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RUBENS 80 1. Juni 2003

Alltäglicher Rassismus

Bochumer Student als Opfer


Die Themen Rassismus und Vorurteile gegenüber ethnischen Minderheiten sind zwar weitgehend aus den Medien verschwunden. Sie gehören gleichwohl weiterhin zum deutschen Alltag. Herr D. (der Redaktion bekannt) machte Anfang Mai leidvolle Erfahrungen. Der aus Schwarzafrika stammende D. lebt seit sieben Jahren in Deutschland (er besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft) und studiert Mathematik an der RUB. Am späten Abend des 4. Mai musste er am Oberhausener Bahnhof zwei Beamten des Bundesgrenzschutzes seine Papiere vorweisen, obwohl er nur am Bahngleis stand und auf seinen Zug wartete – Deutsch aussehende Fahrgäste hingegen wurden nicht kontrolliert. Als D. die beiden Beamten genau darauf aufmerksam machte, begann ein Spießrutenlauf, der mit rassistischen Äußerungen am Bahngleis begann, mit Schlägen und Handschellen fortgesetzt wurde und schließlich mit Leibesvisitationen und massivsten Bedrohungen auf der Bahnhofswache endete; gedroht wurde u. a. mit einem Gummiknüppel und einem Schäferhund.
Diese kurzen Schilderungen beruhen auf den mündlichen und schriftlichen Ausführungen von D., der uns wenige Tage nach dem Vorfall besuchte. Der Bundesgrenzschutz interpretiert die Vorgänge offenbar anders: Er ließ D. eine Vorladung zukommen: zur Anhörung wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Es folgt der ausführliche Bericht von Herrn D.

Protokoll der Geschehnisse vom Sonntag, dem 4. Mai, 23:00 Uhr, bis Montag, dem 5. Mai, 4:30 Uhr
Ich habe am Sonntag, dem 4. Mai, einen kleinen Ausflug nach Oberhausen unternommen und bin abends gegen 23:00 Uhr in den Hauptbahnhof gegangen, um den Zug um 23:14 Uhr nach Herne ab Gleis 6 zu nehmen. Als ich um etwa 23:05 den Bahnsteig betreten habe, standen dort zwei Beamte des Bundesgrenzschutzes und haben mehrere (ungefähr vier) ausländisch aussehende Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 16 Jahren auf ihre Personal- und Fahrausweise hin kontrolliert. Dabei haben die Beamten vielfach in unfreundlichem Ton dieselben Fragen ("Wann bist Du geboren?", "Woher kommst Du?" und ähnliches) gestellt und sich mit den sachlichen Antworten der Jugendlichen nicht zufrieden gegeben, obwohl diese den Beamten alle gewünschten Papiere ausgehändigt hatten. Schließlich haben sie den Jugendlichen ihre Papiere zurückgegeben und sie gehen lassen.
Ich habe dieses Gespräch aus etwa vier Metern Entfernung mit angehört, ohne allerdings in irgendeiner aktiven Form daran teilzunehmen. Nach dem Ende des Gesprächs sind die beiden Beamten in Richtung der Treppe gegangen, die vom Bahnsteig hinunter in den Bahnhof führt. Dort kam ihnen ein junger, erwachsener weißer Mann entgegen, dem die Beamten hinterher schauten. Dabei sahen sie mich , wie ich am Geländer oberhalb des Treppenschachtes lehnte. Daraufhin sind sie wieder auf den Bahnsteig zurückgegangen und direkt zu mir gekommen, um mich zu kontrollieren.
Sie haben mich angesprochen und direkt - ohne mich zu begrüßen - gesagt: "Haben Sie Ihren Ausweis dabei?" Ich habe geantwortet: "Ja, ich habe meinen Ausweis dabei." Dann habe ich in mein Portemonnaie, das als Armband an meinem Arm befestigt war, geöffnet, um meinen Ausweis herauszuholen und habe die Beamten dabei gefragt, ob ich ihnen eine Frage stellen dürfe. Die Beamten haben dies bestätigt, so dass ich zu Ihnen gesagt habe: "Sie haben diesen weißen Mann, der vor Ihren Augen vorbeigegangen ist, in Ruhe gelassen und haben ihn nicht kontrolliert, sondern sind direkt zu mir gekommen. Ich verstehe das nicht." Daraufhin haben die Beamten zu mir gesagt: "Wir kontrollieren Ausländer. Die Ausländer reisen illegal, die sind kriminell." Ich habe geantwortet: "Sie wissen nicht, ob dieser weiße Mann ein Deutscher ist, oder nicht. Wäre diese Mann ein Deutscher, könnte er ein Krimineller sein. Wäre dieser Mann kein Deutscher, könnte er auch ein Ausländer sein." Die Beamten haben daraufhin wiederholt, dass sie Ausländer kontrollierten, da diese kriminell seien. Außerdem haben sie gesagt, dass sie wüssten wer Ausländer sei und wer nicht. Dann haben sie begonnen, mich zu beschimpfen, indem sie gesagt haben: "Du solltest Dein riesiges Maul zumachen!" Außerdem haben sie gesagt, dass sie mich nun zur Polizeiwache mitnehmen sollten und von diesem Zeitpunkt an sind sie handgreiflich geworden, indem sie mich zu zweit von beiden Seiten unter den Armen gepackt haben, so dass ich meinen Ausweis nicht zur Hand nehmen konnte. Ich habe Ihnen gesagt, dass ich einen Ausweis dabei hätte und problemlos und ruhig mit zur Wache kommen könnte. Sie haben auf meine Worte nicht reagiert, sondern haben mich auf die Treppe gerissen, mit Fäusten gegen meinen Rumpf und meinen Hals geschlagen und die Treppe herunter gezerrt. Währenddessen habe ich wiederholt, dass ich einen Ausweis dabei und nichts getan hätte und sie aufgefordert, mich in Ruhe zu lassen und nicht anzugreifen. Am Fuß der Treppe haben sie mir dann gewaltsam Handschellen angelegt und mir so die Hände vor dem Bauch zusammen gefesselt.
Im Bahnhofstunnel, von dem die Treppen zu den Bahnsteigen abgehen, haben wir uns nach links gewandt und die beiden Beamten haben mich weiterhin von beiden Seiten unter den Armen gepackt und in Richtung der Polizeiwache gezerrt, wobei sie so stark an mir gerissen haben, dass mein Hemd zerrissen ist. Während des Streits ist meine Baseballmütze von meinem Kopf gefallen, einer der Beamten hat sie daraufhin weggekickt, so dass ich sie auch später nicht wiederfinden konnte. Auf dem Weg durch den Tunnel haben sie mich fortwährend beschimpft, wobei ich mich an den genauen Wortlaut nicht erinnern kann. Tendenziell haben sie ihre bereits geäußerten Vorwürfe - "Du bist ein krimineller Ausländer" - wiederholt, wobei sie auch Worte wie "Arschloch", "Illegaler" und ähnliches benutzt haben. Schließlich sind wir in der Eingangshalle des Bahnhofs auf der Seite des Busbahnhofs angekommen, wo sich einige Leute in dem dortigen McDonalds Restaurant befunden haben, die ich aber nicht genauer wahrnehmen konnte. Allerdings befand sich in einer der Telefonzellen hinter dem Service Point der Deutschen Bahn eine Frau, die ich nach meiner Freilassung widergesehen habe, so dass ich mich genauer an sie erinnern kann. Diese Frau hatte schulterlange rote Haare, trug eine schwarze Jacke, eine schwarze Hose (vermutlich eine Jeans) und weiße Turnschuhe, außerdem war sie recht groß (ca. 1,70 Meter) und stabil gebaut.

Die Beamten haben mich durch die Eingangshalle zur Tür der Bundesgrenzschutzwache neben der Filiale der Reisebank gezerrt. In diesem Moment war keine andere Person in dem Raum. Die beiden Beamten haben mich aufgefordert, mich mit den gefesselten Händen gegen die Wand zu stellen, und haben dann eine Leibesvisitation vorgenommen, wobei sie mein Portemonnaie von meinem Arm entfernt haben. Danach haben die beiden mich auf einen Stuhl vor der Theke der Wache neben der Tür des Hundezwingers gestoßen und einen Alkoholtest mittels Pustegerät gemacht, wobei keinerlei Spuren von Alkohol festgestellt wurden.
Während der folgenden Zeit sind verschiedene weitere Beamte in die Wache gekommen - insgesamt waren es etwa sieben verschiedene Personen. Sie haben mich im Wechsel in unterschiedlicher Form beschimpft. Dabei sind unter anderem folgende Aussagen getroffen worden: "Die schwarzen Leute sind Affen, die sind Arschlöcher, die sind Nigger, die sind Betrüger, die sind kriminell." Nach diesen allgemeinen ausländerfeindlichen Aussagen, haben verschiedene Beamte ausdrücklich meine Person beschimpft, unter anderem wieder mit den bereits über alle schwarzen Menschen geäußerten Flüchen, aber auch folgendermaßen: "Du hast ein kleines schwarzes Gehirn! ("Chef")" Ein Beamter, der meines Wissens von draußen hereingekommen ist, hat mich gesehen und daraufhin gesagt: "Hier haben wir einen schwarzen Mann, den sollten wir abschieben!". Außerdem haben die Beamten mich zunächst verbal bedroht, indem sie gesagt haben, sie seien die Herren hier und sie könnten alles bestimmen. Zudem haben die Beamten politische Aussagen etwa der folgenden Art getroffen, dass die Ausländer nach Deutschland kämen, weil es hier schön sei, und dann würden sie hier nur Scheiße machen und würden kriminell und würden alles wegnehmen. Auf meine Frage hin, was denn mit dieser Kriminalität gemeint sei, hat ein Beamter in etwa folgendes gesagt: "Die Neger sind Betrüger, Drogenhändler, die arbeiten schwarz. Die Frauen sind Nutten!" Die Beschimpfungen und Drohungen gingen in dieser oder ähnlicher Form während meines gesamten Aufenthalts in der Wache weiter. Während der ganzen Auseinandersetzung habe ich ständig wiederholt, dass die Beamten zwar alles tun könnten, aber dass ich immer weiter reden und meinen Mund aufmachen würde. Unter anderem habe ich auf die Flüche und Beschimpfungen der Beamten manchmal mit ähnlichen Worten geantwortet, wie diese selbst sie benutzt haben, beispielsweise habe ich auf die wiederholte Demütigung, ich sei ein "Arschloch", geantwortet, dass die Beamten selbst doch wohl "Arschlöcher" seien. Natürlich habe ich keine rassistischen Beschimpfungen gegenüber den ausnahmslos weißen Angehörigen des Bundesgrenzschutzes geäußert.

Allerdings ist es nicht bei diesen verbalen Ausfällen der Beamten geblieben, sondern es sind auch physische Übergriffe beziehungsweise massive Gewaltandrohungen vorgefallen.
In der Wache hat einer der Beamten, die mich vom Bahnsteig gezerrt hatten, mir eine Ohrfeige mit der flachen Hand auf die linke Wange gegeben. Daraufhin habe ich den anderen der beiden Beamten vom Bahnsteig gefragt, ob er gesehen habe, dass sein Kollege mich geschlagen hat. Das hat der Beamte weit von sich gewiesen und mir vorgeworfen, dass ich lügen würde. Daraufhin habe ich zu den Beamten gesagt: "Ihr seid feige!" Anschließend hat der Beamte, der mir die Ohrfeige gegeben hat, einen schwarzen, etwa vierzig Zentimeter langen Schlagstock geholt und auf die Theke gelegt, wobei er etwa sagte: "Wenn Du nicht Dein riesiges Maul zumachst, werde ich Dich damit schlagen!"
Kurze Zeit danach hat mein Handy geklingelt und ich habe versucht, es mit meinen gefesselten Händen aus der Halterung am Gürtel zu nehmen, was mir schließlich auch gelungen ist. Daraufhin hat einer der Beamten, die ich erst in der Wache kennen gelernt habe, mir das Handy weggerissen, es auf den Boden geworfen und dagegen getreten, bevor er es auf die Theke geknallt hat. Außerdem hat er gesagt, dass ich nicht telefonieren dürfe, sie seien "die Herren".
Dann hat ein Beamte, der mir als "Chef" vorgestellt worden ist, den Raum vom Inneren der Wache aus betreten. hat das Handy von der Theke in die Hand genommen und gesagt, dass ich mir ein solch teures Handy nicht leisten könne, ich müsse also schwarz arbeiten. Dann hat dieser "Chef" sich einige Zeit damit beschäftigt, meine Unterlagen, die mir bei der Ankunft in der Wache mitsamt dem Portemonnaie abgenommen worden waren, zu durchsuchen. Unter anderem hat er große Teile meiner Unterlagen kopiert (Personalausweis, Barmer-Karte, Studentenausweis, Kontoauszug, Reisebankauszug) und dabei Kommentare abgegeben. Beispielsweise war er mit der Kopie des Personalausweises nicht zufrieden und hat einen seiner Kollegen gefragt, ob er eine hellere Kopie erstellen könne, woraufhin dieser geantwortet hat, das sei nicht möglich, ich sei zu schwarz. Drauf habe ich gesagt, dass ich stolz darauf sei, schwarz zu sein. Der "Chef" hat meinen Kontoauszug gelesen und gesagt: "Er hat viel Geld, 900 Euro sind zuviel für ihn, er muss schwarz arbeiten! Soviel kannst Du nicht von der Friedrich-Ebert-Stiftung kriegen." Zu mir hat er gesagt: "Du hast ein kleines schwarzes Gehirn, wo hast Du das Geld her?" Ich habe daraufhin keine genaueren Angaben gemacht, sondern lediglich festgestellt, dass das mein Privatleben sei und ich das Geld legal erhalten habe. Außerdem hat er mich angesichts meines Studentenausweises gefragt, was ich denn studiere, woraufhin ich wieder gesagt habe, dass er darauf keine Antwort erhalte, da das meine Privatsache sei.

Etwas später ist ein Beamter mit dem Schäferhund des Grenzschutzes in die Wache hereingekommen. Dieser Hund, der angeleint und mit einem Maulkorb versehen war, ist auf mich zugestürzt, während ich immer noch gefesselt auf dem Stuhl gesessen habe. Der Beamte, der die Leine in der Hand hielt, hat den Hund erst nachdem dieser mich angesprungen hatte, zurückgezogen. Ein anderer Beamter hat daraufhin zu mir gesagt, dass dieser Hund "meinen Arsch fressen" werde, wenn ich nicht sofort "mein riesiges Maul" hielte. Der Beamte, der mit dem Hund in die Wache gekommen ist, hat den Schäferhund nach diesem Vorfall in den Zwinger neben meinem Stuhl gesperrt, allerdings hat später einer seiner Kollegen die Tür des Zwingers wieder geöffnet und mich drohend darauf hingewiesen, dass der Hund nun wieder frei sei. Diese Drohgebärde hat etwa eine Minute angedauert, ohne dass der Hund tatsächlich wieder aus seinem Zwinger herausgekommen wäre.

Während dieser Zeit haben die Beamten, die mich vom Bahnsteig geholt hatten, ein Protokoll aufgesetzt. Der "Chef" hat mich aufgefordert, dieses Protokoll zu unterschreiben, woraufhin ich mich geweigert habe. Kurze Zeit später hat der "Chef" zu zweien seiner Kollegen gesagt, sie sollen diese "Scheiße rausschmeißen". Dies haben dann zwei Beamte (der mit dem Schäferhund und der mit der Zwingertür) getan, nachdem sie mir die Handschellen abgenommen haben. Sie haben mir mein Portemonnaie mitsamt den Ausweisen zurückgegeben, allerdings haben sie die Kontoauszüge und andere Unterlagen, deren genaue Zusammenstellung ich nicht mehr weiß, behalten. Die beiden Beamten haben mich wieder von beiden Seiten unter den Armen gefasst und bis zum Service Point in der Eingangshalle gezerrt, ehe sie mich losgelassen haben.

Sobald ich wieder allein war, habe ich von einer der Telefonzellen aus einen Freund von mir, Manfred Knoop, angerufen, der freier Journalist ist. Herr Knoop ist dann einige Stunden (etwa drei bis vier) später mit dem Zug aus Duisburg gekommen und mit mir noch einmal in die Wache des Bundesgrenzschutzes hineingegangen. Dort war der Beamte, der mir die Ohrfeige gegeben hatte, alleine an der Theke, und Herr Knoop hat ihn gefragt, ob ich an diesem Abend eine Anzeige erstattet hätte. Der Beamte hat dies bestritten und Herr Knoop und ich haben die Wache sofort wieder verlassen und sind gemeinsam nach Herne gefahren.

Die Zeit zwischen meinem Anruf bei Herrn Knoop und dessen Ankunft in Oberhausen habe ich in der Eingangshalle des Bahnhofs verbracht und dort unter anderem auf einer Bank vor dem McDonalds Restaurant neben der oben bereits beschriebenen Frau mit den roten Haaren gesessen. Diese Frau war ebenso wie ich die ganze Nacht hindurch in der Bahnhofshalle anwesend.

Im Folgenden versuche ich, möglichst genaue Beschreibungen der an dem Vorfall beteiligten Beamten zu geben. Ich bin mir sicher, dass ich alle Beamten bei einem Wiedersehen auch jetzt noch erkennen würde.

Die beiden Beamten vom Bahnsteig:
Der eine Beamte war etwa so groß wie ich (1,65 Meter), dick und seine Vorderzähne waren mit auffälligem Belag belegt.
Der zweite Beamte war deutlich größer als ich (etwa 1,80 Meter), trug kurze Haare und in der Mitte des Kopfes eine kahle Stelle.

Der "Chef":
Der "Chef" sah jünger aus als seine bereits beschriebenen Kollegen und war auch ungefähr so groß wie ich (1,65 Meter). Er trug kurze Haare, an deren Farbe ich mich nicht genau erinnern kann und war stabil gebaut, aber nicht dick.

Der Beamte, der mit dem Schäferhund hereingekommen ist:
Dieser Mann war der größte von allen Anwesenden und sehr stabil gebaut, sogar dick. Auch seine Haare waren kurz.

Der Beamte, der den Hundezwinger geöffnet hat:
Dieser Beamte war ungefähr so groß wie ich und ziemlich schmächtig. Außerdem trug er einen Schnurrbart und kurze Haare.

Zwei weitere Beamte haben nur im Hintergrund in der Wachstube gearbeitet und keinen direkten Kontakt zu mir aufgenommen, so dass ich sie nicht näher beschreiben kann.

Nachtrag:
Am Donnerstag, dem 8. Mai, bin ich mit Manfred Knoop und einigen anderen zu einem Vortrag von Herrn Dr. Andreas von Bülow in der Fachhochschule Dortmund gegangen. Nach dem Vortrag hat mich ein Freund von Manfred Knoop mit dem Auto zum Dortmunder Hauptbahnhof gebracht, von wo aus ich einen Zug nach Herne nehmen wollte. Ich bin um 22:25 Uhr am Bahnhof angekommen und habe zunächst überlegt, den Emscher-Express um 22:32 Uhr zu nehmen, habe mich dann aber wegen der langen Fahrzeit gegen diesen Zug entschieden, als ich schon auf dem Gleis 21 a/b stand. Stattdessen wollte ich einen schnelleren Zug aus Gleis 6 nehmen und habe mich auf den Weg dorthin gemacht. Noch auf dem Gleis 21 a/b habe ich zwei Grenzschutzbeamte getroffen, die geradewegs auf mich zugekommen sind. Sie haben mich gefragt, ob ich einen Ausweis dabei habe. Ich habe "Ja" gesagt, dabei gelacht und ihnen gesagt, dass ich gerade einen Vorfall mit ihren Kollegen in Oberhausen erlebt hatte, den ich ihnen gerne erzählen würde. Die Beamten haben eingewilligt und sich meinen Bericht längere Zeit angehört, der sie offensichtlich sehr betroffen gemacht hat. Sie haben deutlich zu Erkennen gegeben, dass Ihnen mein Erlebnis leid tut und dass es sie persönlich berührt. Außerdem haben sie betont, dass ich wenigstens sehen könnte, dass sie sich Mühe geben, freundlich zu mir zu sein, und dass nicht alle Grenzschutzbeamten so seien. Ich habe Ihnen zum Abschied noch angeboten, meinen Ausweis zu kontrollieren, was sie aber gar nicht mehr tun wollten.



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