Ausgerechnet
am 11. September
Stromausfall
an der RUB
Man befürchtete das Schlimmste,
als nachmittags gegen zwei auf einmal alle Bildschirme schwarz wurden und
die Lichter ausgingen. Der Strom war ausgefallen - ausgerechnet am 11. September.
Bange Blicke zum Himmel hier, erboste Blicke auf geplatzte Experimente dort.
Während letztere nicht mehr zu retten waren, kam der Strom nach etwa
zehn Minuten wieder - und der Ausfall hatte nichts mit Terrorismus zu tun,
sondern mit dem Stromlieferer RWE: Beim Arbeiten im Umspannwerk Laer war
ein Kurzschluss entstanden.
Während der zehn Minuten - und des restlichen Tages - hatten die Mitarbeiter
des Technischen Zentrums (TZ) der RUB fieberhaft gearbeitet. Sie registrierten
um exakt 13.42 h einen vollständigen Spannungsausfall an beiden voneinander
unabhängigen, 30.000 Volt starken, Einspeisungen der Stadtwerke. Sämtliche
Normalnetz- und Notnetz-Verbraucher waren dadurch stromlos. Alle Abluftanlagen,
Zuluftanlagen, Druckerhöhungsanlagen, Heizungs- und Kältepumpen
und alle Aufzüge standen still, die gesamte Beleuchtung war ausgefallen.
"In solchen Fällen läuft vollautomatisch
ein Notfallprogramm, das halbjährlich geprüft wird", erklärt
Diplomingenieur Karl-Heinz Otto (Dezernat 5, Technische Hochschulbetriebe).
Zunächst wurde der Teil des Stromversorgungsnetz der RUB
vom Stadtwerke-Netz getrennt, der sicherheitsrelevante Verbraucher versorgt,
sprich das sog. Notnetz. Etwa 150 Batterieanlagen versorgten kurzfristig
u.a. die Anlagen für Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldung, Leittechnik
und Rechner sowie den Notausschalter für Laborstrom und Gasversorgung.
13-Stunden-Tag
Gleichzeitig erfolgte - weiterhin automatisch - per Druckluft der Start
von vier Dieselnotstromaggregaten (4,8 Megawatt, 10.000 Volt). Nach dem
Erreichen der Nenndrehzahl wurden die Generatoren auf das Notnetz geschaltet
- nur 15 Sekunden später war das Notnetz betriebsbereit und löste
die Batterieanlagen ab; diese wurde automatisch nachgeladen. Nun konnten
z. B. die Aufzüge in die Evakuierungsebene fahren und die Fahrgäste
aussteigen. Zeitgleich sprang die Notbeleuchtung an. Auch die Abluftanlagen
liefen (mit reduzierter Leistung) wieder und erzeugten einen definierten
Unterdruck sowie eine gerichtete Luftströmung in den Gebäuden.
Eine Gefährdung z.B. durch Chemiedämpfe wurde so verhindert.
Ebenfalls wieder in Betrieb gingen die Druckerhöhungsanlagen (sie
sind wichtig für Augennotduschen und Feuerlöscheinrichtungen)
sowie die wichtigsten Heizungs- und Kältepumpen, die Feuerlöschanlagen,
die CO-Absauganlagen in den Parkhäusern, die Rauchabzugsventilatoren
und andere Sicherheitseinrichtungen.
Um 13.52 h schließlich war das Stadtwerke-Netz wieder in Betrieb
und die Versorgung der RUB mit Strom, Wasser, Wärme und Fernkälte
war weitgehend gesichert. 21 Mitarbeiter des Dezernats 5 beseitigen nun
diverse Störungen und kontrollierten die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs-
und Sanitäranlagen. Um 18.10 h war der normale Zustand wieder hergestellt
- und die letzten Mitarbeiter verließen nach einem 13-stündigen
Arbeitstag die RUB. Für Karl-Heinz Otto war es dennoch ein erfreulicher
Tag, er konstatiert: "Sämtliche Sicherheitseinrichtungen
haben planmäßig funktioniert." ad
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