Stammzellen
aus Nabelschnurblut reparieren Hirnschäden
Neue Nachwuchsforschergruppe
an der RUB
Ob und wie Stammzellen aus Nabelschnurblut Hirn-
und Nervenschäden, die bei der Geburt durch Sauerstoffmangel
entstehen, reparieren können, wird Dr. Carola Meier
(Anatomisches Institut der RUB) mit einer neuen Nachwuchsforschergruppe
untersuchen: Sie ist eine von drei Gewinnern des
Wettbewerbs "Nachwuchsgruppen im Kompetenznetzwerk
Stammzellforschung NRW", den das Ministerium für
Wissenschaft und Forschung (MWF) ausgeschrieben hat.
Ihre Gruppe wird für die nächsten fünf
Jahre mit bis zu 1,25 Mio. Euro gefördert.
Wenn es während der Geburt zu Sauerstoffmangel
kommt - weil sich z. B. die Nabelschnur um den Hals
des Kindes gelegt hat - drohen lebenslange Schäden:
Nervenzellen im Gehirn des Kindes werden nicht mehr
ausreichend versorgt und sterben ab, regenerieren können
sie sich kaum. Die betroffenen Kinder leiden z. B. unter
Lähmungen, Bewegungsstörungen und Störungen
der Sprachentwicklung, ähnlich wie Schlaganfallpatienten.
Hoffnung auf Heilung solcher Schäden machen Stammzellen
aus dem Nabelschnurblut, die geschädigte Nervenzellen
ersetzen können. Sie können in die geschädigte
Hirnregion wandern, den Platz der toten Zellen einnehmen
und sich selbst zu Nervenzellen entwickeln.
Gemeinsam mit ihren vier bis fünf Mitarbeitern
will Dr. Carola Meier Stammzellen aus Nabelschnurblut
gewinnen und diese für die Wiederherstellung geburtlich
geschädigten Hirn- und Nervengewebes nutzbar machen.
Hierzu wollen die Forscher die molekularen Mechanismen
der Stammzell-Vermehrung und -Entwicklung aus Nabelschnurblut
in Zellkulturen untersuchen und mit den Daten von embryonalen
und adulten Stammzellen aus dem Knochenmark von Mäusen
vergleichen. Besonders interessiert sie dabei, wie die
Zellen nervengewebsspezifische Eigenschaften ausbilden:
Dazu gehören u.a. elektrische Erregbarkeit und
die Bildung von Schaltstellen (Synapsen) sowie ihre
Verflechtungen. Außerdem wollen die Forscher
die Wanderung der Nabelschnurblut-Stammzellen durch
den Körper verschiedener Versuchstiere zu bestimmten
Nervengewebsschädigungen verfolgen. So wollen sie
weiterführende Erkenntnisse für die Therapie
von geburtlichen Schädigungen des Nervengewebes
gewinnen.
md
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