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RUBENS 76 2. Januar 2003

Leserbriefe

Schüler-Uni Bochum


Reaktion von den "unsolidarischen Physikern" auf Ihren Artikel "Voll, Voll, Voll ...", Rubens 75 vom 1. Dezember
Als Dozent der in Ihrem Artikel angesprochenen Physik-Lehrveranstaltung im HZO 60 möchte ich aus meiner Sicht einige Punkte klarstellen: Bei dieser vierstündigen regelmäßigen Veranstaltung (Di und Fr 10-12 h) handelt es sich um eine Pflichtveranstaltung für das dritte Semester, für deren Übungen sich nachweislich 87 Teilnehmer eingetragen haben. Zum fraglichen Zeitpunkt haben nach meiner Zählung 100 Studierende (und nicht wie von Ihnen behauptet 50) an der Vorlesung teilgenommen. Bei dieser Hörerzahl erschien mir ein Hörsaal mit 152 Plätzen angemessen. Ein Hörsaal mit 83 Plätzen wäre auch für uns zu klein gewesen. Dies habe ich Herrn Kollegen Bovermann auch bei seiner telefonischen Anfrage mitgeteilt. Prof. Dr. Roland Schlickeiser

Leserbrief zum Editorial von Dr. Josef König aus RUBENS Nr. 75:
Der Pressesprecher der Ruhr-Universität mag Herbert Grönemeyer und "Musik nur, wenn sie laut ist" - mit Fortissimo und Schmackes muss sie die Hörer vom Sitz reißen. Nicht nur die Hymne der Deutschen fällt deshalb bei ihm im Vergleich zur englischen oder französischen glatt durch. Wem jedoch das französische oder englische Pathos Schmerzen bereitet, erholt sich vielleicht gerne bei den lyrischen Qualitäten der Melodie Haydns. König wirft sie gemeinsam mit der Hymne der Ruhr-Universität in den Mülleimer "gemächlicher Musik". Als Privatmann ist das sein gutes Recht. Ein Verwerfungsmonopol im Namen der Universität besitzt er gleichwohl nicht - und das ist gut so. Zu einer fairen Auseinandersetzung hätte es gehört, auch eine Gegenposition zu Wort kommen zu lassen: Audiatur et altera pars. Vorsicht, Latein! Nicht, dass auch ich hier unverstanden bleibe, wie es König dem Text der Uni-Hymne attestiert: Konservativ sei er und habe mit dem wirklichen Leben nichts zu tun. Warum verhindert König als Leiter der herausgebenden Pressestelle dann nicht den Abdruck des Universitätssiegels auf jeder RUBENS-Seite? Sollte es ihm bisher entgangen sein, dass es Prometheus und Epimetheus zeigt, genau diejenigen, von welchen auch der Text der Hymne handelt? Hoffentlich erwachen durch diesen Hinweis keine schlafenden Hunde mit der Folge, dass König im nächsten Editorial das Emblem der Universität auf den Müllhaufen der Geschichte wirft. Vorbeugend sei gefragt, worin der falscher Zungenschlag zu sehen ist, wenn der Latinist Wilfried Stroh die Geschichte von Prometheus und Epimetheus auf witzig ironische Weise textlich umsetzt. Mit Bedacht wählten vor fast 40 Jahren die Gründungsmütter und -väter der Universität die beiden mythologischen Figuren als Patrone. Prometheus ist als Feuerdieb gewissermaßen der Urvater fortschrittlichen Denkens; Epimetheus personifiziert den bedächtig Abwägenden. Wenn eine Universität sich eine Hymne wählt, worin diese beiden lebendigen Kardinaltugenden auf Wissenschaft und Forschung bezogen werden, hat dies sehr wohl etwas mit dem heutigen Leben zu tun. Wer sich nur auf zeitgebundene Leitbilder und modische Trends beschränkt, riskiert, nach dem Ende seiner Ära etwas Unzeitgemäßes geschaffen zu haben. Der mythologische Inhalt dürfte die Hymne davor bewahren. Auch deren Musik hat Substanz. Nicht Marschtritt, sondern tänzerischer Schwung ist ihr eigen. Das ist wohltuend. Mit dem Kehrvers "Salve, salva..." hat Jaskulsky sogar einen Ohrwurm produziert; das wird selbst ein König kaum leugnen können. Und dass sie zur Uraufführung noch nicht Viele mitsingen konnten, rechtfertigt doch nicht den Wunsch nach ihrem schnellem Verschwinden, sondern - im Gegenteil - nach häufigerem Erklingen. Wer konnte 1984 schon Grönemeyers Bochum-Lied auf Anhieb mitsingen? Sowohl der Text als auch die Musik der Hymne sind, um wiederum mit den Worten Grönemeyers zu sprechen, "besser, viel besser,
als man glaubt". Holm Putzke

Betr. RUB-Hymne (Editorial) in: RUBENS 75 vom 1. Dezember 2002
Die Kritik an einer unzeitgemäßen lateinischen RUB-Hymne kann ich gut nachvollziehen. Manche werden sich allerdings fragen, warum man dazu einen auswärtigen Latinisten bemühen musste: Gibt es keine Latinisten an der RUB? Es gibt sie, aber sie wurden nicht gefragt, ja nicht einmal informiert. Warum wohl? Vermutlich weil sie gesagt hätten, dass eine lateinische Hymne nicht zum Heute passe. Moderne Latinistik besteht eben nicht darin, die lateinische Sprache zu reanimieren; worin moderne Latinistik besteht, kann man z.B. im letzten RUBIN-Heft nachlesen. Prof. Dr. Reinhold F. Glei (Seminar für Klassische Philologie)


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