Wissenschaftskrimi
zu verlosen
Darwins
Ideenklau
Bislang hat sich der britische Zoologe und Naturhistoriker
Nicholas Drayson aufs Verfassen einschlägiger Sachbücher
beschränkt, jetzt legt er erstmals einen Roman
vor. Oder handelt es sich am Ende doch um eine wahre
Begebenheit? Das jedenfalls deutet das Vorwort des Herausgebers
an. Dieser berichtet über den erstaunlichen Fund
eines rund 120 Jahre alten Manuskriptes, verfasst von
einem Unbekannten. Der Unbekannte behauptet nicht nur,
ein sehr guter Freund der Familie Darwin zu sein. Er
behauptet zudem, lange Jahre auf einer Vulkaninsel in
der Südsee gelebt zu haben, wo er Tiere und Pflanzen
beobachtete, die es sonst nirgendwo mehr auf der Welt
gibt; leider verschwand die Insel samt ihrer Population
durch einen Vulkanausbruch. Vor allem jedoch reklamiert
der Unbekannte, der eigentliche Urheber der Theorie
vom "Kampf ums Dasein" zu sein. Er habe lediglich
die Veröffentlichung seinem Jugendfreund Charles
Darwin überlassen. Das ist natürlich ein Hammer!
Einen Mord gestehen
Aber selbst, wenn der Unbekannte nicht die Wahrheit
sagt, so bleibt immer noch die anschauliche Schilderung
seiner Kinder- und Jugendjahre im England des frühen
19. Jahrhundert inklusive der (homosexuellen) Freundschaft
mit den Darwinbrüdern. Noch faszinierender sind
die Berichte von der phantastischen Bevölkerung
der leider verschwundenen Vulkaninsel: von Froschweibchen,
die sich von wesentlich kleineren Männchen im Mund
befruchten lassen und diese etwas später vertilgen,
oder vom sagenhaften goldenen Skarabäus. Dieser
Käfer soll angeblich die gesamte Evolution erklären
können. Er gab auch der deutschen Übersetzung
des Romans ihren Namen. Ebenso passend wäre möglicherweise
die wörtliche Übersetzung des englischen Titels
"Confessing a Murder" gewesen, der gleichzeitig
ein Zitat Darwins wiedergibt: Einen Mord gestehen.
Nicholas Drayson: "Der goldene Skarabäus",
Insel Verlag, Frankfurt/M. 2003, 350 S., 24,90 Euro
Wir verlosen das Buch unter allen,
die uns bis zum 30. April 2003 eine Postkarte schicken:
Redaktion Rubens, Pressestelle der Ruhr-Uni, UV 366,
44780 Bochum. Das Stichwort ist die Antwort auf die
Frage: "Wann öffnet die Große Mensa
letztmals vor der Sanierung?"
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