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RUBENS 80 1. Juni 2003

Abwarten

Editorial

Der ehrliche und damit zugleich selbstkritische Blick zurück zeigt uns, dass selbst wir als RUBENSRedaktion keine eindeutige Meinung zum Campus-Sommer-Uni-Fest hatten. Das beste Beispiel stammt aus dem Jahre 2001: So versprachen wir vollmundig in der Juniausgabe fürs bevorstehende Campusfest: „Noch mehr geht wohl nicht: Ein Spektrum von Klassik bis Rock, Comedy und Kleinkunst, Tanz und Spiel, Kulinarischem und Bestaunenswertem, Party bis zum Abwinken“. Doch in der Juliausgabe meinten wir – rückblickend auf eben dieses Fest – erkennen zu können, dass „das gesamte Fest mit der RUB nur noch sehr wenig zu tun hat und als buntes Kommerzfest eigentlich überall auf der Welt stattfinden kann. Möglicherweise muss also neu über das Campusfest nachgedacht werden“. Weiter ging der Artikel mit „gigantischen Müllbergen und Scherbenseen“.

Wenig Gutes also. Die Nachlese fürs 2002-er Fest schwankte zwischen zarten Mahnungen („noch mehr Bierstände“) und trockenen Resümees: „Wie gehabt, beginnt es bunt und geht laut zu Ende.“ Im Februar diesen Jahres schließlich verkündete RUBENS off- und online das vom Rektorat beschlossene Ende des Campusfestes. Diese kurze Meldung schlug ziemlich ein. Proteste gab es vor allem von den potenziellen Gästen aus der Stadt und vom bisherigen Mitveranstalter, der sich mit Hilfe der Bochumer Medien bitterlich übers jähe Ende beklagte.

Zurecht führen die Kritiker des Endes an, dass das Campusfest mit seinen zahlreichen internationalen Künstlern eine überregionale kulturelle Bedeutung besaß; auch der Freizeit- und der Wirtschaftsfaktor lassen sich nicht von der Hand weisen. Doch ebenfalls zurecht erklären die Befürworter der Neukonzeption, dass das Fest von Jahr zu Jahr weniger mit der Uni zu tun hatte, dass die Ruhr-Universität als bloße Kulisse für ein Volksfest diente, dass es ständig mehr Müll und mehr Gewalt gab. Diesen Argumenten Für und Wider mag RUBENS keine weiteren hinzufügen. Wir möchten lieber abwarten und sehen, was uns der Kulturtag zum 25. Geburtstag des Audimax bringt. Da wir zuletzt regelmäßig den Sitzungen der Planerinnen und Planer des Kulturtages beiwohnten, können wir schon jetzt versprechen, dass hinter dem Fest jede Menge Know-how, Kreativität und Begeisterung steckt. All das wird fast ausschließlich (und natürlich zusätzlich zur eigentlichen Arbeit) von Mitgliedern der RUB eingebracht. Lediglich die Gastronomie und die für die Forumsbühne vorgesehenen Musikgruppen kommen von auswärts (s. Seite 5).

Hoffen wir also, dass die vielen kleinen Rädchen ineinander greifen, dass uns die Sonne lacht und dass viele Gäste aus der RUB sowie aus Bochum und Umgebung zum Kulturtag kommen. ad
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Letzte Änderung: 28.05.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik