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RUBENS 74 1. November 2002

Buchtipp für Stotterer

Kampfkunst als Selbsttherapie

Montagmorgen. Eine Übung zu Texten der neueren deutschen Literatur, 10 Uhr, 15 Minuten. Und auch Sekunden. Für den Stotterer sind diese Sekunden viel wichtiger. Das Schweigen soll aufhören, das schlechte Gewissen wird sonst zu stark. Nichts wünscht sich der Stotterer mehr, als dass die Diskussion endlich weiter geht. Natürlich wüsste auch er etwas zu sagen. Gestern noch hat er bis spät in die Nacht mit einem Stapel Bücher am Schreibtisch gesessen, im Kopf große Ideen gesponnen, das Gefühl gespürt, wie es ist, Zusammenhänge zu erkennen, die vielleicht kein anderer begreift. Energie hat er verspürt, Kraft und Euphorie. Aber tief in seinem Inneren hat er die Stimme gehört: "Weißt du noch, wie es war, als du das letzte Mal versucht hast, dich zu beteiligen? Weißt du noch, wie anstrengend das gewesen ist? Hast du Lust, wieder zu versagen?"
Nein, er möchte nicht versagen. Er möchte nicht, dass seine Kommilitonen ihm dabei zusehen, wie er versucht, sein Wissen aus seinem erstarrten Hals zu pressen. Er ist sich sicher, dass sich das nie ändern wird. So bleibt er lieber ruhig, bleibt bei dem Eindruck, den die anderen von ihm haben: Der hat keine Lust auf das Seminar! So war es in der Schule, so ist es in der Uni, und wahrscheinlich wird es auch im Beruf so sein: Der Stotterer bleibt Stotterer, zurückgezogen, seine Energie verdrängend, stumm.
Ich war lange Jahre so ein Stotterer. Von erfolglosen Therapien und depressiven Gedanken gestraft, die Frage im Kopf: Soll ich weiter studieren? Oder soll ich endlich mit der Lebenslüge aufhören, dass ich es zu etwas bringen könnte?
Es kommt aber häufig anders. So machte ich im Laufe meines Studiums zwei glückliche Bekanntschaften, die mich zu meinem eigenen Lehrer werden ließen. 1999 lernte ich "WingTsun (WT)" kennen, einen effektiven Selbstverteidigungsstil, der die Kraft des Gegners aufsaugt und sie gegen ihn verwendet. Zwei Jahre später nahm ich am Stotterer-Training von Hans Liebelt teil. Dieses ganzheitliche Training (Atemtechnik, Meditationen, Stressbewältigung, psychologische Arbeit) gab mir neue Kraft.
Heute bin ich voller Zuversicht und Energie. Was mir früher undenkbar erschien, mein Leben zu genießen und Kraft an andere weiterzugeben, ist heute Wirklichkeit. Nach fast zweijähriger Meditations- und Atempraxis geht es mir richtig gut! Seit Oktober 2002 leite ich für meinen Lehrer eine WT-Schule in Herne, und ich bin Co-Trainer im Stotterer-Training. Ich stecke mitten in den Abschlussprüfungen meines Germanistik-Studiums an der RUB. Im Dezember beginne ich eine Ausbildung zum Transaktionsanalytiker. Das ist eine psychologische Ausbildung, die meine Arbeit im Stotterer-Training kompetenter machen wird.
Nun habe ich auch ein Buch veröffentlicht, in dem ich meinen Weg beschreibe und WT sowie das Stotterer-Training erläutere - und vor allem anderen helfen möchte. "Endlich fließt's! - Kampfkunst als Selbsttherapie" ist bei www.active-books.de herunterzuladen. Björn Germek

Infos: www.active-books.de; www.stotterer-training.de; www.wt-bochum.de; Kontakt zu Björn Germek: bjoern.germek@stotterer-training.de ad
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Letzte Änderung: 31.10.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik