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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Mehr Motivation,
mehr Tempo
Reformiertes
Geschichtsstudium
Vor einem Jahr brachen die Historiker an der RUB zu neuen
Ufern auf und unerwartet viele wollten mit: Mit
der Ablösung des Magisters durch Bachelor und Master
stieg die Zahl der Neueinschreibungen im Studienfach Geschichte
im WS 02/03 um etwa 20 Prozent gegenüber dem WS 01/02
an (von 283 auf 343). Das gestufte Studium mit Zusatzqualifikationen
im Optionalbereich (EDV, Fremdsprachen, Präsentation
etc.) und international kompatibler Bewertung ist begehrt.
Die vielen neuen Studierenden brachten zunächst
auch Probleme: In einem Integrierten Proseminar
saßen bis zu 150 Studierende, erinnert sich
Semra Ünlü vom Fachschaftsrat Geschichte, das
machte eine sinnvolle Arbeit unmöglich. Immerhin
soll im Integrierten Proseminar zusätzlich zur Wissensvermittlung
auch das wissenschaftliche Arbeiten gelehrt werden
schwierig, wenn man sich in überfüllten Räumen
akustisch kaum verständigen kann. Die Dozenten
reagierten schnell, teilten zu große Gruppen und
übernahmen dadurch zusätzliche Lehrverpflichtungen.
Teilweise kamen und kommen auch Dozenten von anderen
Unis, so Semra Ünlü.
Die Situation wurde also schnell entschärft. Langfristig
müssen aber andere Lösungen gefunden werden.
Deshalb hat Dekan Prof. Norbert Frei dem Rektorat und
den Dekanen der anderen geisteswissenschaftlichen Fakultäten
in einem Bericht die gegenwärtige Lehrsituation in
Geschichte geschildert. Frei macht auch auf den gestiegenen
Beratungsaufwand aufmerksam. Neue Studierende brauchen
schon vor dem Studium Beratung zu den Zugangsvoraussetzungen
und zum Anforderungsprofil ihres Fachs, Magisterstudierende
wollen ihr Studium beenden, so lange das noch möglich
ist und suchen deswegen vermehrt Rat. Viel Arbeit bedeutet
zudem das neue Bewertungssystem: Einzelne Leistungsnachweise,
die zu den Modulen gehören, wollen überprüft
sein.
Mit diesem Bericht wollen wir eine Diskussion über
dauerhafte Lösungen für unsere Überlast
eröffnen so Prof. Frei. Dabei geht es ihm nicht
darum, möglichst einfach die Anzahl der Studierenden
zu verringern: Einen internen NC lehne ich ab,
betont er. Erfahrungen anderer Fakultäten hätten
gezeigt, dass man damit auch die leistungsfähigen
Studierenden abschrecke und schließlich überhaupt
keine Neueinschreibungen mehr habe. Mit seinem Lehrbericht
möchte er auch eine grundsätzliche Debatte über
die Qualität der Lehre an der RUB angesichts hoher
Neuanmeldungen anstoßen. Hier ist auch das
Rektorat gefordert. Die Fachschaft plädiert
für die Neueinstellungen von Dozenten, weiß
aber, dass knappe Kassen dies derzeit nicht zulassen.
Momentan bemüht sich die Fakultät, die Studierendendaten
effizienter zu verwalten, um Planungssicherheit zu erhalten.
Offenbar gibt es Reibungsverluste in der Kooperation mit
dem Zentralen Studierendensekretariat bei der Erfassung
der tatsächlichen Neueinschreibungen. Verlässlichere
Zahlen würden eine bessere Beratung und flexible
Anpassungen an die tatsächliche Studierendenzahl
ermöglichen, hofft Frei. Er schlägt vor, dass
die Studierendendaten innerhalb der Fakultät verwaltet
werden. Der damit verbundene erhöhte bürokratische
Aufwand sei aber ein ungelöstes Problem.
Trotz aller Schwierigkeiten scheint die Fakultät
auf einem guten Wege zu sein. Die Motivation der Studierenden
und das Studiertempo sind gestiegen. Die bessere Beratung
hat die Schwundquoten gesenkt und das Studium für
alle Beteiligten effektiver gemacht.
Jürgen
Tepr
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