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RUBENS 77 1. Februar 2003

Klare Vorstellungen

Die neue Prorektorin im Gespräch


Am 19. Dezember 2002 wurde Prof. Dr. Notburga Ott (Fakultät für Sozialwissenschaft) vom Senat der RUB zur Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien gewählt. Sie sprach mit Arne Dessaul über Ziele, Visionen und Entspannung nach der Arbeit.

RUBENS: Frau Professor Ott, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl! Mit welcher Motivation treten Sie Ihr Amt als Prorektorin an?
Prof. Ott: Ich sehe viele Chancen in den Modellen zu den gestuften Studiengängen bzw. zur Lehramtsausbildung. Hier haben wir ja in den vergangenen Jahren schon eine Menge erreicht; dies gilt es nun dauerhaft und verlässlich abzusichern. Die Ruhr-Universität hat hier eine einzigartige Chance, die wir unbedingt nutzen sollten. Ich will nicht verschweigen, dass sich meine Motivation auch auf persönliche Erfahrungen stützt: Meine Tochter hat einen Bachelor-Studiengang absolviert.

RUBENS: In Bochum?
Prof. Ott: Nein, sie hat in Magdeburg studiert. Sie war in einem der ersten Jahrgänge dort. Durch sie habe ich die Sichtweise der Studierenden aus nächster Nähe kennen gelernt und ich habe erfahren, welche Fehler Lehrende machen können. Viele sehen das ganze als durchgehenden Studiengang: Wer einen Bachelor-Abschluss hat, macht gleich danach den Master, so ähnlich wie auf das Vordiplom automatisch das Diplom folgt. Viele Studierende sehen es anders. Sie wollen nach dem Bachelor erst einmal ins Berufsleben einsteigen, um dort zu entscheiden, welcher Master sich zur Profilierung eignet. Den Master machen sie nicht automatisch an derselben Uni wie den Bachelor, sondern an der Uni mit der besten Auswahl. Für die RUB geht es also darum, neben dem interessanten Bachelor-Angebot auch möglichst viele interessante Master-Studiengänge zu etablieren, um qualifizierte und motivierte Studierende zu bekommen. Zum Angebot sollten dabei auch berufsbegleitende Studiengänge gehören wie z.B. der Master of Organizational Management am Institut für Arbeitswissenschaften der RUB.

RUBENS: Und was ist mit der Lehramtsausbildung?
Prof. Ott: Hier haben wir eine echte Chance. Ich fand es stets traurig, dass die Lehramtsstudierenden häufig wie das fünfte Rad am Wagen behandelt wurden und in ihrer eigenen Zielsetzung nicht ernst genommen wurden. Weiterhin werde ich auch meine Erfahrungen aus der Familienpolitik einbringen, speziell den Kontext Familie - Erziehung - Bildung. Ich möchte, dass die Lehramtsstudierenden die RUB mit Kompetenzen verlassen, die diesen Zusammenhang berücksichtigen und nicht nur mit fachwissenschaftlichem Wissen. Hier bietet das Y-Modell der Lehramtsausbildung eine große Chance. Nach der Orientierung in der Bachelor-Phase können die Studierenden in der Master-Phase einen besonderen Schwerpunkt auf den Erwerb didaktischer und pädagogischer Fähigkeiten legen. Anschließend gehen sie mit einem ganz anderen Selbstverständnis in die Schule. Gerade nach den Ergebnissen der PISA-Studie wurde der Ruf nach neuen Konzepten der Lehrerausbildung laut - wir haben bereits damit begonnen.

RUBENS: Ihre offizielle Bezeichnung lautet Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien. Ihr Vorgänger Prof. Fischer war Prorektor für Lehre, Studium und Studienreform. Können Sie uns den Unterschied erklären?
Prof. Ott: Ich halte diese Ergänzung in der Verfassung der Ruhr-Universität für sehr sinnvoll. Der Begriff "Lehre" deckt ja ohnehin "Studium" und "Studienreform" mit ab. Angesichts der Anforderungen am Arbeitsmarkt haben Weiterbildung bzw. Lebenslanges Lernen enorm an Bedeutung gewonnen. Und die neuen Medien gehören längst zur Lebenswirklichkeit der Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Sowohl beim Einsatz und der Verwendung neuer Medien wie auch auf den verschiedenen Feldern der Weiterbildung tut sich an der Ruhr-Uni enorm viel. Dies gilt es zu bündeln und zu koordinieren, damit auch in diesen Bereichen die RUB ein klares Profil bekommt.

RUBENS: Rektor Wagner hatte in der RUBENS angekündigt, Büros für die Prorektor/innen im Verwaltungsgebäude zu organisieren. Wie weit sind diese Planungen?
Prof. Ott: Sehr weit. Seit Mitte Januar bin ich auch in meinem Büro in der Verwaltung zu erreichen: 3. Etage, Raum 375.

RUBENS: Ein erstes großes Projekt in der Lehre ist die Marketing-Veranstaltung "Stufen bilden" am 13. und 14. Februar an der RUB. Worum geht es da?
Prof. Ott: Da die Ruhr-Uni bei gestuften Studiengänge deutschlandweit vorn liegt, möchte sie nun ihre Erfahrungen an andere Hochschulen weitergeben und gleichzeitig Zwischenbilanz ziehen nach zehn Jahren. Wir berichten also über die flächendeckende Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften sowie die konsekutive Lehrerausbildung, wir stellen unser Konzept des Optionalbereichs und unsere Überlegungen für ein umfassendes und an den neuen Erfordernissen orientiertes Beratungssystem vor. Wir werden ausführlich mit den auswärtigen Gästen diskutieren und hoffen auf kritische Fragen, die uns weiter voranbringen.

RUBENS: Welche weiteren Projekte stehen an?
Prof. Ott: Vorrangig geht es ums Beenden der großen Baustellen "Gestufte Studiengänge" und "Lehramtsausbildung". Noch im Januar soll die Prüfungsordnung für den Master of Education verabschiedet werden. Auch die gut funktionierende Kooperation im Schnittstellenbereich Schule - Hochschule, ich denke hier zum Beispiel an die sehr erfolgreiche Schüler-Uni, wird weiterentwickelt.

RUBENS: Gibt es darüber hinaus Ziele für Ihre Amtszeit?
Prof. Ott: Ich habe die eine oder andere Idee. Zum Beispiel könnten wir unsere Erfahrungen mit dem neuen Modell der Lehramtsausbildung für die Forschung nutzen. Diese Bildungsforschung könnte z.B. in ein Graduiertenkolleg zur Fachdidaktik münden, vielleicht zusammen mit einer ausländischen Universität.

RUBENS: Wie viel Zeit wird Ihnen voraussichtlich für Forschung und Lehre bleiben?
Prof. Ott: Deutlich weniger als vorher. Offiziell muss ich nur noch zwei Stunden lehren. Ich werde aber wohl mehr unterrichten. Zum einen braucht meine Fakultät die Lehrkapazität, vor allem aber brauche ich den regelmäßigen direkten Kontakt zu den Studierenden. Man sollte sich im Rektorat nicht zu weit davon entfernen, gerade wenn man für Lehre verantwortlich ist. Bei der eigenen Forschung sieht es etwas schwieriger aus. Natürlich werde ich meine Doktorandinnen und Doktoranden intensiv betreuen. Dann habe ich mit zwei Kolleg/innen aus Bielefeld gerade ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zu "Public Health Genetics" am ZIF genehmigt bekommen. Ich werde auch im Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bleiben. Vorrang haben jedoch die Aufgaben als Prorektorin.

RUBENS: Wie entspannen Sie sich nach der Arbeit?
Prof. Ott: Zum einen durch Fahrradfahren, vor allem nach einem sehr stressigen Tag, tut das gut. Zum anderen durch Gitarre spielen.

RUBENS: Eine bestimmte Musikrichtung?
Prof. Ott: Nein, eigentlich querbeet, je nach Stimmung.

RUBENS: Wissen Sie schon, was Sie heute Abend spielen werden?
Prof. Ott: Nein, noch nicht.

RUBENS: Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen für Ihre Amtszeit viel Erfolg!

Vita
Notburga Ott wurde am 23. März 1954 in Amberg geboren. Sie ist verheiratet und hat eine 25-jährige Tochter. Nach dem Abitur studierte sie Pädagogik, Mathematik und Volkswirtschaftslehre in Regensburg und Bielefeld. Sie beendete ihr Studium 1984 mit dem Diplom in VWL. Bis 1995 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim SFB "Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik" im Projekt "Mikrosimulation" und als wissenschaftliche Assistentin am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Uni Frankfurt am Main tätig. 1989 wurde sie mit einer spieltheoretischen Arbeit zur "innerfamilialen Arbeitsteilung" promoviert, 1996 habilitierte sie sich mit einer Arbeit über die Anwendbarkeit von Fuzzy-Mathematik in der Entscheidungstheorie. Nach Lehrstuhlvertretungen an der Humboldt-Uni Berlin (Finanzwissenschaft) und der Uni Bremen (Sozialpolitik) übernahm sie 1997 den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik in Bielefeld. 1998 wurde sie an die RUB auf den Lehrstuhl für "Sozialpolitik und öffentliche Wirtschaft" berufen. Otts aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind Haushaltsökonomik, Familienpolitik und Gesundheitswesen. In der Politikberatung hat sie sich mit Projekten im Auftrag von Bundes- und Landesministerien und auf kommunaler Ebene (z. B. Sozialbericht der Stadt Bielefeld) engagiert. Zuletzt war Prof. Ott Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaft.

jw

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Letzte Änderung: 01.02.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik