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RUBENS 76 2. Januar 2003

Generationenwechsel an der RUB

Editorial

Die NRW Hochschulen haben kürzlich eine Ergänzung zum Qualitätspakt unterzeichnet, in der der Teufel im Detail steckt (siehe Bericht). Mit ihm wird nun das neue Rektorat und die Fakultäten sehr genau rechnen müssen, wenn es in den nächsten, finanziell sehr schwierigen Jahren den Generationenwechsel in der RUB zu meistern hat.
Bis Ende 2007 scheiden 27% (105 von 388) der Professoren aus Altersgründen aus, darunter 64 Lehrstuhlinhaber (C 4), deren Wiederbesetzung sehr kostenträchtig sein kann, und 41 C 3 Professoren, für deren einmalige Ausstattung mit Sachmitteln und Hiwis das Rektorat bereits 1998 Pauschbeträge festgelegt hat (ca. 5.000 Euro für Geistes- und ca. 15.000 für Ingenieur- und Naturwissenschaftler). Wie viele weitere Berufungs- und Bleibeverhandlungen anstehen werden, weil Professoren Rufen anderer Hochschulen folgen oder durch plötzliche Todesfälle Lehrstühle vakant werden, lässt sich gar nicht absehen.
So teuer es auch werden kann - mit dem Ausscheiden so vieler Hochschullehrer ist auch die Chance verbunden, die Zukunft zu planen, Strukturen weiter zu verbessern. Viele der Neuen werden die nächsten 20 bis 30 Jahre in der RUB bleiben.
Herausgefordert von einem deutlichen Neuanfang sind besonders jene Fächer, die fast die Hälfte ihrer Hochschullehrer verlieren, z.B. die Evangelische Theologie, in der bis 2007 fünf Lehrstühle und eine C 3-Professur vakant werden. Auch die Historiker (einschl. Kunstgeschichte, Archäologie) stehen vor der Aufgabe, in den kommenden fünf Jahren acht Lehrstuhlinhaber und zwei C 3-Professoren ersetzen zu müssen - verdiente Wissenschaftler mit hoher Reputation, wie kürzlich das CHE in seinem Forschungsranking festgestellt hat. Teuer könnte es auch für die Bauingenieure und die Elektro- und Informationstechniker werden, die je fünf Lehrstühle neu besetzen müssen - in experimentellen Fächern muss häufig viel Geld in Technik und Großgeräte investiert werden. Andere haben es hinter sich, wie die Chemiker, die ihre Planung erfolgreich abgeschlossen haben.
Rektorat und Fakultäten teilen sich die Kosten solcher Berufungen zumeist hälftig. Dabei kann manche Berufung je nach Wissenschaftsbereich schon mal eine halbe Mio. Euro kosten. Nach Modellrechnungen der LRK beträgt der Reinvestitionsbedarf für die RUB mehr als 8,2 Mio. Euro jährlich, eine Summe, die nicht annähernd zur Verfügung stehen wird, auch dann nicht, wenn man die Mittel aus dem Qualitätspakt oder investive Drittmittel einbezieht.
Die zukünftige Aufgabe für Rektorat und Fakultäten ist schwierig genug: Trotz sinkender Mittel die RUB konkurrenzfähig zu halten, gute neue Wissenschaftler und Lehrende zu gewinnen und in der Drittmitteleinwerbung die Spitzenposition weiterhin auszubauen, und das bei sich verschlechternder Grundausstattung. Viel Fortüne ist notwendig bei Quadratur des Kreises.

jk
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Letzte Änderung: 02.01.2003| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik