehn Studierenden der Umweltpsychologie,
darunter waren auch Nebenfächler aus der Geographie.
Ergänzt wurde die Gruppe durch die regelmäßige
Teilnahme von Martin Berndroth (Dez. 5). Die Leitung
hatten Privatdozentin Dr. Ellen Matthies und Diplompsychologin
Chris Bendig (beide Kognitions- und Umweltpsychologie).
Im Laufe des Semesters besichtigten die Projektteilnehmer/innen
die Sortieranlage der Firma Rethmann Entsorgungswirtschaft
in Gerthe und überzeugen sich davon, dass es tatsächlich
eine Wiederverwertung des gesammelten Grünen-Punkt-Mülls
gibt.
Doch am Anfang standen Interviews mit den Studierenden
der G-Gebäude, um entsprechende Strategien gegen
mögliche Barrieren entwickeln zu können. Hier
zeigte sich leider ziemlich schnell, wie bequem auch
die Studierenden der Ruhr-Uni sein können. Der
überwiegende Teil der Befragten gab an, dass Müllentsorgung
nicht umständlich sein darf und man keine Zeit
verlieren möchte. Genau dort muss man ansetzen,
erklärt Ellen Matthies. Durch ein vorheriges Projekt
Sortieren geht über Studieren hatte
sie bereits Erfahrung mit dem Thema Müll an der
RUB gesammelt. Der Bequemlichkeit entgegenwirken will
die Projektgruppe mit eigens entworfenen witzigen Plakaten
und informativen Aufschriften auf den Behältern.
Denn eines hat die Umfrage auch gezeigt: Nicht alle
Studierenden wissen, welcher Müll in welche Tonne
gehört. Knackpunkte waren z. B. der Kaffeebecher
und der halbvolle Joghurtbecher. Die Antwort weiß
Herr Trottenberg von der Bochumer Entsorgungsfirma Rethmann:
Der leere Kaffeebecher ist zwar aus beschichteter
Pappe, hat aber einen Grünen Punkt und gehört
somit in den Grünen-Punkt-Müll. Anders der
halbvolle Joghurtbecher: Wenn der Becher nicht ausgelöffelt
wurde, muss er wegen der Speisereste in den Restmüll.
Alles klar? Denn an der Uni gilt ab sofort: Trennen
Können. So lautet jedenfalls der Slogan der gesamten
Kampagne.
ad
& Sabine Zimpel
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