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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Heißluftballon
am Seil
Rückblick
aufs Campusfest
Der Westwind treibt die Wolken
hin und her. So haben sie jedenfalls keine Muße, Regen nach unten
zu schicken. Das bleibt den ganzen Tag über so. Zum Glück für
das 30. Campusfest, das somit vollkommen trocken bleibt. Wie gehabt, beginnt
es bunt und geht laut zu Ende.
Kurz vor 16 Uhr ist die Unibrücke ziemlich leer, auf Höhe des
Musischen Zentrums stoßen wir zunächst auf einen Bodo-Verkäufer,
einen Wagen vom Roten Kreuz und den Stand vom Asta, der weiterhin Unterschriften
gegen jegliche Studiengebühren sammelt; es folgen die fürs Nordforum
üblichen Stände: Leder, Poster, Platten usw., schließlich
Bonbons und Softeis, dann die erste Bühne. Auf dem Forum bietet sich
das gewohnte Bild: kaum Verkaufsstände, dafür Essen und Trinken
so weit das Auge reicht; Döner aus der Türkei, Feuerfleisch aus
Korea, Cocktails aus der Karibik, Bier aus Bochum; die Bierstände sind
sogar nummeriert.
Mit Falafel und Bier ausgestattet geht es für
eine knappe Stunde zur Wiese an der G-Reihe, wo Studis in der Sonne liegen
und auf die HGA-Bühne blicken. Dort spielen zwei Trommler
und ein Saxophonist afrikanischen Jazz. Gleich nebenan lockt der von einem
Schnapsfabrikanten gestellte Heißluftballon zu kurzen Flügen
am Seil. Beschaulich ist es, die Musiker geben einen Zu, boSKop kündigt
das weitere Programm an, ein Jongleur jongliert, doch den können wir
nicht sehen, da sich die vielköpfige italienische Trachtentruppe genau
vor uns stellt, obwohl ihr Auftritt erst in einer guten halben Stunde sein
wird.
Während der Jongleur von einem Dudelsackspieler abgelöst wird,
klären wir einen der Italiener über den Sinn des Campusfestes
auf: Die Bochumer sollen ihre Uni besser kennen lernen oder so ähnlich.
Was einem auf Englisch so einfällt. Das findet der Italiener jedenfalls
gut. Wir wünschen ihm Glück für seinen Auftritt und wechseln
den Ort. Im Audimax wird pausiert, die Bühne im Foyer ist leer, das
Café Welt dient nur als Café. Im HZO hat der Film vor einer
halben Stunde begonnen, auf der kleinen Bühne singt jemand was von
den Fantastischen Vieren.
Ein Blick von oben aufs Forum, knapp eine Stunde nach der offiziellen Eröffnung:
Sind es nicht weniger Stände als sonst? "Sind es nicht",
erklärt ein Hausmeister. "Es sind nur weniger Kaufstände
als sonst, dafür gibt es noch mehr Bierstände." Na ja, dann
liegt es wohl an den wenigen Leuten. Allerdings werden es stetig mehr. An
den gastronomischen Ständen bilden sich die ersten Schlangen. Wir holen
trotzdem noch Bier und lauschen Afsaneh Sagedi auf der großen Bühne,
die hat eine tolle Stimme.
Die hat auch Universitätsmusikdirektor Dr. Hans Jaskulsky, der später
am Abend mit seinem Orchester rund tausend Leute ins Audimax gelockt hat.
Die berühmte Carmina Burana steht auf dem Programm. Als Musikstück,
denken viele, die das Prinzip wohl nicht kennen. Denn
beim Campusfest wird nicht einfach Musik gespielt - da wird gespielt und
viel erklärt. Das gefällt vielen nicht. Sie gehen mittendrin
und verpassen so die Huldigung von Erich Hasselkuss.
Den Vater des Uni- bzw. Campusfestes ehrt Altrektor Prof. Günter Ewald.
Hasselkuss engagierte sich schon für die RUB, bevor sie richtig fertig
war, erfährt man in der Ewaldschen Laudatio: 1965 fing der ehemalige
Brauereidirektor an, ehrenamtlich für die RUB zu arbeiten und gründete
den ersten privaten Trägerverein für ein Studentenwohnheim. 1973
stellte er sein Organisationstalent in den Dienst der Gesellschaft der Freunde,
wurde dort 1988 Geschäftsführer und blieb es bis zum Jahre 2000.
Nach der Ehrung geht das Fest fröhlich weiter. Draußen wird es
dunkel, auf dem Dach von NA wird es hell und laut: das Feuerwerk. Danach
startet die übliche große Suche. Durch die Dunkelheit, das Feuerwerk
und die parallel stattfindende Versorgung mit Bier und Wurst sind wir alle
versprengt. Früher war man verloren, heute haben wir Handys, so dass
wir uns alle wiedertreffen, um noch die große Party zu besuchen. ad ad
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