Abends an der
RUB
Begehung
des Campus
"Sie wollen immer nur die hellen Stellen sehen und
ich immer nur die dunklen", sagte die Gleichstellungsbeauftragte
Andrea K. Kaus irgendwann im Laufe des Abends zu Kanzler
Gerhard Möller - und fasste damit die Begehung des
Campus in einem Satz zusammen: Sie führte sowohl
an helle als auch an dunkle Plätze der RUB.
Etwa 15 Leute spazierten Ende November knapp zwei Stunden
lang kreuz und quer über den Campus, um - grob gesagt
- die Sicherheit auf Plätzen und Wegen zu untersuchen.
Neben Gleichstellungsbeauftragter und Kanzler waren u.a.
einige Vertreter des Dezernats 5 (Technische Hochschulbetriebe)
und die Personaldezernentin Dr. Gabriele Frohnhaus unterwegs.
Man suchte Stolperfallen wie defekte Bodenplatten oder
schiefe Treppenstufen und vergewisserte sich, ob es überall
hell genug ist. Wurde ein eindeutiger Missstand ausgemacht,
sprach Diplomingenieur Karl-Heinz Otto (Dez. 5) in sein
Diktiergerät, nannte den Ort und den Schaden. Ausgebessert
(Platten) oder ergänzt (Lichtquellen) wird möglichst
schnell.
Doch nicht immer waren sich die Spaziergänger einig.
Andrea Kaus zum Beispiel kann es nirgends hell genug sein,
Dezernent Johannes Schevel (Dez. 5) hat jedoch nicht genug
Geld, um überall neue Lampen installieren zu lassen
und Gerhard Möller kennt stets einen alternativen,
helleren Weg.
So ist es wohl momentan an der RUB: Es gibt zum Teil sehr
gut beleuchtete Parkmöglichkeiten für Frauen
(hinter ND, hinter GA, unterm Forum) und es gibt einige
wirklich helle Straßen (z. B. G-Süd, N-Süd),
aber es gibt weiterhin dunkle Ecke (beispielsweise zwischen
IC und Lennershof-Siedlung oder im Bereich zwischen NA,
Audimax und Mensa). Wer von A nach B will, findet wohl
stets einen einigermaßen hellen Weg, dieser muss
allerdings nicht unbedingt der direkte Weg sein.
Optimal wird es gewiss so schnell nicht werden, denn dafür
gibt es keine ausreichenden finanziellen Mittel. Ein einziger
neu gestrichener und taghell ausgeleuchteter Parkbereich
unterm Forum (für vielleicht 50, 60 Autos) kostet
in der Anschaffung rund 100.000 Euro und muss nun auch
noch unterhalten werden, erklärt Dezernent Schevel.
An anderen möglichen Verbesserungen scheiden sich
die Geister: Notrufsäulen beispielsweise verbreiten
je nach Gutachten Unsicherheit (Wo welche stehen, muss
es wohl gefährlich sein) oder Sicherheit (Wo welche
stehen, kann Hilfe nicht fern sein). Sie stellen nach
Ansicht mancher zudem ein Ziel für Vandalismus dar
- und bis wirklich Hilfe kommt, vergeht sowieso zu viel
Zeit.
SELBSTVERTEIDIGUNG
Selbstbehauptungskurse gibt es bei verschiedenen Anbietern:
Die Polizei hat im Februar/März noch Plätze
frei, Anmeldung unter 0234/909-4055). Das Frauenbüro
der RUB hat noch Plätze in Selbstverteidigungskursen
am 8./9. Februar frei, s. http://www.ruhr-uni-bochum.de/frauenbuero/
. Kostengünstige Selbstverteidigungskurse bietet
auch die Karategruppe des Hochschulsports an: Für
6,50 Euro monatlich wird freitags von 18 bis 19.30 Uhr
in Hattingen Oberwinzerfeld in der Schule an der Wagnerstraße
trainiert. Infos und Anmeldung unter 02325/795871, 0160/1646296
und unter http://www.rub.de/karate.
Das Frauenbüro hat einen Runden Tisch initiiert,
an dem sich die Gleichstellungsbeauftragten aller Bochumer
Hochschulen, der Stadt und des Akafö zum Thema
Sicherheit Gedanken machen wollen. Angedacht sind z.
B. Sammeltaxen.
Das Autonome FrauenLesbenreferat des AStA sammelt Unterschriften
für sicherere Wege und plant kostenlose Selbstverteidigungskurse
sowie eine Mitgehkartei als E-Mail-Dienst. Mehr Infos
stehen unter http://www.rub.de/frles
und unter http://www.gemeinsam-gegen-gewalt.de.vu.
Bei Notfällen auf dem Campus hilft die Leitwarte
unter Tel. 0234/32-23333, intern: 3333.
ad/md
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