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RUBENS 78 1. April 2003

Eingeholt

Editorial

Zweimal hat dieser Tage die Wirklichkeit unsere alte Wahrheit eingeholt - rechtzeitig vor Redaktionsschluss gerade dieser RUBENS!
1.) Wenige Tage vor dem 1. April 1992 kündigten wir eine wissenschaftliche Sensation an: Botaniker der RUB wollten unseren Hausberg, den Kalwes, abholzen und dort gentechnisch veränderte Rebsorten anpflanzen. Von diesen versprachen sie sich sogar Rotweine der Qualität eines Chianti Classico. Das Rektorat hoffte gerade zum (damaligen) Beginn des Modellversuchs "Hochschule und Finanzautonomie", die Universitätskasse ordentlich aufzubessern. Auf öffentliche Resonanz mussten wir nicht lange warten, weil die große Regionalzeitung vor dem Termin stolz darüber berichtete - bzw. darauf reinfiel. Die Untere Landschaftsbehörde klagte, ihr läge keine "Gentechnikveränderungsverordnung" vor, auch der Hauptsicherheitsingenieur rief an: "Wissen die Biologen nicht, dass sie eine dafür eine Genehmigung benötigen?" Zehn Jahre später spürt der reingelegte Redakteur bei uns noch immer "diebisches Vergnügen". Und warum? Nur weil wir ihn auf DIE WELT vom 20. Februar 2003 aufmerksam machten. Sie meldete, dass Wissenschaftler im rheinland-pfälzischen Siebeldingen erstmals in Deutschland "Wein aus gentechnisch veränderten und im Freiland gewachsenen Reben produziert" hätten. 50 Flaschen seien für Forschungszwecke abgefüllt, der Wein werde für eine Geschmacksanalyse auch von den Forschern verköstigt ...
2.) Am 5. März 2003 schrieben wir in einer Presseinformation wahrheitsgemäß, dass unabhängige Gutachter vom TÜV-Nord dem Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft hohe Qualität in Lehre und Forschung bescheinigten hätten. "Er erhielt das Zertifikat nach dem internationalen Qualitätsstandard ISO 9001" - als bisher einziger Lehrstuhl der RUB. Nicht hingewiesen haben wir wohlweislich auf unsere inzwischen acht Jahre alte Prognose. 1995 hatten wir in RUBENS und in einer Presseinfo geschrieben, dass die RUB als erste deutsche Hochschule den "DIN/ISO 9000-Professor" einführe und das Rektorat Mittel bereit gestellt habe, um die ersten 50 Lehrstühle zu zertifizieren. Es sei der erste Schritt der RUB auf dem Weg zum "Total-Quality-Management". Als damals das Handelsblatt diese Information erst am 8. April brachte, rief Konrad Schilly aus Witten Rektor Manfred Bormann an, um ihm zu diesem mutigen Schritt zu gratulieren. Und heute? Ja doch, die Lokalzeitung hat kurz darüber berichtet ...
So wechseln sich Wahrheit und Wirklichkeit ab. Manchmal stimmen sie überein, manchmal holt die eine die andere erst sehr viel später ein. Aber seien Sie unbesorgt, liebe Leserinnen und Leser, selbst wenn Ihnen in dieser Ausgabe die eine oder andere Meldung wenig wahrscheinlich vorkommen sollte, wahr könnte sie dennoch sein - und vielleicht irgendwann wirklich ...

jk
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Letzte Änderung: 01.04.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik