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RUBENS 82 1. Oktober 2003

In der G-Reihe wird ab sofort Müll sortiert

Trennen können an der RUB

 

Gut sortiert
Was zu Hause prima klappt, muss doch auch an der Uni machbar sein: Die meisten von uns entsorgen schließlich daheim zumindest vier verschiedene Arten von Müll: Altglas, Altpapier, Verpackungsabfälle (Grüner Punkt) und Restmüll. An der Uni ist dies zurzeit nur in Cafeten, Teeküchen und Müllsammelräumen möglich. Im Oktober wird die Mülltrennung auf Gänge, Seminarräume und Hörsäle ausgeweitet – zunächst auf den Hauptverkehrsebenen 05 bis 02 in der G-Reihe. Die Akzeptanz der Studierenden ist vorhanden (s. u.) und die technischen Voraussetzungen hat das Dezernat 5 (Technischer Hochschulbetrieb) geschaffen.
Zuständig für Abfallentsorgung und Umweltschutz an der RUB ist der Diplomingenieur Martin Berndroth, der uns das Konzept erläutert: “Es wird nur dann von den Studierenden angenommen, wenn sie es als einheitliches System erkennen und wenn genügend Behälter gut erreichbar sind.” Deshalb werden bis Oktober in den Fluren der G-Reihe 73 neue farblich gekennzeichnete Doppelbehälter (Gelb für Verpackungsabfälle, Anthrazít für Restmüll) angebracht. Sie ersetzen die bisherigen, meist grünen Mülleimer und haben jeweils eine Öffnung für Verpackungs- bzw. Restmüll. 67 Behälter kommen zusätzlich in die Veranstaltungsräume.
Da Altpapier vorwiegend auf Ebene 03 Nord (Durchgang zu den Hörsälen von GAFO bis GC) anfällt, werden dort zusätzlich 15 blau gekennzeichnete für Altpapier befestigt. Werden dabei positive Erfahrungen (große Mengen, wenig Fehlwürfe) gemacht, können die Altpapiersammler später auch in anderen Bereiche installiert werden. Leere Glasflaschen wandern wie bisher in Getränkekisten, die das Akafö hier und da neben den Abfallbehältern aufgestellt hat.
Natürlich erwartet Berndroth nicht nur von den Studierenden Umweltbewusstsein, sondern auch von den Beschäftigten und vom Reinigungspersonal: “Bereits jetzt trennen die Beschäftigten im Büro Restmüll und Papier über zwei Abfallkörbe; da werden wir demnächst übrigens neue Behälter bestellen. Wir installieren nun in den Gängen auf Ebene 1 in GB ebenfalls die neuen Trennbehälter, um zu testen, wie groß die Akzeptanz bei den Mitarbeitern ist. Bei Bedarf können wir die anderen Ebenen und Gebäude der G-Reihe bestücken.” Auch das Reinigungspersonal soll fürs neue System sensibilisiert werden, damit nicht gerade erst Getrenntes doch im selben Sack landet. Die Reinigungskräfte bekommen auch neue Wagen, an denen drei Säcke befestigt werden können. Bei einem positiven Verlauf des Projekts soll das Mülltrennsystem auf andere Bereiche der RUB ausgeweitet werden.
Andererseits dient das Projekt nicht allein dazu, das Umweltbewusstsein der Angehörigen der RUB zu testen. Es verfolgt weitere handfeste Ziele. Schließlich handelt es sich bei der ökologischen Abfalltrennung und -verwertung um gesetzliche Vorgaben, die die RUB zu erfüllen hat. Wer getrennt sammelt, zahlt außerdem geringere Entsorgungskosten. Zu guter Letzt vermindern die neuen selbstlöschenden Abfallsammelbehälter die Brandgefahr und erhöhen somit die Sicherheit auf dem Campus.

Kosten
Für die Entsorgung des Restmülls auf dem Campus zahlte die RUB bislang eine jährliche Pauschale von rund 127.500 Euro an den Umweltservice Bochum. Dafür leert der USB 43 Mülltonnen täglich sowie zehn Tonnen zweimal pro Woche. Verpackungsabfälle (Grüner Punkt) werden wöchentlich (zurzeit montags) unentgeltlich abgeholt und zur Sortieranlage in Gerthe gefahren. Ab Oktober zahlt die RUB nicht mehr pauschal an den USB, sondern nur für jede tatsächlich geleerte Tonne; zu leerende Tonnen werden von den Hausmeistern an die Straße gestellt. Wenn durch die Mülltrennung weniger Restmüll anfällt, spart die RUB folglich. Martin Berndroth hat ausgerechnet, dass dazu bereits täglich drei Mülltonnen weniger ausreichen würden.

Trennungsakzeptanz untersucht
In der Juli-Ausgabe der RUBENS haben wir über die Putzkolonne in der G-Reihe berichtet. Der Müll beschäftigt uns weiter, denn ab dem Wintersemester soll hier der Müll getrennt werden. Zu diesem Zweck hat der Technische Hochschulbetrieb der RUB (Dezernat 5) in den Gebäuden der G-Reihe Trennbehälter für den Grünen-Punkt-Müll, Restmüll und Papier aufgestellt (s. nebenstehenden Text). Gesellschaftlich längst anerkannt, fristete dieses Thema lange Zeit ein Schattendasein in den akademischen Köpfen. Nun ist man gespannt auf die Trennquoten, die mitentscheidend für die Entsorgungskosten sein werden. Je höher das Restmüllaufkommen, desto teurer die Entsorgung. Wir erinnern uns: Die Putzkolonnen berichten von bis zu zehn Müllsäcken pro Cafete pro Tag.
Planung und Einführung des Trennsystems wurden im vergangenen Sommersemester vom Technischen Hochschulbetrieb in enger Kooperation mit einer studentischen Projektgruppe der Umweltpsychologie durchgeführt. Das Projektteam bestand aus zehn Studierenden der Umweltpsychologie, darunter waren auch Nebenfächler aus der Geographie. Ergänzt wurde die Gruppe durch die regelmäßige Teilnahme von Martin Berndroth (Dez. 5). Die Leitung hatten Privatdozentin Dr. Ellen Matthies und Diplompsychologin Chris Bendig (beide Kognitions- und Umweltpsychologie). Im Laufe des Semesters besichtigten die Projektteilnehmer/innen die Sortieranlage der Firma Rethmann Entsorgungswirtschaft in Gerthe und überzeugen sich davon, dass es tatsächlich eine Wiederverwertung des gesammelten Grünen-Punkt-Mülls gibt.
Doch am Anfang standen Interviews mit den Studierenden der G-Gebäude, um entsprechende Strategien gegen mögliche Barrieren entwickeln zu können. Hier zeigte sich leider ziemlich schnell, wie bequem auch die Studierenden der Ruhr-Uni sein können. Der überwiegende Teil der Befragten gab an, dass Müllentsorgung nicht umständlich sein darf und man keine Zeit verlieren möchte. „Genau dort muss man ansetzen“, erklärt Ellen Matthies. Durch ein vorheriges Projekt „Sortieren geht über Studieren“ hatte sie bereits Erfahrung mit dem Thema Müll an der RUB gesammelt. Der Bequemlichkeit entgegenwirken will die Projektgruppe mit eigens entworfenen witzigen Plakaten und informativen Aufschriften auf den Behältern. Denn eines hat die Umfrage auch gezeigt: Nicht alle Studierenden wissen, welcher Müll in welche Tonne gehört. Knackpunkte waren z. B. der Kaffeebecher und der halbvolle Joghurtbecher. Die Antwort weiß Herr Trottenberg von der Bochumer Entsorgungsfirma Rethmann: „Der leere Kaffeebecher ist zwar aus beschichteter Pappe, hat aber einen Grünen Punkt und gehört somit in den Grünen-Punkt-Müll. Anders der halbvolle Joghurtbecher: Wenn der Becher nicht ausgelöffelt wurde, muss er wegen der Speisereste in den Restmüll.“

Alles klar? Denn an der Uni gilt ab sofort: Trennen Können. So lautet jedenfalls der Slogan der gesamten Kampagne.

ad & Sabine Zimpel
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Letzte Änderung: 30.09.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik