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RUBENS 73 1. Oktober 2002

Ausgerechnet am 11. September

Stromausfall an der RUB

Man befürchtete das Schlimmste, als nachmittags gegen zwei auf einmal alle Bildschirme schwarz wurden und die Lichter ausgingen. Der Strom war ausgefallen - ausgerechnet am 11. September. Bange Blicke zum Himmel hier, erboste Blicke auf geplatzte Experimente dort. Während letztere nicht mehr zu retten waren, kam der Strom nach etwa zehn Minuten wieder - und der Ausfall hatte nichts mit Terrorismus zu tun, sondern mit dem Stromlieferer RWE: Beim Arbeiten im Umspannwerk Laer war ein Kurzschluss entstanden.
Während der zehn Minuten - und des restlichen Tages - hatten die Mitarbeiter des Technischen Zentrums (TZ) der RUB fieberhaft gearbeitet. Sie registrierten um exakt 13.42 h einen vollständigen Spannungsausfall an beiden voneinander unabhängigen, 30.000 Volt starken, Einspeisungen der Stadtwerke. Sämtliche Normalnetz- und Notnetz-Verbraucher waren dadurch stromlos. Alle Abluftanlagen, Zuluftanlagen, Druckerhöhungsanlagen, Heizungs- und Kältepumpen und alle Aufzüge standen still, die gesamte Beleuchtung war ausgefallen.
"In solchen Fällen läuft vollautomatisch ein Notfallprogramm, das halbjährlich geprüft wird", erklärt Diplomingenieur Karl-Heinz Otto (Dezernat 5, Technische Hochschulbetriebe). Zunächst wurde der Teil des Stromversorgungsnetz der RUB vom Stadtwerke-Netz getrennt, der sicherheitsrelevante Verbraucher versorgt, sprich das sog. Notnetz. Etwa 150 Batterieanlagen versorgten kurzfristig u.a. die Anlagen für Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldung, Leittechnik und Rechner sowie den Notausschalter für Laborstrom und Gasversorgung.

13-Stunden-Tag

Gleichzeitig erfolgte - weiterhin automatisch - per Druckluft der Start von vier Dieselnotstromaggregaten (4,8 Megawatt, 10.000 Volt). Nach dem Erreichen der Nenndrehzahl wurden die Generatoren auf das Notnetz geschaltet - nur 15 Sekunden später war das Notnetz betriebsbereit und löste die Batterieanlagen ab; diese wurde automatisch nachgeladen. Nun konnten z. B. die Aufzüge in die Evakuierungsebene fahren und die Fahrgäste aussteigen. Zeitgleich sprang die Notbeleuchtung an. Auch die Abluftanlagen liefen (mit reduzierter Leistung) wieder und erzeugten einen definierten Unterdruck sowie eine gerichtete Luftströmung in den Gebäuden. Eine Gefährdung z.B. durch Chemiedämpfe wurde so verhindert. Ebenfalls wieder in Betrieb gingen die Druckerhöhungsanlagen (sie sind wichtig für Augennotduschen und Feuerlöscheinrichtungen) sowie die wichtigsten Heizungs- und Kältepumpen, die Feuerlöschanlagen, die CO-Absauganlagen in den Parkhäusern, die Rauchabzugsventilatoren und andere Sicherheitseinrichtungen.
Um 13.52 h schließlich war das Stadtwerke-Netz wieder in Betrieb und die Versorgung der RUB mit Strom, Wasser, Wärme und Fernkälte war weitgehend gesichert. 21 Mitarbeiter des Dezernats 5 beseitigen nun diverse Störungen und kontrollierten die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen. Um 18.10 h war der normale Zustand wieder hergestellt - und die letzten Mitarbeiter verließen nach einem 13-stündigen Arbeitstag die RUB. Für Karl-Heinz Otto war es dennoch ein erfreulicher Tag, er konstatiert: "Sämtliche Sicherheitseinrichtungen haben planmäßig funktioniert." ad

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Letzte Änderung: 01.10.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik