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RUBENS 73 1. Oktober 2002

Jeder 5. Euro kommt von der EU

Europäischer Forschungsraum

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung können deutsche Wissenschaftler sehr wohl von der europäischen Forschungsförderung profitieren. So hat die Europäische Kommission Anfang 2000 die Initiative "Hin zu einem Europäischen Forschungsraum" gestartet. Sie wird vom 6. Rahmenprogramm (2002-2006) der EU mit einem Finanzvolumen von 17.500 Mio. Euro unterstützt. Forschungsaktivitäten sollen vernetzt und strukturiert werden. Die Mobilität soll gesteigert und eine gemeinsame Herangehensweise der nationalen Förderer bei der Umsetzung ihrer Programme erreicht werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat außerdem eine "bessere Einbindung der EU-Förderprogramme in die BMBF-Programme" angeordnet.
Was bedeutet das für die Wissenschaftler der RUB? Das Problem ist allseits bekannt. Bei der Einwerbung von Drittmitteln ist ein DFG- oder BMBF-Antrag schnell ausgefüllt. Einen EU-Antrag zu stellen ist im Vergleich hierzu komplizierter, kostet viel Vorbereitungszeit und die Chancen auf Bewilligung liegen weitaus niedriger. Jedoch darf man die europäische Gesamtentwicklung nicht aus den Augen verlieren: Neue europäische Exzellenz-Netzwerke werden nicht nur für einen EU-Antrag gebildet, sondern auch für die zukünftige wissenschaftliche Zusammenarbeit, die einen echten langfristigen Mehrwert mit sich bringt. Eine Wirkungsstudie des BMBF zeigt außerdem, dass beim Prozentsatz der EU-Förderung nicht die EU-unterstützende Projektförderung des BMBF vergessen werden darf. An der RUB stehen somit knapp 20 % der gesamten Drittmitteleinwerbung im Zusammenhang mit der EU-Politik.
Nationale und europäische Forschungsförderung sind nicht zwei unabhängig voneinander existierende Instrumente. Sie wirken schon jetzt ineinander. Das 6. Rahmenprogramm und der Bologna-Prozess (s. Kasten) werden diese Entwicklung noch erheblich verstärken, so dass aus forschungs- und bildungspolitischer Sicht eine interessante Zukunft bevorsteht.
"Hin zu einem europäischen Forschungsraum" bedeutet auch, dass sich jeder einzelne Wissenschaftler den Herausforderungen der Drittmitteleinwerbung in Europa stellen muss. Die Beratungs- und Informationsstelle Forschungsförderung (BIF) unterstützt die Wissenschaftler der RUB bei dieser Aufgabe. Dr. B. Felten und M. Baudzus, www.ruhr-uni-bochum.de/bif

Hintergrunddaten
1999 Bologna-Erklärung: 29 Staaten haben sich verpflichtet, bis 2010 den "Europäischen Hochschulraum" zu verwirklichen (www.bmbf.de/2103_4503.html).
2000 Lissabon-Prozess: Die Europäische Union soll bis 2010 zur "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaft" weltweit werden.
ad
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Letzte Änderung: 01.10.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik