Minerale und
der Alltag im Universitätsinstitut
Geschichte
der Breslauer Geowissenschaften
Die mineralogischen und geologischen Sammlungen der
Universität Breslau zählten vor 1945 zu den
bedeutendsten ihrer Art in Deutschland. Ihnen widmet
sich der ehemalige Leiter der Zentralstelle für
Präparationstechnik der RUB, Hans Völkel,
in seinem Buch "Mineralogen und Geologen in Breslau",
das jetzt im Bode Verlag erschienen ist.
Völkels Abriss beginnt mit der Gründung
der Sammlungen im Jahre 1811 und endet 1945. Damit schließt
der Autor gleichzeitig eine Lücke, denn die einzige
Abhandlung über die Breslauer Sammlungen erschien
1868. Von der Zeit danach bis 1945 gab es nur wenige,
zum Teil weit zerstreute Veröffentlichungen, die
Völkel oft in nur schwer zugänglichen Bibliotheken
und Archiven aufstöberte. Bei der Suche nach Informationen
über die Sammlungen stieß Völkel auf
zahlreiche Dokumente über das mineralogische und
das geologische Institut der Uni Breslau, so dass er
nun zusätzlich das Institutsleben mitbehandeln
konnte.
Auf diese Weise entstand ein abwechslungsreiches Buch
mit zahlreichen Abbildungen von Steinen und Mineralien
einerseits sowie von Personen und Gebäuden andererseits.
Der Alltag im Institut wird durch viele Zitate und kleine
Begebenheiten greifbar. Man liest über geologische
Exkursionen und sieht die passenden Fotos dazu oder
erfährt detailliert, welche Veranstaltungen die
Studierenden beispielsweise im Wintersemester 1919/1920
besuchen konnten - das entsprechende Vorlesungsverzeichnis
ist im Buch abgebildet.
Das Erscheinen des Buches fällt mit dem 300. Geburtstag
der Uni Breslau zusammen. Am 15. November fand ein Festakt
in Breslau statt, an dem der polnische Präsident
Alexander Kwasniewski teilnahm. Zwischen der Uni Breslau
und der Ruhr-Uni besteht seit Juli 1988 ein Partnerschaftsvertrag,
der einen regen Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden
beinhaltet, z.B. in philologischen Fächern und
Biologie/Biochemie.
Hans Völkel wurde am 28. Oktober 1936 in Breslau
geboren. 1945 kam er als Flüchtling nach Niederbayern.
Zwischen 1951 und 1953 ließ er sich in einer niederrheinischen
Steinkohlenzeche zum Bergmann ausbilden. Ab 1956 arbeitete
er als Technischer Angestellter (Geologen- und Baugrundtechniker,
Bohrmeister sowie in Selbstausbildung geowissenschaftlicher
Präparator) im geologischen Institut der Westfälischen
Berggewerkschaftskasse in Bochum. 1965 kam er als geowissenschaftlicher
Präparator an das Mineralogische Institut der damals
neugegründeten Ruhr-Universität. 1971 richtete
Völkel die institutsübergreifende Zentralstelle
für Präparationstechnik der RUB ein, und 1976
gründete der Autodidakt die Höhere Berufsfachschule
für Präparationstechnische Assistenten. 1987
erhielt Hans Völkel die Ehrennadel in Gold der
Ruhr-Universität Bochum, im vorherigen Jahr wurde
er pensioniert.
Hans Völkel: "Mineralogen und Geologen in
Breslau. Geschichte der Geowissenschaften an der Universität
Breslau von 1811 bis 1945", Bode Verlag, Haltern
2002, 230 S., 28,50 Euro
Wir verlosen das Buch unter allen, die uns bis zum
31. Januar eine Postkarte schicken. Adresse: Rubens,
Pressestelle der RUB, UV 3/366, 44780 Bochum. Stichwort
ist die Antwort auf die Frage: Wie heißt die Ausgründung
der RUB, die das Bochumer Schädelimplantat herstellt?
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