Wir wollen Sie
loswerden!
Grenzenlos:
Auslandsmesse im Audimax
Was ist das denn bitteschön für eine Uni,
die sich an die Fahne schreibt "Wir wollen Sie
loswerden" - und explizit ihre Kunden, also die
Studierenden, weghaben will? Ganz ehrlich: Das ist eine
sehr fürsorgliche und zudem äußerst
moderne Uni. Sie schickt ihre Studierenden zu deren
eigenem Wohl fort - und nimmt sie nach der Reise mit
offenen Armen wieder im Empfang.
Und warum das alles? Ob Bildungspolitiker, Wirtschaftsvertreter,
Freunde oder Bekannte: Alle reden heute von der Internationalisierung
und Globalisierung und davon, dass nichts mehr geht
ohne Praxiserfahrung im Ausland und ohne das vertragssichere
Beherrschen mindestens einer europäischen Fremdsprache.
Wer diese hohen Anforderungen erfüllen will, muss
eine Zeitlang im Ausland leben, am besten während
des Studiums. Deshalb zeigt die RUB ihren Studierenden
und Dozenten sowie interessierten Schülern am 21.
November, wie sie am besten von hier wegkommen. Unter
dem Motto "Grenzenlos" steigt im Audimax eine
Auslandsmesse, bei der sich alles nur um eines dreht:
"Studieren und Arbeiten im Ausland".
An rund 30 Ständen informieren Aussteller aus aller
Welt (Partneruniversitäten der RUB, Ministerien,
Fördereinrichtungen etc.) einen Tag lang über
Studienmöglichkeiten, Praktika und Stipendien im
Ausland. Weitere spannende Infos zum Auslandsaufenthalt
liefern Vorträge und Diskussionen.
Es gibt aber nicht nur allerhand zu hören, sondern
auch einiges zu sehen und zu schmecken. Beinahe den
ganzen Tag (und vor allem am Abend) laufen tänzerische
und musikalische Darbietungen im Audimax; Kulinarisches
wird ebenfalls serviert: im Audimax sowie eine ganze
Woche lang in der Mensa von den Köchen der Partneruniversität
der RUB in Shanghai. ad
Grenzenlos - Studieren und
Arbeiten im Ausland, 21. November 2002. Das Programm
10- 18 h, ca. 30 Informationsstände im Audimax
Foyer
11 h, offizielle Begrüßung und Eröffnung
durch den Rektor der RUB, Foyer Audimax
11.30-16 h, Rahmenprogramm, Kurzvorträge, Musikbegleitung,
Chatroom und Internet-Café mit Apple
16-17.30 h, Diskussionsforum (Panel) im Audimax Saal
mit Dr. Sabine Rollberg (arte Redaktion WDR), Prof.
Jeff Peck (York University, Toronto), Thomas Nehls (ARD-Studio,
New York), Jurij Rescheto (Deutsche Welle Berlin und
WDR Köln); das Thema lautet: "Virtuell oder
real? Auslandsaufenthalt im 21. Jahrhundert (Reicht
der Blick ins Internet? Oder geht doch nichts über
Koffer packen und los?)"
18 h, Ende der Veranstaltung, anschließend Abendprogramm
Kurzvorträge
Finnland-Institut: "Wege in den hohen Norden -
Studium und Praktikum in Finnland"
Französische Botschaft: "Deutsch-Französische
Austauschprogramme"
Institut Ranke-Heinemann: "Praktika in Australien"
PAD. "Fremdsprachenassistent im Ausland"
The British Council. "Studieren in Großbritannien"
ZAV: "Jobs und Praktika im Ausland"
Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V.:
"Entwicklungs- und Friedensdienst als berufliche
Perspektive" (inkl. Film)
Auswärtiges Amt: "Ihr Arbeitsplatz: Die ganze
Welt - Das Auswärtige Amt stellt sich vor"
Verena Schmidt, B.A. M.Sc.: "Ein Praktikum in der
Europäischen Kommission: Wie kommt man da dran?
Wie läuft es ab? Was bringt es?"
Hinzu kommen Vorträge von der Fulbright-Kommission,
vom DAAD und von der Aral AG Frau Gomez
Die Aussteller
Arbeitsamt Bochum; Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe
e.V. (AGEH), Köln; Auswärtiges Amt, Bonn;
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung,
Bonn; Bundesverwaltungsamt, Köln; Carl Duisberg
Gesellschaft, Köln; Council on International Educational
Exchange e.V. CIEE, Berlin; DAAD, Bonn; Deutscher Entwicklungsdienst
DED, Bonn; ESN, AIESEC, IAESTE, Elsa (Studierendenorganisationen),
Bochum; Finnland-Institut, Berlin; Französische
Botschaft, Bonn; Fulbright-Kommission, Berlin; Hobsons
(Verlag), Konstanz; Institut Francais, Düsseldorf;
Institut Ranke-Heinemann Education Australia, Essen;
Landesspracheninstitut NRW, Bochum; Ministerium für
Bundes- und Europaangelegenheiten NRW; Pädagogischer
Austauschdienst PAD, Bonn; The British Council, Berlin;
ZAV, Bonn; Uni Tours; Tongji Universität Shanghai;
Uni Oviedo; Uni Istanbul; Universität Krakau; Utrechter
Netzwerk; Institut für Deutschlandforschung &
CUBUS; Sokrates-Beauftrate der RUB und Akademisches
Auslandsamt; Zentrale Studienberatung und KoBra.
Salsa-Party
Zum Abschluss von Grenzenlos wird die Nacht des 21.
November komplett kubanisch: mit Salsa-Party und Kino
im Audimax. Ab 18 h wird der Film "Buena Vista
Social Club" gezeigt. Anschließend veranstaltet
boSKop im Foyer eine große Salsa-Party: Ab 19.30
h gibt es ein kurzes Warm-up im Salsa-Tanz mit einem
kubanischen Salsatänzer. Ab 20 h wird die Band
"Seis del Son" live das Flair der Karibik
auf die Bühne und das Foyer zum Kochen bringen.
Das deutsch-kubanische Sextett spielt klassischen Son,
Mambo, Merengue, Cha Cha Cha, Boleros und Latin Jazz.
Damit die Kuba-Nacht ganz stilecht zelebriert werden
kann, gibt es Cocktails und Zigarren. Miriam Morek
Serie: Unsere Partneruniversitäten
- Tours: Am Ufer der Loire
Als am 5. Mai 1967 der damalige Rektor der RUB,
Prof. Heinrich Greeven, mit seinem Amtskollegen der
Universität Orléans-Tours, Prof. Gérald
Antoine, einen Partnerschaftsvertrag schloss, war die
Entwicklung, die die Zusammenarbeit nehmen würde,
noch nicht absehbar. Man sprach sich dafür aus,
"nach Kräften alle Möglichkeiten der
Begegnung und des Austausches in Lehre und Forschung
zu bieten" sowie einen Beitrag "zur Festigung
freundschaftlicher Bande zwischen ihren Völkern"
zu leisten.
Das französische Unterrichtministerium entließ
1969 die Universität François Rabelais Tours
aus dem Hochschulverbund mit Orléans, so dass
sich die Einrichtung selbständig erweitern konnte
und heute - 220 km südlich von Paris gelegen -
einen beachtlichen studentischen Einzugsbereich aufweist.
Zurzeit sind 22.000
Studierende eingeschrieben in den großen Fakultäten
Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Naturwissenschaften,
Medizin, Pharmazie, Raumplanung und Umwelttechnik, Ingenieurwissenschaften,
Geisteswissenschaften sowie dem Zentrum für Renaissancestudien.
Die "junge" Universität François
Rabelais konnte mit der Neugründung 1967 und der
zwei Jahre später erlangten Selbständigkeit
an eine lange Tradition der Lehre und Forschung anknüpfen.
Gatien, Bischof der Stadt Caesarodunum (später
Tours), gründete im frühen Mittelalter eine
medizinische Fakultät, die zur Zeit Karls des Großen
durch eine Ecole Rhétorique, Vorläufer einer
Geisteswissenschaftlichen und Philosophischen Fakultät,
ergänzt wurde. In der Renaissance galt Tours mitsamt
der Touraine als eines der bedeutendsten geistigen Zentren
in Frankreich. Rabelais, Ronsard, Michel Colombe, Leonardo
da Vinci sind Kinder der Touraine oder wählten
sie zu ihrem Lebensmittelpunkt, wie auch später
de Descartes, de Vigny, Balzac oder Anatole France.
Wie bereits erwähnt, verfolgt der Partnerschaftsvertrag
hehre Ziele. Doch welche Kräfte haben schließlich
gewirkt, um neben impliziten Zielen der Völkerverständigung
den Austausch zwischen beiden Universitäten zu
ermöglichen? Ohne Einschränkung ist festzustellen,
dass die Kooperation mit Tours beispielhaften Charakter
für die deutsch-französische Zusammenarbeit
in diesem Bereich hat. Ein Vertrag zur Doppeldiplomierung
von neuphilologischen Fächern wurde bereits von
vier Jahren abgeschlossen. Eine fachliche Erweiterung
auf Grundlage dieses Vertrags, der nun auch die gestuften
Studiengänge in die Äquivalenzregelungen einschließt
und damit eine Erweiterung darstellt, ist mit der Fakultät
für Geschichtswissenschaft erfolgt. Nachdem die
zuständigen Universitätsgremien diesem Vertrag
zugestimmt haben, wird er im Rahmen von "Grenzenlos"
von beiden Rektoren unterzeichnet werden. Des Weiteren
existieren Kooperationen zwischen den Fakultäten
für Rechtswissenschaften und Medizin, die die Anerkennung
von Studien- und Prüfungsleistungen regeln. Das
Modell der gegenseitigen Anerkennung von Studien- und
Prüfungsleistungen, das zur Doppeldiplomierung
von Studiengängen führt, soll in beiden Universitäten
auf andere Studiengänge übertragen werden.
Eine Partnerschaft lebt nur, wenn auf allen Ebenen intensive
Kontakte geknüpft und gepflegt werden. Neben einem
regen Dozentenaustausch findet ein jetzt regelmäßiger
Austausch im Bereich des nichtwissenschaftlichen Personals
statt. Bilanzen und Statistiken langweilen in der Regel
in einem Artikel - aber die Zahl der Studierenden, die
ein Semester oder ein Studienjahr an der Gasthochschule
verbringen, ist erheblich und rundet das Bild einer
engen und erfolgreichen Zusammenarbeit ab. Interessierte
Studierende, die ihr Fachstudium an der Université
François Rabelais fortsetzen wollen, wenden sich
bitte an das Akademische Auslandsamt, das über
die Stipendienmöglichkeiten (Partnerschaftsstipendien,
DAAD, Sokrates, Praktikum und Finanzierungsmöglichkeiten
durch das Deutsch-Französische Jugendwerk) informiert.
Jürgen Niemeyer
Erfahrungen aus Erster Hand: Zwei Jahre Shanghai
In Shanghai leben, chinesischen Studenten Deutschunterricht
geben, Eindrücke von diesem großen fremden
Land sammeln - und zwar ohne Chinesischkenntnisse oder
Asienerfahrung?! Das wird in jedem Fall persönlichen
Gewinn bringen; schlimmstenfalls wird man reicher an
Lebenserfahrung. Mit dieser Einstellung nahm ich das
Stellenangebot der Shanghaier Tongji-Universität
- zu chinesischen Konditionen - an.
Die anfänglichen Bedenken wichen bald der Begeisterung
über ein Leben, in dem sich Tag für Tag neue,
stets überraschende Herausforderungen stellten.
In dieser Zeit nahm ich in der Begegnung mit den unterschiedlichsten
Menschen fasziniert an deren Lebenswelten und Lebensweisen
teil, erkundete und entdeckte die rasant aufstrebenden
Megastädte ebenso wie die Provinzen dieses exotischen
Landes, erfuhr das Aufeinandertreffen chinesischer und
deutscher Kultur, aß in Garküchen am Straßenrand
wie auf feierlichen Festbanketten, rang mit der chinesischen
Sprache und ihren unzähligen Dialekten. So wurden
aus dem geplanten einen bald zwei Jahre - eine Zeit
des Dazulernens und der persönlichen Entwicklung
im intensiven Kontakt mit einer fremden Gesellschaft
und ihrer Kultur.
Beim Besuch der "Gartenstadt" Suzhou ist
mir eingefallen, dass China im Grunde mit einem traditionellen
chinesischen Garten zu vergleichen ist, der so raffiniert
angelegt ist, dass sich bei jedem Schritt ein völlig
neuer Ausblick auf die Anlage mit ihren Elementen aus
Felsen, Wasser, Gebäuden und Vegetation eröffnet.
Ähnlich kann man im riesigen komplexen China stets
nur einen winzigen Ausschnitt der Realität wahrnehmen:
"China, der boomende Tigerstaat Asiens"; "China,
das Entwicklungsland"; "China, einer der letzten
kommunistischen Staaten der Welt"; "China,
wo ein ungebremster Kapitalismus tobt"; "China,
das Land des Buddhismus und des Tai-Chi"; "China,
ein Land von Karaoke-Fans und Computerspielern"
... Während man eine Facette betrachtet, vernachlässigt
man automatisch die unzähligen anderen.
Als Ausländer(in) ist das Leben in China daher
immer aufs Neue spannend, reizvoll, faszinierend. Und
- ich stelle das sachlich, ohne Jammern, fest - es ist
oft genug anstrengend, überfordernd und geht an
die Substanz. Mit hellen Haaren und "langer Nase"
befindet man sich unfreiwillig in einer Art permanenter
"Big Brother"-Show und ist die Attraktion
der Straße. Doch gerade diese Neugier eröffnet
die Möglichkeit, näheren Kontakt zu den Menschen
herzustellen. Wer sich darauf einlässt, wird mit
einem unschätzbaren Reichtum heimkehren. Almut
Körting
Erfahrungen aus Erster Hand: Ein Jahr Australien
Der kleine, von Palmen gesäumte Campus der Edith
Cowan University in Perth empfing mich am Beginn meines
einjährigen Auslandsstudium in Australien. Nach
dem Stress der vergangenen Monate, die mit dem Organisieren
eines Auslandsstudiums (Austauschprogramm AEN der RUB)
verbunden waren, wurde ich von freundlichen und hilfsbereiten
Ansprechpartnern der Uni begrüßt.
Das australische Studiensystem war zunächst gewöhnungsbedürftig,
es unterschied sich stark von einem Studium der Geisteswissenschaften
in Deutschland. Am Department for Media and Communications
erwartete mich ein stärker verschultes und praxisnäheres
Undergraduate System. Ich musste sehr viele Essays schreiben.
Dadurch war es etwas schwierig, sich auf ein Thema zu
konzentrieren und daran vertiefend zu arbeiten. Dies
änderte sich in meinem zweiten Semester, dass ich
an der Macquarie University in Sydney absolvierte. In
den dortigen Postgraduate Kursen gab es mehr Freiheiten
und sehr freundliche und zuvorkommende Dozenten. Dadurch
und wegen des engen Kontakts zwischen den Studenten
fühlte ich mich richtig wohl und zu Hause.
Nebenbei lernte ich die australische Kultur kennen.
Das war außerordentlich spannend, da es sich größtenteils
um eine Einwanderungsgesellschaft mit asiatischem Einfluss
handelt. Hinzu kommt das Gefühl, früh morgens
kurz nach Sonnenaufgang mit dem Surfbrett an den Strand
zu laufen, ein paar dieser kristallklaren Wellen zu
surfen, danach in die Dusche zu steigen und anschließend
mit einem breiten Grinsen zur Uni zu fahren
- das ist einfach einmalig. Florian Hoof
Grenzenlos im Netz: http://www.ruhr-uni-bochum.de/grenzenlos/
ad
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