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RUBENS 76 2. Januar 2003

Wie kommt Luft in die Paprika?

Fragen an den idw


Über den von der RUB-Pressestelle mitbetriebenen Expertenmakler des Informationsdienstes Wissenschaft (idw) erreichen uns regelmäßig höchst interessante und überraschend alltägliche Fragen, die wir häufig direkt an kompetente Wissenschaftler der Ruhr-Uni weiterleiten können. Ab sofort möchten wir in RUBENS über diese Fragen und Antworten informieren. Heute widmen wir uns einer Anfrage der Online-Redaktion der Zeitschrift Geo: Wie kommt Luft in die Paprika? Für die Lösung sorgt Prof. Dr. Thomas Stützel (Lehrstuhl Spezielle Botanik der RUB).
Manchmal sind die Antworten auf ganz simple Fragen recht kompliziert. Diese Frage könnte man auch umdrehen und fragen: Warum platzt die Paprika nicht wie ein Luftballon? Richtig und wichtig ist, dass in der Frucht nicht einfach ein Loch ist, über das ein simpler Druckausgleich erfolgen kann.
In grünen Geweben von Pflanzen finden gleichzeitig beide wichtigen Gasstoffwechselprozesse statt, die Photosynthese (Assimilation), bei der Kohlendioxid aus der Luft verbraucht und Sauerstoff aus der Spaltung von Wasser gewonnen wird und die Atmung (Dissimilation), bei der Kohlenstoff unter Verbrauch von Sauerstoff verbrannt wird.
Pflanzen schaffen es nun nicht nur, innere Hohlräume mit Gas zu füllen (das ginge sogar rein passiv durch Diffusion), manche können darin sogar einen Gasdruck aufbauen und die Zusammensetzung des Gasgemisches steuern. Die Innenwand der Frucht hat keine die Transpiration oder den Gasaustausch behindernde Oberfläche. Das sieht man gerade bei der Paprika ganz gut, wenn man innere und äußere Oberfläche vergleicht. Die Außenwand hat dagegen eine bewachste und cutinisierte Oberfläche, dafür aber Spaltöffnungen wie ein Blatt. Dort werden Gase aufgenommen und gelangen durch Diffussion in das Gewebe. Die produzierten Gase diffundieren wieder aus dem Gewebe hinaus, und zwar auf dem kürzesten Weg. Das kann sowohl nach innen in den Hohlraum als auch durch die Spaltöffnungen nach außen sein. Die "Luft" in der Paprika ist also nicht mit der Außenluft in Verbindung und deswegen eigentlich auch nicht einfach Luft, sondern ein Teil der in der Frucht beim Gasstoffwechsel anfallenden "Abgase".
Die Tomate bildet übrigens genau die gleichen Hohlräume. Allerdings werden diese durch die viel stärker wachsenden Samen fast vollständig ausgefüllt. Die durchsichtigen Strukturen in der Tomate sind nicht Teil der Fruchtwand, sondern Teil der Samenschale. Diese fleischige Samenschale bedingt den "Seife-in-der-Badewanne-Effekt": Wenn man versucht darauf zu beißen, flutscht der Same zwischen den Zähnen durch und es passiert fast nie, dass man einen Samen zerbeißt. So passieren die Samen unzerstört den Darm, ohne dass eine extrem harte Samenschale nötig wäre und der Esser trägt zur Ausbreitung bei. Die Paprika löst das Problem ebenfalls unter Vermeidung einer dicken (und damit energieaufwendigen) Samenschale. Die Samen sind hier so scharf, dass der Fruchtesser von sich aus alles tut, um das Draufbeißen zu vermeiden.

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Letzte Änderung: 02.01.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik