Alltäglicher
Rassismus
Bochumer
Student als Opfer
Die Themen Rassismus und Vorurteile gegenüber ethnischen
Minderheiten sind zwar weitgehend aus den Medien verschwunden.
Sie gehören gleichwohl weiterhin zum deutschen
Alltag. Herr D. (der Redaktion bekannt) machte Anfang
Mai leidvolle Erfahrungen. Der aus Schwarzafrika stammende
D. lebt seit sieben Jahren in Deutschland (er besitzt
die deutsche Staatsbürgerschaft) und studiert Mathematik
an der RUB. Am späten Abend des 4. Mai musste er
am Oberhausener Bahnhof zwei Beamten des Bundesgrenzschutzes
seine Papiere vorweisen, obwohl er nur am Bahngleis
stand und auf seinen Zug wartete Deutsch aussehende
Fahrgäste hingegen wurden nicht kontrolliert. Als
D. die beiden Beamten genau darauf aufmerksam machte,
begann ein Spießrutenlauf, der mit rassistischen
Äußerungen am Bahngleis begann, mit Schlägen
und Handschellen fortgesetzt wurde und schließlich
mit Leibesvisitationen und massivsten Bedrohungen auf
der Bahnhofswache endete; gedroht wurde u. a. mit einem
Gummiknüppel und einem Schäferhund.
Diese kurzen Schilderungen beruhen auf den mündlichen
und schriftlichen Ausführungen von D., der uns
wenige Tage nach dem Vorfall besuchte. Der Bundesgrenzschutz
interpretiert die Vorgänge offenbar anders: Er
ließ D. eine Vorladung zukommen: zur Anhörung
wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Es folgt der ausführliche Bericht von Herrn
D.
Protokoll der Geschehnisse vom Sonntag, dem 4. Mai,
23:00 Uhr, bis Montag, dem 5. Mai, 4:30 Uhr
Ich habe am Sonntag, dem 4. Mai, einen kleinen Ausflug
nach Oberhausen unternommen und bin abends gegen 23:00
Uhr in den Hauptbahnhof gegangen, um den Zug um 23:14
Uhr nach Herne ab Gleis 6 zu nehmen. Als ich um etwa
23:05 den Bahnsteig betreten habe, standen dort zwei
Beamte des Bundesgrenzschutzes und haben mehrere (ungefähr
vier) ausländisch aussehende Jugendliche im Alter
von etwa 14 bis 16 Jahren auf ihre Personal- und Fahrausweise
hin kontrolliert. Dabei haben die Beamten vielfach in
unfreundlichem Ton dieselben Fragen ("Wann bist
Du geboren?", "Woher kommst Du?" und
ähnliches) gestellt und sich mit den sachlichen
Antworten der Jugendlichen nicht zufrieden gegeben,
obwohl diese den Beamten alle gewünschten Papiere
ausgehändigt hatten. Schließlich haben sie
den Jugendlichen ihre Papiere zurückgegeben und
sie gehen lassen.
Ich habe dieses Gespräch aus etwa vier Metern Entfernung
mit angehört, ohne allerdings in irgendeiner aktiven
Form daran teilzunehmen. Nach dem Ende des Gesprächs
sind die beiden Beamten in Richtung der Treppe gegangen,
die vom Bahnsteig hinunter in den Bahnhof führt.
Dort kam ihnen ein junger, erwachsener weißer
Mann entgegen, dem die Beamten hinterher schauten. Dabei
sahen sie mich , wie ich am Geländer oberhalb des
Treppenschachtes lehnte. Daraufhin sind sie wieder auf
den Bahnsteig zurückgegangen und direkt zu mir
gekommen, um mich zu kontrollieren.
Sie haben mich angesprochen und direkt - ohne mich zu
begrüßen - gesagt: "Haben Sie Ihren
Ausweis dabei?" Ich habe geantwortet: "Ja,
ich habe meinen Ausweis dabei." Dann habe ich in
mein Portemonnaie, das als Armband an meinem Arm befestigt
war, geöffnet, um meinen Ausweis herauszuholen
und habe die Beamten dabei gefragt, ob ich ihnen eine
Frage stellen dürfe. Die Beamten haben dies bestätigt,
so dass ich zu Ihnen gesagt habe: "Sie haben diesen
weißen Mann, der vor Ihren Augen vorbeigegangen
ist, in Ruhe gelassen und haben ihn nicht kontrolliert,
sondern sind direkt zu mir gekommen. Ich verstehe das
nicht." Daraufhin haben die Beamten zu mir gesagt:
"Wir kontrollieren Ausländer. Die Ausländer
reisen illegal, die sind kriminell." Ich habe geantwortet:
"Sie wissen nicht, ob dieser weiße Mann ein
Deutscher ist, oder nicht. Wäre diese Mann ein
Deutscher, könnte er ein Krimineller sein. Wäre
dieser Mann kein Deutscher, könnte er auch ein
Ausländer sein." Die Beamten haben daraufhin
wiederholt, dass sie Ausländer kontrollierten,
da diese kriminell seien. Außerdem haben sie gesagt,
dass sie wüssten wer Ausländer sei und wer
nicht. Dann haben sie begonnen, mich zu beschimpfen,
indem sie gesagt haben: "Du solltest Dein riesiges
Maul zumachen!" Außerdem haben sie gesagt,
dass sie mich nun zur Polizeiwache mitnehmen sollten
und von diesem Zeitpunkt an sind sie handgreiflich geworden,
indem sie mich zu zweit von beiden Seiten unter den
Armen gepackt haben, so dass ich meinen Ausweis nicht
zur Hand nehmen konnte. Ich habe Ihnen gesagt, dass
ich einen Ausweis dabei hätte und problemlos und
ruhig mit zur Wache kommen könnte. Sie haben auf
meine Worte nicht reagiert, sondern haben mich auf die
Treppe gerissen, mit Fäusten gegen meinen Rumpf
und meinen Hals geschlagen und die Treppe herunter gezerrt.
Währenddessen habe ich wiederholt, dass ich einen
Ausweis dabei und nichts getan hätte und sie aufgefordert,
mich in Ruhe zu lassen und nicht anzugreifen. Am Fuß
der Treppe haben sie mir dann gewaltsam Handschellen
angelegt und mir so die Hände vor dem Bauch zusammen
gefesselt.
Im Bahnhofstunnel, von dem die Treppen zu den Bahnsteigen
abgehen, haben wir uns nach links gewandt und die beiden
Beamten haben mich weiterhin von beiden Seiten unter
den Armen gepackt und in Richtung der Polizeiwache gezerrt,
wobei sie so stark an mir gerissen haben, dass mein
Hemd zerrissen ist. Während des Streits ist meine
Baseballmütze von meinem Kopf gefallen, einer der
Beamten hat sie daraufhin weggekickt, so dass ich sie
auch später nicht wiederfinden konnte. Auf dem
Weg durch den Tunnel haben sie mich fortwährend
beschimpft, wobei ich mich an den genauen Wortlaut nicht
erinnern kann. Tendenziell haben sie ihre bereits geäußerten
Vorwürfe - "Du bist ein krimineller Ausländer"
- wiederholt, wobei sie auch Worte wie "Arschloch",
"Illegaler" und ähnliches benutzt haben.
Schließlich sind wir in der Eingangshalle des
Bahnhofs auf der Seite des Busbahnhofs angekommen, wo
sich einige Leute in dem dortigen McDonalds Restaurant
befunden haben, die ich aber nicht genauer wahrnehmen
konnte. Allerdings befand sich in einer der Telefonzellen
hinter dem Service Point der Deutschen Bahn eine Frau,
die ich nach meiner Freilassung widergesehen habe, so
dass ich mich genauer an sie erinnern kann. Diese Frau
hatte schulterlange rote Haare, trug eine schwarze Jacke,
eine schwarze Hose (vermutlich eine Jeans) und weiße
Turnschuhe, außerdem war sie recht groß
(ca. 1,70 Meter) und stabil gebaut.
Die Beamten haben mich durch die Eingangshalle zur
Tür der Bundesgrenzschutzwache neben der Filiale
der Reisebank gezerrt. In diesem Moment war keine andere
Person in dem Raum. Die beiden Beamten haben mich aufgefordert,
mich mit den gefesselten Händen gegen die Wand
zu stellen, und haben dann eine Leibesvisitation vorgenommen,
wobei sie mein Portemonnaie von meinem Arm entfernt
haben. Danach haben die beiden mich auf einen Stuhl
vor der Theke der Wache neben der Tür des Hundezwingers
gestoßen und einen Alkoholtest mittels Pustegerät
gemacht, wobei keinerlei Spuren von Alkohol festgestellt
wurden.
Während der folgenden Zeit sind verschiedene weitere
Beamte in die Wache gekommen - insgesamt waren es etwa
sieben verschiedene Personen. Sie haben mich im Wechsel
in unterschiedlicher Form beschimpft. Dabei sind unter
anderem folgende Aussagen getroffen worden: "Die
schwarzen Leute sind Affen, die sind Arschlöcher,
die sind Nigger, die sind Betrüger, die sind kriminell."
Nach diesen allgemeinen ausländerfeindlichen Aussagen,
haben verschiedene Beamte ausdrücklich meine Person
beschimpft, unter anderem wieder mit den bereits über
alle schwarzen Menschen geäußerten Flüchen,
aber auch folgendermaßen: "Du hast ein kleines
schwarzes Gehirn! ("Chef")" Ein Beamter,
der meines Wissens von draußen hereingekommen
ist, hat mich gesehen und daraufhin gesagt: "Hier
haben wir einen schwarzen Mann, den sollten wir abschieben!".
Außerdem haben die Beamten mich zunächst
verbal bedroht, indem sie gesagt haben, sie seien die
Herren hier und sie könnten alles bestimmen. Zudem
haben die Beamten politische Aussagen etwa der folgenden
Art getroffen, dass die Ausländer nach Deutschland
kämen, weil es hier schön sei, und dann würden
sie hier nur Scheiße machen und würden kriminell
und würden alles wegnehmen. Auf meine Frage hin,
was denn mit dieser Kriminalität gemeint sei, hat
ein Beamter in etwa folgendes gesagt: "Die Neger
sind Betrüger, Drogenhändler, die arbeiten
schwarz. Die Frauen sind Nutten!" Die Beschimpfungen
und Drohungen gingen in dieser oder ähnlicher Form
während meines gesamten Aufenthalts in der Wache
weiter. Während der ganzen Auseinandersetzung habe
ich ständig wiederholt, dass die Beamten zwar alles
tun könnten, aber dass ich immer weiter reden und
meinen Mund aufmachen würde. Unter anderem habe
ich auf die Flüche und Beschimpfungen der Beamten
manchmal mit ähnlichen Worten geantwortet, wie
diese selbst sie benutzt haben, beispielsweise habe
ich auf die wiederholte Demütigung, ich sei ein
"Arschloch", geantwortet, dass die Beamten
selbst doch wohl "Arschlöcher" seien.
Natürlich habe ich keine rassistischen Beschimpfungen
gegenüber den ausnahmslos weißen Angehörigen
des Bundesgrenzschutzes geäußert.
Allerdings ist es nicht bei diesen verbalen Ausfällen
der Beamten geblieben, sondern es sind auch physische
Übergriffe beziehungsweise massive Gewaltandrohungen
vorgefallen.
In der Wache hat einer der Beamten, die mich vom Bahnsteig
gezerrt hatten, mir eine Ohrfeige mit der flachen Hand
auf die linke Wange gegeben. Daraufhin habe ich den
anderen der beiden Beamten vom Bahnsteig gefragt, ob
er gesehen habe, dass sein Kollege mich geschlagen hat.
Das hat der Beamte weit von sich gewiesen und mir vorgeworfen,
dass ich lügen würde. Daraufhin habe ich zu
den Beamten gesagt: "Ihr seid feige!" Anschließend
hat der Beamte, der mir die Ohrfeige gegeben hat, einen
schwarzen, etwa vierzig Zentimeter langen Schlagstock
geholt und auf die Theke gelegt, wobei er etwa sagte:
"Wenn Du nicht Dein riesiges Maul zumachst, werde
ich Dich damit schlagen!"
Kurze Zeit danach hat mein Handy geklingelt und ich
habe versucht, es mit meinen gefesselten Händen
aus der Halterung am Gürtel zu nehmen, was mir
schließlich auch gelungen ist. Daraufhin hat einer
der Beamten, die ich erst in der Wache kennen gelernt
habe, mir das Handy weggerissen, es auf den Boden geworfen
und dagegen getreten, bevor er es auf die Theke geknallt
hat. Außerdem hat er gesagt, dass ich nicht telefonieren
dürfe, sie seien "die Herren".
Dann hat ein Beamte, der mir als "Chef" vorgestellt
worden ist, den Raum vom Inneren der Wache aus betreten.
hat das Handy von der Theke in die Hand genommen und
gesagt, dass ich mir ein solch teures Handy nicht leisten
könne, ich müsse also schwarz arbeiten. Dann
hat dieser "Chef" sich einige Zeit damit beschäftigt,
meine Unterlagen, die mir bei der Ankunft in der Wache
mitsamt dem Portemonnaie abgenommen worden waren, zu
durchsuchen. Unter anderem hat er große Teile
meiner Unterlagen kopiert (Personalausweis, Barmer-Karte,
Studentenausweis, Kontoauszug, Reisebankauszug) und
dabei Kommentare abgegeben. Beispielsweise war er mit
der Kopie des Personalausweises nicht zufrieden und
hat einen seiner Kollegen gefragt, ob er eine hellere
Kopie erstellen könne, woraufhin dieser geantwortet
hat, das sei nicht möglich, ich sei zu schwarz.
Drauf habe ich gesagt, dass ich stolz darauf sei, schwarz
zu sein. Der "Chef" hat meinen Kontoauszug
gelesen und gesagt: "Er hat viel Geld, 900 Euro
sind zuviel für ihn, er muss schwarz arbeiten!
Soviel kannst Du nicht von der Friedrich-Ebert-Stiftung
kriegen." Zu mir hat er gesagt: "Du hast ein
kleines schwarzes Gehirn, wo hast Du das Geld her?"
Ich habe daraufhin keine genaueren Angaben gemacht,
sondern lediglich festgestellt, dass das mein Privatleben
sei und ich das Geld legal erhalten habe. Außerdem
hat er mich angesichts meines Studentenausweises gefragt,
was ich denn studiere, woraufhin ich wieder gesagt habe,
dass er darauf keine Antwort erhalte, da das meine Privatsache
sei.
Etwas später ist ein Beamter mit dem Schäferhund
des Grenzschutzes in die Wache hereingekommen. Dieser
Hund, der angeleint und mit einem Maulkorb versehen
war, ist auf mich zugestürzt, während ich
immer noch gefesselt auf dem Stuhl gesessen habe. Der
Beamte, der die Leine in der Hand hielt, hat den Hund
erst nachdem dieser mich angesprungen hatte, zurückgezogen.
Ein anderer Beamter hat daraufhin zu mir gesagt, dass
dieser Hund "meinen Arsch fressen" werde,
wenn ich nicht sofort "mein riesiges Maul"
hielte. Der Beamte, der mit dem Hund in die Wache gekommen
ist, hat den Schäferhund nach diesem Vorfall in
den Zwinger neben meinem Stuhl gesperrt, allerdings
hat später einer seiner Kollegen die Tür des
Zwingers wieder geöffnet und mich drohend darauf
hingewiesen, dass der Hund nun wieder frei sei. Diese
Drohgebärde hat etwa eine Minute angedauert, ohne
dass der Hund tatsächlich wieder aus seinem Zwinger
herausgekommen wäre.
Während dieser Zeit haben die Beamten, die mich
vom Bahnsteig geholt hatten, ein Protokoll aufgesetzt.
Der "Chef" hat mich aufgefordert, dieses Protokoll
zu unterschreiben, woraufhin ich mich geweigert habe.
Kurze Zeit später hat der "Chef" zu zweien
seiner Kollegen gesagt, sie sollen diese "Scheiße
rausschmeißen". Dies haben dann zwei Beamte
(der mit dem Schäferhund und der mit der Zwingertür)
getan, nachdem sie mir die Handschellen abgenommen haben.
Sie haben mir mein Portemonnaie mitsamt den Ausweisen
zurückgegeben, allerdings haben sie die Kontoauszüge
und andere Unterlagen, deren genaue Zusammenstellung
ich nicht mehr weiß, behalten. Die beiden Beamten
haben mich wieder von beiden Seiten unter den Armen
gefasst und bis zum Service Point in der Eingangshalle
gezerrt, ehe sie mich losgelassen haben.
Sobald ich wieder allein war, habe ich von einer der
Telefonzellen aus einen Freund von mir, Manfred Knoop,
angerufen, der freier Journalist ist. Herr Knoop ist
dann einige Stunden (etwa drei bis vier) später
mit dem Zug aus Duisburg gekommen und mit mir noch einmal
in die Wache des Bundesgrenzschutzes hineingegangen.
Dort war der Beamte, der mir die Ohrfeige gegeben hatte,
alleine an der Theke, und Herr Knoop hat ihn gefragt,
ob ich an diesem Abend eine Anzeige erstattet hätte.
Der Beamte hat dies bestritten und Herr Knoop und ich
haben die Wache sofort wieder verlassen und sind gemeinsam
nach Herne gefahren.
Die Zeit zwischen meinem Anruf bei Herrn Knoop und
dessen Ankunft in Oberhausen habe ich in der Eingangshalle
des Bahnhofs verbracht und dort unter anderem auf einer
Bank vor dem McDonalds Restaurant neben der oben bereits
beschriebenen Frau mit den roten Haaren gesessen. Diese
Frau war ebenso wie ich die ganze Nacht hindurch in
der Bahnhofshalle anwesend.
Im Folgenden versuche ich, möglichst genaue Beschreibungen
der an dem Vorfall beteiligten Beamten zu geben. Ich
bin mir sicher, dass ich alle Beamten bei einem Wiedersehen
auch jetzt noch erkennen würde.
Die beiden Beamten vom Bahnsteig:
Der eine Beamte war etwa so groß wie ich (1,65
Meter), dick und seine Vorderzähne waren mit auffälligem
Belag belegt.
Der zweite Beamte war deutlich größer als
ich (etwa 1,80 Meter), trug kurze Haare und in der Mitte
des Kopfes eine kahle Stelle.
Der "Chef":
Der "Chef" sah jünger aus als seine bereits
beschriebenen Kollegen und war auch ungefähr so
groß wie ich (1,65 Meter). Er trug kurze Haare,
an deren Farbe ich mich nicht genau erinnern kann und
war stabil gebaut, aber nicht dick.
Der Beamte, der mit dem Schäferhund hereingekommen
ist:
Dieser Mann war der größte von allen Anwesenden
und sehr stabil gebaut, sogar dick. Auch seine Haare
waren kurz.
Der Beamte, der den Hundezwinger geöffnet hat:
Dieser Beamte war ungefähr so groß wie ich
und ziemlich schmächtig. Außerdem trug er
einen Schnurrbart und kurze Haare.
Zwei weitere Beamte haben nur im Hintergrund in der
Wachstube gearbeitet und keinen direkten Kontakt zu
mir aufgenommen, so dass ich sie nicht näher beschreiben
kann.
Nachtrag:
Am Donnerstag, dem 8. Mai, bin ich mit Manfred Knoop
und einigen anderen zu einem Vortrag von Herrn Dr. Andreas
von Bülow in der Fachhochschule Dortmund gegangen.
Nach dem Vortrag hat mich ein Freund von Manfred Knoop
mit dem Auto zum Dortmunder Hauptbahnhof gebracht, von
wo aus ich einen Zug nach Herne nehmen wollte. Ich bin
um 22:25 Uhr am Bahnhof angekommen und habe zunächst
überlegt, den Emscher-Express um 22:32 Uhr zu nehmen,
habe mich dann aber wegen der langen Fahrzeit gegen
diesen Zug entschieden, als ich schon auf dem Gleis
21 a/b stand. Stattdessen wollte ich einen schnelleren
Zug aus Gleis 6 nehmen und habe mich auf den Weg dorthin
gemacht. Noch auf dem Gleis 21 a/b habe ich zwei Grenzschutzbeamte
getroffen, die geradewegs auf mich zugekommen sind.
Sie haben mich gefragt, ob ich einen Ausweis dabei habe.
Ich habe "Ja" gesagt, dabei gelacht und ihnen
gesagt, dass ich gerade einen Vorfall mit ihren Kollegen
in Oberhausen erlebt hatte, den ich ihnen gerne erzählen
würde. Die Beamten haben eingewilligt und sich
meinen Bericht längere Zeit angehört, der
sie offensichtlich sehr betroffen gemacht hat. Sie haben
deutlich zu Erkennen gegeben, dass Ihnen mein Erlebnis
leid tut und dass es sie persönlich berührt.
Außerdem haben sie betont, dass ich wenigstens
sehen könnte, dass sie sich Mühe geben, freundlich
zu mir zu sein, und dass nicht alle Grenzschutzbeamten
so seien. Ich habe Ihnen zum Abschied noch angeboten,
meinen Ausweis zu kontrollieren, was sie aber gar nicht
mehr tun wollten.
ad
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