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RUBENS 76 2. Januar 2003

Stammzellen aus Nabelschnurblut reparieren Hirnschäden

Neue Nachwuchsforschergruppe an der RUB


Ob und wie Stammzellen aus Nabelschnurblut Hirn- und Nervenschäden, die bei der Geburt durch Sauerstoffmangel entstehen, reparieren können, wird Dr. Carola Meier (Anatomisches Institut der RUB) mit einer neuen Nachwuchsforschergruppe untersuchen: Sie ist eine von drei Gewinnern des Wettbewerbs "Nachwuchsgruppen im Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW", den das Ministerium für Wissenschaft und Forschung (MWF) ausgeschrieben hat. Ihre Gruppe wird für die nächsten fünf Jahre mit bis zu 1,25 Mio. Euro gefördert.
Wenn es während der Geburt zu Sauerstoffmangel kommt - weil sich z. B. die Nabelschnur um den Hals des Kindes gelegt hat - drohen lebenslange Schäden: Nervenzellen im Gehirn des Kindes werden nicht mehr ausreichend versorgt und sterben ab, regenerieren können sie sich kaum. Die betroffenen Kinder leiden z. B. unter Lähmungen, Bewegungsstörungen und Störungen der Sprachentwicklung, ähnlich wie Schlaganfallpatienten. Hoffnung auf Heilung solcher Schäden machen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut, die geschädigte Nervenzellen ersetzen können. Sie können in die geschädigte Hirnregion wandern, den Platz der toten Zellen einnehmen und sich selbst zu Nervenzellen entwickeln.
Gemeinsam mit ihren vier bis fünf Mitarbeitern will Dr. Carola Meier Stammzellen aus Nabelschnurblut gewinnen und diese für die Wiederherstellung geburtlich geschädigten Hirn- und Nervengewebes nutzbar machen. Hierzu wollen die Forscher die molekularen Mechanismen der Stammzell-Vermehrung und -Entwicklung aus Nabelschnurblut in Zellkulturen untersuchen und mit den Daten von embryonalen und adulten Stammzellen aus dem Knochenmark von Mäusen vergleichen. Besonders interessiert sie dabei, wie die Zellen nervengewebsspezifische Eigenschaften ausbilden: Dazu gehören u.a. elektrische Erregbarkeit und die Bildung von Schaltstellen (Synapsen) sowie ihre Verflechtungen. Außerdem wollen die Forscher die Wanderung der Nabelschnurblut-Stammzellen durch den Körper verschiedener Versuchstiere zu bestimmten Nervengewebsschädigungen verfolgen. So wollen sie weiterführende Erkenntnisse für die Therapie von geburtlichen Schädigungen des Nervengewebes gewinnen.


md
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Letzte Änderung: 02.01.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik