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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Eingeholt
Editorial
Zweimal hat dieser
Tage die Wirklichkeit unsere alte Wahrheit eingeholt -
rechtzeitig vor Redaktionsschluss gerade dieser RUBENS!
1.) Wenige Tage vor dem 1. April 1992 kündigten wir
eine wissenschaftliche Sensation an: Botaniker der RUB
wollten unseren Hausberg, den Kalwes, abholzen und dort
gentechnisch veränderte Rebsorten anpflanzen. Von
diesen versprachen sie sich sogar Rotweine der Qualität
eines Chianti Classico. Das Rektorat hoffte gerade zum
(damaligen) Beginn des Modellversuchs "Hochschule
und Finanzautonomie", die Universitätskasse
ordentlich aufzubessern. Auf öffentliche Resonanz
mussten wir nicht lange warten, weil die große Regionalzeitung
vor dem Termin stolz darüber berichtete - bzw. darauf
reinfiel. Die Untere Landschaftsbehörde klagte, ihr
läge keine "Gentechnikveränderungsverordnung"
vor, auch der Hauptsicherheitsingenieur rief an: "Wissen
die Biologen nicht, dass sie eine dafür eine Genehmigung
benötigen?" Zehn Jahre später spürt
der reingelegte Redakteur bei uns noch immer "diebisches
Vergnügen". Und warum? Nur weil wir ihn auf
DIE WELT vom 20. Februar 2003 aufmerksam machten. Sie
meldete, dass Wissenschaftler im rheinland-pfälzischen
Siebeldingen erstmals in Deutschland "Wein aus gentechnisch
veränderten und im Freiland gewachsenen Reben produziert"
hätten. 50 Flaschen seien für Forschungszwecke
abgefüllt, der Wein werde für eine Geschmacksanalyse
auch von den Forschern verköstigt ...
2.) Am 5. März 2003 schrieben wir in einer Presseinformation
wahrheitsgemäß, dass unabhängige Gutachter
vom TÜV-Nord dem Lehrstuhl für Energiesysteme
und Energiewirtschaft hohe Qualität in Lehre und
Forschung bescheinigten hätten. "Er erhielt
das Zertifikat nach dem internationalen Qualitätsstandard
ISO 9001" - als bisher einziger Lehrstuhl der RUB.
Nicht hingewiesen haben wir wohlweislich auf unsere inzwischen
acht Jahre alte Prognose. 1995 hatten wir in RUBENS und
in einer Presseinfo geschrieben, dass die RUB als erste
deutsche Hochschule den "DIN/ISO 9000-Professor"
einführe und das Rektorat Mittel bereit gestellt
habe, um die ersten 50 Lehrstühle zu zertifizieren.
Es sei der erste Schritt der RUB auf dem Weg zum "Total-Quality-Management".
Als damals das Handelsblatt diese Information erst am
8. April brachte, rief Konrad Schilly aus Witten Rektor
Manfred Bormann an, um ihm zu diesem mutigen Schritt zu
gratulieren. Und heute? Ja doch, die Lokalzeitung hat
kurz darüber berichtet ...
So wechseln sich Wahrheit und Wirklichkeit ab. Manchmal
stimmen sie überein, manchmal holt die eine die andere
erst sehr viel später ein. Aber seien Sie unbesorgt,
liebe Leserinnen und Leser, selbst wenn Ihnen in dieser
Ausgabe die eine oder andere Meldung wenig wahrscheinlich
vorkommen sollte, wahr könnte sie dennoch sein -
und vielleicht irgendwann wirklich ...
jk
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