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RUBENS 79 1. Mai 2003

Forever young

NEURO RUBIN erschienen: Hirnforscher berichten


"Forever young" oder "Laufen macht klug" versprechen die Fitness-Gurus - und immer mehr folgen ihrem Ruf. Bestätigung erfahren sie nun offenbar aus dem Lager der Wissenschaft. Galt hier noch vor nicht allzu langer Zeit das erwachsene Gehirn als unveränderbar, so heißt heute das Zauberwort "Plastizität": Neurowissenschaftler schreiben diesem aktiven Anpassungsprozess an die Anforderungen des täglichen Lebens Leistungssteigerung bis ins hohe Alter zu. Im aktuellen Sonderheft NEURO RUBIN des Wissenschaftsmagazins RUBIN treten sie am Beispiel des Laufverhaltens den Beweis dafür an, dass unser Gehirn das Potenzial besitzt, Alterungsprozesse durch Fitness und Lernen nicht nur zu stoppen, sondern auch umzukehren. Sie zeigen außerdem, dass sich durch ein frühzeitiges Training Hirnfunktionen selbst nach Zelluntergang zurückgewinnen lassen.
Besucht man Privatdozent Dr. Hubert Dinse (Institut für Neuroinformatik der RUB), dann kann man mit etwas Glück Ratten beim Lauftest erleben: Die einen huschen blitzschnell von einem Ende des Balkens zum anderen, die nächsten schaffen es mit Mühe bis zur Mitte und fallen dort erschöpft in die Hände der Forscher. Wieder andere kommen mit kleinen Schritten langsam und bedacht ins Ziel.
Was wie eine Dressur anmutet, dokumentiert lediglich das unterschiedliche Laufverhalten von jungen und alten Ratten - die einen erreichen alle, die anderen in keinem Fall das Ende des Balkens. Doch von den alten Tieren kommen immerhin 80 Prozent wieder ans Ziel, wenn sie zuvor für ein halbes Jahr in einer anregenden Umgebung (enriched environment) jede Menge Herausforderungen bewältigt hatten (Gänge und Höhlen bauen, Futter suchen, vielfältige Kletterpartien).
Mit Hilfe elektrophysiologischer Messungen kontrollieren die Hirnforscher die Nervenzellaktivität in den Hirnregionen der Ratten, die für die Extremitäten zuständig sind. Dabei kommt ihnen das besondere Prinzip der Gehirnorganisation zugute: Wie eine Landkarte (kortikale Karte) repräsentieren nebeneinander liegende Bereiche des Gehirns auch benachbarte Punkte auf der Haut - fast wie ein Pfotenabdruck in der Hirnrinde. Anhand dieser kortikalen Karten lässt sich über veränderte sensorische und motorische Fähigkeiten auf Alterungsprozesse schließen.
Ein Vergleich der Karten von jungen, alten und "enriched-Ratten" ergab ein hoffnungsvolles Bild: Während die der alten Ratten in Ausdehnung und Empfindlichkeit stark eingeschränkt waren, genügten schon wenige Monate im "enriched environment" und die Ausdehnung der kortikalen Karten hatte wieder die junger Tiere erreicht. Dabei entwickelten die trainierten alten Ratten aber neue Formen der "Alltagskompetenz": Im Lauftest hielten sie durch viele kleine Schritte die Pfoten dicht am Balken und gewannen auf diese Weise ihre frühere Standsicherheit zurück.

Weitere Themen:
"Der kleine Unterschied" im menschlichen Gehirn;
Wenn Gesichter bedeutungslos sind;
Von der Nase bis ins Gehirn: Düfte nehmen Gestalt an;
Vom Nervensystem abgeguckt: Künstliche Bewegung - so natürlich wie möglich;
Sehen und Bewegen: Ein Feuerwerk der Nervenzellen;
Neuronales Modell des Objektsehens: Schnelle Links für scharfe Bilder;
Elektrische Synapse: "Aschenputtel" unter den Zellkontakten;
Räume der Begegnung: Wo Nervenbahnen entstehen, wachsen und sich verändern;
Diagnose Veitstanz - was kann da noch helfen?;
Neurodegenerative Erkrankungen: Mäuse stehen Modell.

NEURO RUBIN ist erhältlich in der International Graduate School for Neuroscience (IGSN), Dr. Thomas Niemann, Tel.: 0234/32-26955, und steht im Internet unter: www.ruhr-uni-bochum.de/neurorubin


Barbara Kruse
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Letzte Änderung: 30.04.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik