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RUBENS 78 1. April 2003

Wissenschaftskrimi zu verlosen

Darwins Ideenklau


Bislang hat sich der britische Zoologe und Naturhistoriker Nicholas Drayson aufs Verfassen einschlägiger Sachbücher beschränkt, jetzt legt er erstmals einen Roman vor. Oder handelt es sich am Ende doch um eine wahre Begebenheit? Das jedenfalls deutet das Vorwort des Herausgebers an. Dieser berichtet über den erstaunlichen Fund eines rund 120 Jahre alten Manuskriptes, verfasst von einem Unbekannten. Der Unbekannte behauptet nicht nur, ein sehr guter Freund der Familie Darwin zu sein. Er behauptet zudem, lange Jahre auf einer Vulkaninsel in der Südsee gelebt zu haben, wo er Tiere und Pflanzen beobachtete, die es sonst nirgendwo mehr auf der Welt gibt; leider verschwand die Insel samt ihrer Population durch einen Vulkanausbruch. Vor allem jedoch reklamiert der Unbekannte, der eigentliche Urheber der Theorie vom "Kampf ums Dasein" zu sein. Er habe lediglich die Veröffentlichung seinem Jugendfreund Charles Darwin überlassen. Das ist natürlich ein Hammer!

Einen Mord gestehen

Aber selbst, wenn der Unbekannte nicht die Wahrheit sagt, so bleibt immer noch die anschauliche Schilderung seiner Kinder- und Jugendjahre im England des frühen 19. Jahrhundert inklusive der (homosexuellen) Freundschaft mit den Darwinbrüdern. Noch faszinierender sind die Berichte von der phantastischen Bevölkerung der leider verschwundenen Vulkaninsel: von Froschweibchen, die sich von wesentlich kleineren Männchen im Mund befruchten lassen und diese etwas später vertilgen, oder vom sagenhaften goldenen Skarabäus. Dieser Käfer soll angeblich die gesamte Evolution erklären können. Er gab auch der deutschen Übersetzung des Romans ihren Namen. Ebenso passend wäre möglicherweise die wörtliche Übersetzung des englischen Titels "Confessing a Murder" gewesen, der gleichzeitig ein Zitat Darwins wiedergibt: Einen Mord gestehen.

Nicholas Drayson: "Der goldene Skarabäus", Insel Verlag, Frankfurt/M. 2003, 350 S., 24,90 Euro

Wir verlosen das Buch unter allen, die uns bis zum 30. April 2003 eine Postkarte schicken: Redaktion Rubens, Pressestelle der Ruhr-Uni, UV 366, 44780 Bochum. Das Stichwort ist die Antwort auf die Frage: "Wann öffnet die Große Mensa letztmals vor der Sanierung?"

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Letzte Änderung: 01.04.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik