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RUBENS 73 1. Oktober 2002

Drei Jahre Lille - mindestens

Frank Günther wird DAAD-Lektor

Nach genau zehn Jahren an der RUB zieht es Frank Günther in diesem Oktober nach Lille. Die Wohnung im vormaligen Kohlerevier ist längst gemietet und die Aufenthaltsgenehmigung in der Tasche. Außerdem hat sich Günther in Frankreich einen neuen Wagen gekauft, "weil das leichter war, als das deutsche Auto umzumelden". Ein bisschen mulmig ist ihm zumute, aber im Grunde freut er sich auf seine dreijährige Mission: Als DAAD-Lektor wird der 30-Jährige französischen Studierenden der Germanistik und der Angewandten Sprachwissenschaft die deutsche Sprache und Kultur näher bringen. Günthers größtenteils vorgegebener Lehrplan sieht Seminare in Sprachpraxis, Übersetzung und Landeskunde vor. So lautet jedenfalls der Auftrag seiner französischen Arbeit- und Geldgeber.
Der DAAD seinerseits finanziert Günthers Umzug und überweist ihm eine Pauschale für die Mehrkosten im Ausland. Dafür erwartet der Austauschdienst eine kleine Gegenleistung: Frank Günther möchte doch bitte in Lille Werbung für den Hochschulstandort Deutschland betreiben. In seinen Sprechstunden soll er interessierten Studierenden die Möglichkeiten vom Forschen und Promovieren an deutschen Unis anpreisen. Und wenn es irgendwie geht, soll er mithelfen, das allgemein nachlassende französische Interesse am Deutschen wiederzubeleben. Das geht er gleich im Januar 2003 an. Dann wird er ein Kolloquium anlässlich des 40. Jahrestages des Elysée-Vertrages veranstalten und dabei an die 1963 zwischen Adenauer und De Gaulle besiegelte deutsch-französische Freundschaft (inklusive Kultur- und Jugendaustausch) erinnern.
Die Idee, DAAD-Lektor in Frankreich zu werden, kam Frank Günther bereits während des Studiums. Er studierte ab 1992 an der RUB Französisch und Geschichte fürs Lehramt (nach dem 1. Staatsexamen machte er zusätzlich seinen Magister) und verbrachte dabei ein Jahr an der Partneruni der RUB in Tours. Dort lernte der gebürtige Hameler die DAAD-Lektorin kennen und ließ sich von ihr auf den Geschmack bringen. Als nun seine von vornherein auf anderthalb Jahre befristete Stelle am Seminar für Sprachlehrforschung der RUB auslief, bewarb sich Günther beim DAAD. Frankreich war zwar sein Wunsch, aber nicht unbedingt die Stadt Lille. Nach den ersten Fahrten dorthin weiß er jedoch auch um die Vorteile: "Lille ist nur etwa 360 Kilometer von hier entfernt. Da kann ich durchaus häufiger an die Ruhr-Uni kommen." Immerhin möchte Frank Günther parallel zum Lektorat eine an der RUB betreute Dissertation in der Sprachlehrforschung schreiben. ad
ad
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Letzte Änderung: 01.10.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik