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RUBENS 75 1. Dezember 2002

Warten auf die Lehre

Serie: Archivsplitter

Schenkt man dem Vorlesungsverzeichnis Glauben, war die Aufnahme eines Medizinstudiums in Bochum bereits zum WS 65/66 (dem ersten Semester der RUB) möglich. Die Abteilung für Naturwissenschaftliche Medizin bot drei Lehrveranstaltungen an - in der Bochumer Friederikastraße und in Köln bei Prof. Faillard. Allerdings standen diese Veranstaltungen wohl nur auf dem Papier, denn zum einen gab es noch gar keine immatrikulierten Medizinstudenten und zum anderen hatte man hier "besondere Aufnahmebedingungen" gestellt.
Von einem regulären Studium konnte erst ab dem WS 67/68 gesprochen werden, als bereits drei Medizinische Abteilungen eingerichtet waren. Der Löwenanteil des Lehrangebots entfiel dabei auf den Bereich Praktische Medizin - in Essen. Die dortigen Städtischen Krankenanstalten waren, nach einem Zwischenspiel als Klinikum II der Uni Münster, zum 1.8.1967 in die RUB integriert worden.
Der durch diesen Akt forcierte Aufbau der Uni Bochum geriet wenige Jahre später im Bereich der Medizin jedoch gehörig ins Stocken. Am augenfälligsten wurde dies 1972, als infolge der Übernahme der Kliniken durch die gerade begründete Universität/GH Essen in Bochum praktisch zwei gesamte Abteilungen wegbrachen. Die Uni konnte den eigenen Absolventen des Vorklinikums nun keine Möglichkeit zur Fortsetzung ihrer Ausbildung bieten, da auch die Planungen für den jahrelang unumstrittenen Aufbau eines eigenen Klinikums keineswegs gradlinig und mit Nachdruck betrieben worden waren. Die Landesregierung fürchtete eine zu starke Vermehrung der Bettenzahl im Raum Bochum und zögerte die endgültige Zustimmung zur 1. Ausbaustufe hinaus.
Der scheinbar erlösende Beschluss erfolgte am 28.4.1970. Der Minister berief daraufhin am 25.5.1971(!) einen Beirat ein, dessen Empfehlungen 480 Betten (auf dem Campus) im ersten Bauabschnitt und mindestens 1.440 Betten in der Endstufe vorsahen; die Ausbildung von jährlich 300 Allgemein- und 100 Zahnmedizinern erfordere zusätzliche Ausbildungsstätten. Neben zwei Kliniken des Landschaftsverbandes wurden - wie schon 1966 - die Krankenanstalten "Bergmannsheil" vorgeschlagen.
Das Kabinett segnete die Empfehlungen 1973 ab, und im Staatshochbauamt beauftragte man ein knappes Jahr später eine Architektengemeinschaft mit der Ausfertigung der Entwürfe: Baubeginn 1976, Inbetriebnahme 1979 - so die hoffnungsvollen Prognosen. Spätestens ab 1975 jedoch verabschiedete sich die Landesregierung sukzessive von einem Klinikum in Bochum. Die finanziellen Bedenken wurden u. a. dadurch genährt, dass Bochum inzwischen auf der Prioritätenliste des Wissenschaftsrates weit nach hinten gerutscht war.
"Warten auf die Lehre" - so titelte die "RUB aktuell" im Januar 1976, als die Haltung der Regierung immer offener zutage trat. Seit knapp vier Jahren stand die neu begründete Abteilung für Theoretische Medizin (ab 1978 Abt. f. Theoretische und Klinische Medizin) nun schon bereit, ohne dass sie ihren Aufgaben nachkommen konnte. So griff man Überlegungen aus dem Jahr 1974 auf. Sie sahen die Ausbildung in Krankenhäusern vor, die sich nicht in der Trägerschaft des Landes befanden. Schließlich startete zum WS 76/77 ein Vorlauf zum "Bochumer Modell" des Unterrichts in klinischer Medizin. Möglich wurde dies durch die Bereitschaft von Ärzten und Krankenhausträgern, sich ohne rechtliche Absicherung am Experiment zu beteiligen. Die Landesregierung, die den Vorstoß angesichts der kurzen Antragsfrist lediglich duldete, konnte sich den Fakten nicht mehr verschließen, gab im Januar 1977 ihr Einverständnis zu dem "Versuch" und unterzeichnete am 15.6.1977 die ersten Verträge mit den Krankenhausträgern. Erfolg und Effizienz der Ausbildung wurden sehr bald offensichtlich. Trotzdem dauerte es mehr als zwei Jahrzehnte bis zur Entfristung des "Bochumer Modells" und damit einhergehend zur Umbenennung in "Klinikum der Ruhr-Universität Bochum" (24.6.98). Heute gehören hierzu neun Krankenhäuser. Jörg Lorenz
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Letzte Änderung: 01.12.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik