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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 74 |
1.
November 2002 |
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Integrative
Systeme am Menschen
Herbstakademie
an der RUB
Der Forschung am Menschen
war die erste Herbstakademie "How to Study Integrative
Systems in Man" gewidmet, die vom 29. September
bis 3. Oktober 2002 im Internationalen Begegnungszentrum
(IBZ) der Ruhr-Universität stattfand. Veranstaltet
wurde sie von der Abteilung für Angewandte Physiologie
der Medizinischen Fakultät (Prof. Marianne E. Schläfke,
PD Dr. Thorsten Schäfer) zusammen mit der Arbeitsgruppe
Angewandte und klinische Physiologie sowie Pathophysiologie
der Deutschen Physiologischen Gesellschaft.
Alle 30 Plätze waren ausgebucht, von Medizinstudenten
aus frühen und fortgeschrittenen Semestern über
Ärzte in Patientenversorgung und Forschung bis zum
Chefarzt und Emeritus. Zusammen mit den 24 Referenten
aus Aachen, Bochum, Frankfurt, Jena, Mainz und Marburg
wurden ganz unterschiedliche Aspekte der Forschung am
Menschen vorgestellt, diskutiert und in praktischen Kursen
auch ausprobiert: Welche gesetzlichen und ethischen Grundlagen
sind zu beachten? Welche Typen von Studien sind prinzipiell
möglich? Wie kann die Qualität gesichert werden?
Wie erhebt man die Daten und wertet sie aus? Welche neuen
Analyseverfahren stehen zur Verfügung? Wie kann man
die Ergebnisse am besten präsentieren? Welche Rolle
spielen die Ethik-Kommissionen? Was ist bei Anträgen
zu beachten?
In kleinen Gruppen wurde erläutert, demonstriert
und ausprobiert, wie man "integrative Systeme"
am Menschen untersuchen kann: Messungen des Blutdrucks,
der Blutgefäßreaktionen und des Blutflusses,
der kardialen Elektrophysiologie, des Muskeltonus, der
sportphysiologischen Leistung, des Atmungsantriebs, des
Schlafes und der Wachsamkeit zogen die Teilnehmer in ihren
Bann. Mit großem Engagement beteiligten sich Abteilungen
und Kliniken der Ruhr-Universität an der Ausgestaltung,
unter ihnen Prof. Dr. Trampisch und Dr. Lange (Abteilung
für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie),
Prof. Dr. Trappe (Medizinische Klinik II, Marienhospital
Herne), PD Dr. Schulz und Dr. Jendrusch (Sportmedizin),
PD Dr. Duchna (Medizinische Klinik und Poliklinik, Bergmannsheil),
PD Dr. Kotterba (Neurologische Klinik, Bergmannsheil),
PD Dr. Spittler (Neurologische Klinik, Knappschaftskrankenhaus).
Für dieses erste Experiment wurde keine Teilnahmegebühr
erhoben. Dies kam bei den Teilnehmern besonders gut an
und wurde nur durch den ehrenamtlichen Einsatz der Referenten
und die freundliche Unterstützung durch die Gesellschaft
der Freunde der Ruhr-Universität und Partnern aus
der Industrie möglich. So gaben die Ressortleiter
der Klinischen Forschung der Aventis Pharma Informationen
aus erster Hand. Die Firmen Radiometer, Weinmann und Heinen
und Löwenstein beteiligten sich durch finanzielle
und apparative Unterstützung.
Den Höhepunkt der Herbstakademie bildete der Dienstagabend:
Als "Special Event" der angewandten Physiologie
gab es ein Klavierkonzert mit Werken von Liszt, Dvorák
und Mendelssohn-Bartholdy im Theatersaal des Musischen
Zentrums. Außergewöhnlich war, dass sich
die beiden Leipziger Pianisten Gottlebe und Ebert während
des Konzertes Atmung, Energieverbrauch und Herzfrequenz
messen ließen. Das
Publikum hörte das virtuose Klavierspiel und konnte
sich live anhand der projizierten Messdaten buchstäblich
davon überzeugen, wie sehr diese Musik zu Herzen
geht. Es gab allerdings noch mehr Kunst: So führte
Universitätsmusikdirektor Dr. Hans Jaskulsky, unterstützt
durch einen Mitarbeiter der Firma Klais, die Klais-Orgel
im Audimax vor; es folgte ein Orgelkonzert mit Prof. Trappe
(Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Marienhospital
Herne), der buchstäblich alle Register zog.
Wir selbst ziehen die Konsequenzen aus der Evaluation:
Die positive Resonanz der Teilnehmer und Referenten ("Die
Herbstakademie sollte unbedingt kultiviert und wiederholt
werden") ermuntert uns, eine Fortsetzung im Jahr
2003 zu planen. Thorsten
Schäfer
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