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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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MA: Das rote
Haus
Serie:
Gebäude der RUB
Jeder von uns kann sich sicher noch an sein erstes
Semester an der RUB erinnern. Wer hat sich da anfangs
nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt
nach einem Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02
und mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine
Garderobe wie in GC? RUBENS liefert die Antworten - diesmal
welche zum Gebäude MA.
Die Bochumer Medizinerausbildung ist absolutes Neuland
in Deutschland. Ende der 60er Jahre entstand hier ein
Modell, das die theoretisch-medizinischen Lehrstühle
- die sog. Campus-Medizin - mit den klinischen Abteilungen
in den Krankenhäusern bzw. Spezialabteilungen der
Region vereint. Während die Studierenden in den zu
Universitätskliniken ernannten Krankenhäusern
in den klinischen Fächern ausgebildet werden, ist
die Campus-Medizin an der RUB im Gebäude MA angesiedelt.
Das Gebäude findet sich direkt im nördlichen
Eingangsbereich der RUB, an beiden Seiten umrahmt von
den zweistöckigen Flachbauten MAFO und MABF. Nur
bei genauerem Hinschauen kann der Besucher noch die roten
verwaschenen Streifen auf der Fassade ausmachen. Wenn
auch äußerlich etwas ergraut, pulsiert in den
acht Stockwerken des Gebäudes das Leben.
Dreh- und Angelpunkt für die 920 Studierenden der
vorklinischen Semester ist die Ebene 0. Brötchen,
Bildung, Bücher, dies alles können die Studierenden
hier erwerben bzw. kurzfristig ausleihen. Schwärme
von Studierenden sitzen in ihren Pausen direkt im Eingangsbereich
vor der Cafeteria bzw. den vier Hörsälen. Diese
finden sich im Flachbau MABF. Der HMA 10, mit über
400 Sitzplätzen der größte, hebt sich
mit seinem grellen Orange weithin sichtbar vom übrigen
grau der Wände ab. Regelmäßig wird er
auch für Tagungen und Informationsveranstaltungen
genutzt.
Kein Mucks hingegen ist zu hören aus der Bibliothek
der Medizinischen Fakultät, die etwas versteckt direkt
hinter HMA 10 liegt. Ein offenes Ohr bei Hürden im
Studium finden die Studierenden ebenfalls auf der O-Ebene
in ihrer Fachschaft und im Studiendekanat. Erst vor wenigen
Monaten ist das Studiendekanat aufgrund von Asbestsanierungen
vom ersten Stock in die einladenden, hellen Räume
gezogen. Die Service- und Anlaufstelle ist morgens für
studentische Belange geöffnet. Und derer gibt es
viele: Nicht nur Skripte, Broschüren und Merkblätter
aller Art liegen bereit. Eine wesentliche Aufgabe des
Studiendekanats ist es, die Veranstaltungen so zu organisieren,
dass jeder Medizinstudent die verschiedenen Universitätskliniken
im Umfeld des Campus rechtzeitig erreicht. Etwas kühler
ist es schließlich in den Präpariersälen.
Im MABF auf Ebene 0 lernen die Anatomiestudenten in den
Wintersemestern in den sog. Präp-Kursen schrittweise
am Menschen die Eingeweide sowie die Lagebeziehungen der
inneren Organe kennen.
Zellbiochemiker, Pharmakologen und viele weitere medizinische
Fachrichtungen teilen sich die sechs oberen Stockwerke
im Gebäude. Aber auch Nicht-Mediziner finden ihren
Weg hierher. In einem Impfraum im ersten Stock können
Fernwehsüchtige im Institut für Hygiene-, Sozial-
und Umweltmedizin gegen Malaria und die Daheimgebliebenen
gegen den jeweils aktuellen Grippevirus geimpft werden.
Fünf Stockwerke höher werden im Institut für
Molekulare Humangenetik Vaterschaftstests durchgeführt
oder auch zukünftige Eltern humangenetisch beraten.
Fast scheint es jedoch so, dass wie so häufig
der Weg das eigentliche Ziel ist. Denn das gewünschte
Institut zu finden, stellt Uneingeweihte vor wahrlich
große Herausforderungen. Einmal in den oberen
Stockwerken angekommen, ist es beispielsweise kaum mehr
möglich, vom Südteil des Gebäudes in den
nördlichen Bereich zu gelangen. Auffällig häufig
stößt der Suchende im Gebäude MA auf verschlossene
Türen, die den Eintritt bzw. Durchgang in die vielen
Sicherheitsbereiche der einzelnen Institute bzw. Laboratorien
verwehren. Denn der einzige Durchgang, der befindet sich
"bei Los", auf Ebene 01, dort wo auch die "guten
Geister des Gebäudes", die Hausmeister ihr Reich
haben.
Alexandra
Heyer
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