Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 73
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 73 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 73 1. Oktober 2002

Geschlecht und Proteine

Die ersten Juniorprofessoren sind da

Der Besprechungsraum auf der dritten Etage der Univerwaltung zählt nicht zu den Prunksälen der RUB. Doch kann auch hier ein netter Sektempfang über die Bühne gebracht werden, zumindest im kleineren Kreis. Am ersten Montag im September gehörten diesem Kreis unter anderem der Rektor, der Prorektor für Forschung, die Personaldezernentin und der Kanzlervertreter an.
Im Mittelpunkt standen allerdings die ersten beiden Juniorprofessoren der RUB, die vor dem Sekt ihre Urkunden und Arbeitsverträge überreicht bekamen - aus der Hand und zuvor unterschrieben vom Rektor. Dieses Vorgehen soll nachdrücklich unterstreichen, dass die Juniorprofessoren unabhängig forschen und lehren können und keinem Lehrstuhl zugeordnet sind (ansonsten hätte ein Lehrstuhlinhaber unterschrieben und überreicht). Sowohl bezüglich des Titels (noch keiner vorhanden) als auch des Status (bislang: Wissenschaftliche Mitarbeiter) hat der Gesetzgeber in Sachen Juniorprofessor das letzte Wort noch nicht gesprochen. In diesem leeren Raum können symbolische Akte durchaus wirken.

Geschlechterforschung

Beim Sekt schließlich stellten die beiden Neuen sich und ihre Forschungen vor. Dr. Cilja Harders besetzt ab Oktober eine Juniorprofessur für "Geschlechterforschung mit Schwerpunkt Politikwissenschaft" an der Fakultät für Sozialwissenschaft. Die 35-Jährige leitet eine Forschergruppe, die sich den Problemen von Demokratien widmet. Sie fragt, wie sich der Gleichheitsanspruch der Demokratie angesichts sozialer, ökonomischer, kultureller und geschlechtsspezifischer Ungleichheit umsetzen lässt. Dr. Harders beschäftigt sich dabei mit Fragen von Militär, Krieg, Geschlecht und Gewalt am Beispiel der Länder im euro-mediterranen Raum. Dabei interessiert sie, wie Frauen und Männer von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen sind, sowie der Zusammenhang von Militärreform und Geschlecht.
Die neue Juniorprofessorin, die nach ihrem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik in Freiburg, Hamburg und Kairo als Bildungsreferentin beim politischen Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung in Hamburg gearbeitet hat, setzt außerdem auf die computergestützte Lehre und virtuelle Seminare: "Ein professioneller Umgang mit Computer und Internet ist heute elementar für die meisten Berufe. Ich finde wichtig, dass Studierende ihn schon an der Uni erwerben können."

3-D-Strukturen von Proteinen

Dr. Eckhard Hofmann und seine Mitarbeiter erforschen in der Fakultät für Biologie die 3-D-Struktur von Proteinen. Zwar kennt die Wissenschaft mittlerweile die genetischen Codes, die den Bauplan von Proteinen kodieren, aber die 3-D-Struktur lässt sich daraus nicht ablesen. Hofmanns Forschergruppe stellt zunächst die benötigten Mengen hochreinen Proteins her, aus dem sie mit verschiedenen Methoden Kristalle züchtet. Diese untersuchen die Forscher mit Hilfe von Röntgenstrahlen auf ihre innere Ordnung und errechnen am Computer ein dreidimensionales Modell des Proteins. Die Erkenntnisse ermöglichen z.B. rationales Wirkstoffdesign neuer Medikamente.
"Die Röntgenstrukturanalyse ist ein klassisches interdisziplinäres Arbeitsgebiet, in dem die direkte Zusammenarbeit zwischen Biologen, Chemikern und Physikern Grundlage für erfolgreiche Projekte ist", erläutert Juniorprofessor Hofmann. "Hier könnten Studierende während ihrer praktischen Arbeiten Kompetenzen erwerben, die gerade in modernen Life Science- und Biotechnologieunternehmen stark nachgefragt werden". Der 34-Jährige studierte Physik in Freiburg und Sussex, arbeitete anschließend u.a. an den Universitäten Konstanz und Freiburg sowie am Max Planck Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. md/ad

 

Juniorprofessoren an der RUB

Zusammen mit Dr. Harders und Dr. Hofmann fangen zum Wintersemester noch sieben weitere Juniorprofessoren an der RUB an. Insgesamt hatte die RUB im Frühjahr 32 Juniorprofessuren ausgeschrieben. Sie sind gleichmäßig auf die vier großen Wissenschaftsbereiche Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin verteilt. Die 32 Stellen fördert das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) mit 75.000 Euro je Professur. Zusätzlich unterstützt das MSWF (Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung NRW) die RUB drei Jahre lang pauschal mit 125.000 Euro jährlich.
Möglich wurde die Einrichtung der Juniorprofessuren durch die Reform des Dienstrechts im Hochschulbereich, die am 23. Februar 2002 in Kraft trat: Nachwuchswissenschaftler können sich ohne Habilitation auf die neuen Stellen bewerben - Einstellungsvoraussetzung ist eine hervorragende Promotion, die nicht länger als fünf Jahre zurückliegen darf. Die zukünftigen Stelleninhaber nehmen Aufgaben in Wissenschaft, Forschung und Lehre in ihren Fächern selbstständig wahr. Sie sind in ihren Rechten und Pflichten den anderen Professoren gleichgestellt; aufgrund der fehlenden Habilitation sind sie allerdings mindestens fünf, sechs Jahre jünger. Zunächst sind die Juniorprofessuren auf drei Jahre befristet, bei guten Leistungen können sie um weitere drei Jahre verlängert werden. jw

ad
pfeil  zurückblättern zur Themenübersicht weiterblättern  pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 01.10.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik