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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Frisch gestrichen
und innen hohl
Büste
als Geschenk zur 300-Jahr-Feier der RUB-Partner-Uni
Über 50 Jahre lang war sie verschollen: die Büste
des großen Geologen Ferdinand Roemer. Der Forscher
hatte von 1855 bis zu seinem Tod 1891 an der Uni Breslau
gearbeitet, seine Büste hatte in zweifacher Ausfertigung
aus Bronze bzw. Marmor dort gestanden bis zum Ende des
Zweiten Weltkriegs. Seitdem ist sie unauffindbar. Dass
Roemer nun aber doch wieder in Breslau steht, ist Hans
Völkel, dem ehemaligen Leiter der Zentralstelle für
Präparationstechnik der RUB, zu verdanken: Er entdeckte
durch Zufall einen Gips-Abdruck der Büste im Museum
in Hildesheim, wohin ihn die Recherchen zu seinem
Buch "Mineralogen und Geologen in Breslau" (s.
Kasten) geführt hatten. "Die Gipsbüste
fand sich im Dachboden, unter vielen anderen. Nachdem
alle Formalitäten erledigt waren, durfte ich sie
ausleihen, um in Bochum einen Abdruck herzustellen",
erzählt Völkel. In seiner Werkstatt fertigte
er zunächst eine zweiteilige Form, in der dann die
neue Büste entstand. Mit einem Sockel und einem originalgetreuen
Anstrich versehen reiste Roemers Konterfrei dann gut verpackt
nach Polen. In seiner Begleitung befanden sich u. a. Hans
Völkel, der damalige Rektor Petzina und Kanzler Möller.
Die RUB-Delegation nahm an der Jubiläumsfeier zum
300-jährigen Bestehen der Partneruniversität
in Breslau teil und überreichte dort die Büste
als Geschenk. Sie setzt dort nun auch ein politisches
Zeichen: Denn Roemer gehört zur deutschen Geschichte
Breslaus - ein empfindliches Thema für viele Deutsche
und Polen, wie Hans Völkel als gebürtiger Breslauer,
der im Krieg fliehen musste, aus eigener Erfahrung weiß:
"Die Beziehungen werden immer schwierig sein, der
Wandel braucht seine Zeit." Aber dass die Büste
wieder in Breslau steht, zeige, dass die Öffnung
im Kommen sei. Roemers Form aus der Werkstatt von Hans
Völkel wurde übrigens gleich ein zweites Mal
gebraucht: Die nächste Büste wird nach Amerika
reisen. Roemer gilt nämlich auch als "Vater
der Geologie von Texas".
md
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