Lücke schließen
zwischen Grundlagen und Biotechnologie
Europäisches
Graduiertenkolleg startet
Eines der ersten Europäischen DFG-Graduiertenkollegs
startete Ende 2002 an der RUB: Gemeinsam mit ihren Kollegen
von der Rijksuniversiteit Groningen erforschen die RUB-Biologen
um Prof. Matthias Rögner nun "Regulatory Circuits
in Cellular Systems: Fundamentals an Biotechnological
Applications". Ziel des Graduiertenkollegs - eines
von nur drei europäischen in NRW - ist es, die Lücke
zwischen dem Verständnis grundlegender biologischer
Prinzipien und ihrer Anwendung in biotechnologischen Prozessen
zu schließen. Förderer ist neben der DFG auch
die Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek
(NWO).
Im Rahmen des Kollegs wollen deutsche und niederländische
Forscher grundlegende zelluläre Regulationsmechnismen
biotechnologisch relevanter Organismen erforschen und
auf ihre biotechnologische Anwendbarkeit prüfen.
Forschungsfelder sind z.B. die Produktion von Antibiotika
durch Pilze, die Verbesserung der Produktivität und
Stresstoleranz bei Pflanzen, die Biowasserstofferzeugung
durch Cyanobakterien und Grünalgen als zukünftiger
alternativer Energieträger. "Wir wollen mit
dem Kolleg die Grenzen zwischen grüner', roter'
und mikrobieller Forschung aufheben: Die jungen Forscher
sollen lernen, dass eine fundierte Ausbildung in den Schlüsseltechnologien'
sie dazu befähigt, auf verschiedensten Gebieten zu
arbeiten - unabhängig davon ob im industriellen oder
akademischen Bereich", so Prof. Rögner.
Mindestens sechs Monate im Ausland
Für das Graduiertenkolleg haben sechs Bochumer
und 13 Groninger Arbeitsgruppen ein gemeinsames Programm
erarbeitet. Jeder Doktorand wird während seines
dreijährigen Forschungsprojekts mindestens sechs
Monate an der jeweiligen ausländischen Hochschule
verbringen. Zum Programm gehören viele Kurse, die
neben allgemeinen Kenntnissen wie "Publizieren
in Englisch" oder "Projektmanagement"
verschiedene biotechnologische Forschungsmethoden vermitteln.
Darüber hinaus werden sich alle beteiligten Forscher
mindestens zweimal jährlich treffen, um Ergebnisse
auszutauschen und internationale Symposien abzuhalten.
Die Absolventen profitieren vor allem von der Internationalisierung
der Ausbildung: Sie müssen sich viel früher
auf internationaler Ebene bewähren als bisher und
Englisch als zweite Muttersprache trainieren. Zugleich
steigt das Niveau der Ausbildung durch den Vergleich
an die internationale Spitze. Zusammen mit frühen
und intensiven Kontakten zur Industrie über Workshops,
Exkursionen und Symposien verbessert das die Berufsaussichten
der Absolventen sowohl in der Industrie als auch in
der angewandten und Grundlagenforschung an Universitäten.
Infos im Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/egc-biotech
md
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