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RUBENS 82 1. Oktober 2003

2010

Editorial

Die Jahreszahl 2010 schimmert schon fast als eine magische Zahl im Hochschulfirmament. Dort angekommen, könnten wir uns in einer völlig anderen, ja einer völlig neuen Ruhr-Universität Bochum befinden. Zurzeit entsteht ein Standortkonzept für die RUB, das auf eine Sanierung aller Gebäude bei laufendem Betrieb in den nächsten Jahren hinausläuft. Dafür hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) die RUB aufgefordert, ihre Entwicklungsperspektiven für die nächsten Jahre aufzuzeigen. Alle Fächer sind vom Rektorat aufgefordert worden, realistisch ihre Potenziale und zukünftigen Strukturvorstellungen zu benennen.
Dass die RUB dabei nicht isoliert vom übrigen Geschehen im Land planen kann, dafür sorgt das „Hochschulkonzept 2010“, das die Landesregierung in diesem Sommer den Hochschulen übermittelt hat. Darin hat sie sorgfältig Auslastung, Lehr- und Forschungserfolg der Fächer aufgelistet und insbesondere für die teuren und unterausgelasteten Fächer Kürzungsziele benannt (siehe nebenstehenden Bericht).
Wohin die Reise für die RUB geht, ist noch nicht ganz klar – aber hoffentlich heraus aus dem Mittelmaß. Im Landesvergleich fällt nämlich deutlich auf, dass unsere Wissenschaftler in den meisten Fächern einfach zu wenig Absolventen „produzieren“ und in vielen Fächern gleichzeitig zu wenig Drittmittel einwerben. Wer die RUB mit dem guten Rang bei der Einwerbung von DFG-Drittmitteln exkulpieren will, sollte wissen, dass diese Erfolge auf (zu) wenigen Schultern beruhen.
Bis 2006 haben es die Hochschulen, also wir selbst in der Hand, unsere Planung an die Ziele des Landes anzupassen. Das kann Umstrukturierung bedeuten, das kann durch Kooperationen in der Region geschehen, es kann auch zu Schließung einzelner Fächer führen. Einiges hängt auch davon ab, ob sich die Hoffnung erfüllt, dass uns die vorangegangenen Studienreformen höhere Absolventenquoten bescheren. Das Rektorat jedenfalls versteht die Standortentwicklungsplanung und das Hochschulkonzept des Landes als enorme Chance und treibt die Planungen in Richtung 2010 zügig voran. Nur so lässt sich im steigenden Konkurrenzdruck erfolgreich bestehen.
Ob aber das „Hochschulkonzept 2010“ erfolgreich verwirklicht werden kann, hängt auch von anderen Rahmenbedingungen ab. Es kollidiert z.B. mit dem Plan, die Arbeitszeit der Beamten und Angestellten um rund zehn Prozent zu erhöhen, natürlich um weiteres Personal einzusparen. Dabei setzen ja die Hochschulen im Zuge des „Qualitätspaktes“ noch bis 2009 reichlich Personal ab, wohingegen das Land diesen Pakt selbst dauernd bricht, indem es z. B. die versprochenen Investitionsmittel ständig streckt – nicht gerade ein Motivationsschub.

jk
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Letzte Änderung: 30.09.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik