Serie: Gebäude
der RUB
IT-Zentrum:
Sicher ist sicher
Jeder von uns kann sich sicher noch an sein erstes Semester
an der RUB erinnern. Wer hat sich da anfangs nicht in
den Kellerräumen verirrt und verzweifelt nach einem
Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal
auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine Garderobe
wie in GC? RUBENS liefert die Antworten - diesmal welche
zum Zentrum für IT-Sicherheit.
Mit seiner rötlichen Steinfassade und seinem verglasten
Eingang schmiegt sich das Zentrum für IT-Sicherheit
harmonisch in das Büroensemble im Technologie Quartier
Bochum (hinter der FH) ein. Auf den ersten Blick wirkt
es wie ein normales Bürogebäude. Doch dieser
Eindruck täuscht; schließlich hat der Architekt
schon bei der Planung die Sicherheitsinteressen der
Mieter aus der IT-Branche berücksichtigt.
Der Gebäudemanager Martin Kloppenburg gewährte
RUBENS einen Einblick in das Sicherheitskonzept. Die
Glasfassade im Eingangsbereich besteht aus bruchfestem
Sicherheitsglas. Die Bürofenster aus speziellem
Sicherheitsglas in den oberen Etagen sind mit Alarmspinnen
versehen, die jeden Einbruchsversuch melden. Zusätzlich
kann jeder Mieter mittels Videoanlage an der Tür
unerwünschte Besucher fernhalten. Die Schlösser
an den Türen ver- und entriegeln sich selbsttätig.
Konstante 20 Grad
In die Büroräume gelangt man nur, wenn man
die Gesichtsfeldkontrolle überwunden hat und den
passenden PIN-Code kennt. Um mögliche Industriespionage
zu erschweren, besitzen die Wände Bewegungsdetektoren,
die beim Durchbrechen Alarm schlagen. Hochempfindliche
Detektoren an den Türen reagieren schon beim leisesten
Berühren und sorgen so für zusätzliche
Sicherheit. Auch die Haustechnik wurde in das integrative
Sicherheitskonzept einbezogen. Verbirgt sich doch der
zentrale Server hinter Code-geschützten Türen.
Eine Klimaanlage kühlt jede einzelne Serverkomponente
auf konstant 20 Grad Celsius. Die einzelnen Komponenten
sind in einen doppelten Boden eingelassen und werden
von unten mit Kälte versorgt. Bei Stromausfall
kann das IT-Zentrum auf die Dienste eines zweiten E-Werks
zurückgreifen.
Aber auch an die Bequemlichkeit und Gesundheit der Mieter
wurde beim Bau des Hauses gedacht. So schalten in allen
Büros Präsenzmelder das Licht an und aus,
wenn der Raum betreten oder verlassen wird. Luxmeter
messen die Raumhelligkeit und verstärken oder dimmen
das Bürolicht. Die Rollläden bestehen aus
unterschiedlichen Lammellen. Die oberen Parabol-Lammellen
reflektieren das einfallende Sonnenlicht gegen die Zimmerdecke
und vermeiden so störende Reflexionen auf den Computermonitoren.
Die unteren Lammellen filtern dank einer speziellen
Beschichtung zwar die Sonnenstrahlen heraus, lassen
aber noch genügend Tageslicht in das Büro,
so dass auf künstliches Licht weitgehend verzichtet
werden kann. Die hauseigene Klimaanlage sorgt auch im
Sommer für ein angenehmes Arbeitsklima. Und sollte
sie einmal ausfallen, steht jederzeit ein Ersatzaggregat
zur Verfügung. In der Leitzentrale können
die Haustechniker per Computer die gesamte Technik zentral
überwachen und steuern.
Umfassender Komfort
Offiziell eingeweiht wurde das Zentrum für IT-Sicherheit
am 16. April 2002. Zu den Mietern gehört die GITS
AG, zu deren Gesellschaftern u.a. der Förderer
der Bochumer IT-Forschung Horst Görtz gehört.
Er hat über seine Stiftung auch den Bau des intelligenten
Bürogebäudes ermöglicht. Die Geschäftsführung
übernahm RUB-Altrektor Prof. Manfred Bormann. In
den Seminarräumen im Erdgeschoss und den komplett
ausgestatteten PC-Schulungsräumen im 1. Obergeschoss
führt die GITS AG Aus- und Weiterbildungen durch.
Dabei wendet sie sich sowohl an RUB-Angehörige
als auch an außeruniversitäre Interessenten.
Die GITS AG bildet zusammen mit dem in NA ansässigen
Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit (HGI)
EURUBITS, das Europäische Institut für IT-Sicherheit.
Das HGI ergänzt die Arbeit der GITS AG durch Grundlagenforschung
und universitäre Lehre. Das Institut konzentriert
sich u.a. auf die Entwicklung sicherer EC-Karten, die
bei Verlust nicht mehr geknackt werden können.
Jürgen
Tepr
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