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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 77 |
1.
Februar 2003 |
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Phoenix unter
der Lupe
Medienwissenschaft
Phoenix, das ganze Bild - so lautet der Slogan des Ereignis-
und Dokumentationskanals von ARD und ZDF. Der europaweit
einmalige Sender wurde Ende der 1990er-Jahre aus der Taufe
gehoben und gilt seitdem als eine wichtigsten Informationsquellen
für Meinungsführer in Gesellschaft, Medien und
Politik. Nun wurde Phoenix erstmals auch wissenschaftlich
unter die Lupe genommen.
In einem medienwissenschaftlichen Hauptseminar der RUB
(Prof. Franz R. Stuke) wurde dabei nicht nur diese Forschungslücke
geschlossen. Zudem wurden auf innovative Weise Forschung,
Lehre und Praxis miteinander verknüpft. Die Teilnehmer
des Seminars erarbeiteten eigenständig die Forschungsfragen
und suchten die Lösungen zusammen mit hochrangigen
Verantwortlichen von Phoenix. Die beiden Programmgeschäftsführer
Bodo H. Hauser und Dr. Klaus Radke waren einige Male zu
Gast im Seminar und diskutierten ausführlich mit
den Studierenden. Diese hatten zuvor sieben Themenkomplexe
erarbeitet, mit denen sie Hauser und Radke konfrontierten:
Medienmanagement, Kommunikation, Planung, Ereignis, Dokumentation,
Programmcontrolling, Onlineangebot sowie Medienforschung.
Jedes dieser kommunikationswissenschaftlichen Standardgebiete
wurde von zwei bis drei Studierenden betreut und anschließend
per Hausarbeit dargestellt.
Doch damit noch nicht genug: Zusammen mit einer Seminarteilnehmerin
brachte Prof. Stuke die sieben wissenschaftlichen Aufsätze
(die im Übrigen in erster Linie beschreiben und nicht
werten) in Buchform heraus. "In dieser ersten wissenschaftlich
erarbeiteten Monografie über Phoenix können
sich die Leser nun selbst ein umfassendes Bild über
den Sender machen", erläutert Stuke, der außerdem
die Zusammenarbeit mit Phoenix "als ein gutes Beispiel
für die Offenheit einer TV-Institution im Dialog
zwischen Praxis und Wissenschaft" lobt.
Profitiert haben aber nicht nur die RUB und die Studierenden:
"Wir hatten auf diese Weise die Chance, schon
wenige Jahre nach Sendestart zu sehen, ob wir aus Sicht
der Wissenschaft unsere Ziele erreicht haben", erklärt
Bodo H. Hauser, der vielen Zuschauern noch vom ZDF-Magazin
"frontal" bekannt sein dürfte. Sein Kollege
Radke hebt außerdem die wissenschaftliche Neugier
der Studierenden hervor: "Ihr frischer und unverstellter
Blick ließ uns Dinge wahrnehmen, die uns sonst gar
nicht mehr aufgefallen wären."
ad
Franz R. Stuke, Sarah Weiser: "Das ganze Bild!?
Facetten des Fernsehsenders Phoenix", Bochumer Universitätsverlag,
Bochum 2002, 170 S., 19,90 Euro
ad
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