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RUBENS 75 1. Dezember 2002

Vom Verschlüsseln und Entziffern

RUBIN 2/ 2002 ist da

Um Hackern das Handwerk zu legen, werden sie selbst welche: RUB-Krypotologen vom Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit versuchen mit ausgeklügelten Tricks, den neuen weltweiten Verschlüsselungsstandard AES zu knacken und damit seine Sicherheit auf die Probe zu stellen. AES ist eine Art Enigma der Moderne, ein raffiniertes Zusammenspiel einzelner Komponenten, das Bits blockweise vertauscht und mit Hilfe eines geheimen Schlüssels manipuliert, damit sie für Angreifer unleserlich sind. Mit herkömmlichen Attacken, z.B. dem einfachen Ausprobieren aller möglichen Schlüssel, ist dem neuen System im Gegensatz zum bisher benutzten nicht beizukommen, dazu bräuchte es schon einen Quantencomputer. Aber es gibt andere Mittel und Wege: Die Forscher setzen an einer erst kürzlich entdeckten möglichen Schwachstelle im System an und nutzen mathematische Tricks, mit denen vielleicht der Einbruch gelingen kann. Aber auch wenn das nicht klappen sollte, bietet AES genug Herausforderungen. Seine gewollte Komplexität macht ihn unhandlich - daher versuchen die Forscher wiederum mit Mathe-Tricks, den Algorithmus mit möglichst geringer Rechenleistung umzusetzen, sehr zum Wohle von Anwendungen wie Smart Cards, Handys oder Laptops.
Verschlüsselte Informationen knacken auch die Altphilologen vom Seminar für Klassische Philologie - aber sie haben es dabei nicht mit Bits und Bytes zu tun: Sie sind auf der Suche nach alten Handschriften in neulateinischer Sprache, die noch nicht ins Deutsche übersetzt sind. Der größte Teil davon schlummert noch in Bibliotheken und Archiven, und diese Schätze zu heben, erfordert detektivische Kleinarbeit. Ein Hinweis auf eine bestimmte Schrift kann eine heiße Spur, manchmal aber auch nur ein Phantom sein. Können die Forscher die Schrift tatsächlich entdecken, ist die Freude groß - und die kommende Arbeit noch größer: Nicht nur der Zahn der Zeit macht die Manuskripte nämlich oft unleserlich, auch die häufig verwirrende und altertümliche Interpunktion will erst einmal verstanden sein. Außerdem sind die Texte meist nicht eben in Sonntagsschrift verfasst, oft korrigiert, über- und ineinandergeschrieben. Bis zum fertigen Buch mit kritischem Apparat, der die Übersetzungsarbeit nachvollziehbar macht, ist es ein weiter Weg. Wer ihn mitgeht, weiß auf jeden Fall: Eine tote Sprache, an der es nichts mehr zu entdecken gibt, ist Latein nicht.

Die vollständigen Beiträge lesen Sie in RUBIN 2/2002, wo sie auch folgende Themen finden: Nanopartikel in Niedertemperaturplasmen: Staub aufwirbeln mit Methode; Herzkranzgefäßerkrankungen: Kein Rückfall mehr - durch Gen-Transfer; Mit "Virtual Tunnelling" dicht unter den Kellern entlang; Rechts oder links - wie das Gehirn den Rückweg findet; Gewalt in Computerspielen: "Es ist doch nur ein Spiel ...?"; Warum nicht alles alle krank macht - Das Berufsgenossenschaftliche Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin (BGFA) stellt sich vor. RUBIN ist für 2,50 Euro in der Pressestelle der RUB erhältlich und steht im Internet unter www.rub.de/rubin.

md
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Letzte Änderung: 01.12.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik