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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Generationenwechsel
an der RUB
Editorial
Die NRW Hochschulen haben
kürzlich eine Ergänzung zum Qualitätspakt
unterzeichnet, in der der Teufel im Detail steckt (siehe
Bericht). Mit ihm wird nun das neue Rektorat und die Fakultäten
sehr genau rechnen müssen, wenn es in den nächsten,
finanziell sehr schwierigen Jahren den Generationenwechsel
in der RUB zu meistern hat.
Bis Ende 2007 scheiden 27% (105 von 388) der Professoren
aus Altersgründen aus, darunter 64 Lehrstuhlinhaber
(C 4), deren Wiederbesetzung sehr kostenträchtig
sein kann, und 41 C 3 Professoren, für deren
einmalige Ausstattung mit Sachmitteln und Hiwis das Rektorat
bereits 1998 Pauschbeträge festgelegt hat (ca. 5.000
Euro für Geistes- und ca. 15.000 für Ingenieur-
und Naturwissenschaftler). Wie viele weitere Berufungs-
und Bleibeverhandlungen anstehen werden, weil Professoren
Rufen anderer Hochschulen folgen oder durch plötzliche
Todesfälle Lehrstühle vakant werden, lässt
sich gar nicht absehen.
So teuer es auch werden kann - mit dem Ausscheiden so
vieler Hochschullehrer ist auch die Chance verbunden,
die Zukunft zu planen, Strukturen weiter zu verbessern.
Viele der Neuen werden die nächsten 20 bis 30 Jahre
in der RUB bleiben.
Herausgefordert von einem deutlichen Neuanfang sind besonders
jene Fächer, die fast die Hälfte ihrer Hochschullehrer
verlieren, z.B. die Evangelische Theologie, in der bis
2007 fünf Lehrstühle und eine C 3-Professur
vakant werden. Auch die Historiker (einschl. Kunstgeschichte,
Archäologie) stehen vor der Aufgabe, in den kommenden
fünf Jahren acht Lehrstuhlinhaber und zwei C 3-Professoren
ersetzen zu müssen - verdiente Wissenschaftler mit
hoher Reputation, wie kürzlich das CHE in seinem
Forschungsranking festgestellt hat. Teuer könnte
es auch für die Bauingenieure und die Elektro- und
Informationstechniker werden, die je fünf Lehrstühle
neu besetzen müssen - in experimentellen Fächern
muss häufig viel Geld in Technik und Großgeräte
investiert werden. Andere haben es hinter sich, wie die
Chemiker, die ihre Planung erfolgreich abgeschlossen haben.
Rektorat und Fakultäten teilen sich die Kosten solcher
Berufungen zumeist hälftig. Dabei kann manche Berufung
je nach Wissenschaftsbereich schon mal eine halbe Mio.
Euro kosten. Nach Modellrechnungen der LRK beträgt
der Reinvestitionsbedarf für die RUB mehr als 8,2
Mio. Euro jährlich, eine Summe, die nicht annähernd
zur Verfügung stehen wird, auch dann nicht, wenn
man die Mittel aus dem Qualitätspakt oder investive
Drittmittel einbezieht.
Die zukünftige Aufgabe für Rektorat und Fakultäten
ist schwierig genug: Trotz sinkender Mittel die RUB konkurrenzfähig
zu halten, gute neue Wissenschaftler und Lehrende zu gewinnen
und in der Drittmitteleinwerbung die Spitzenposition weiterhin
auszubauen, und das bei sich verschlechternder Grundausstattung.
Viel Fortüne ist notwendig bei Quadratur des Kreises.
jk
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