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RUBENS 72 1. Juli 2002

Prof. Klipp gestorben

Nachruf

Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr. Werner Klipp, der am 20. Mai gestorben ist. Die Fakultät für Biologie verliert mit ihm einen engagierten Forscher und Lehrer, der seinen Bochumer Fachbereich, die Biologie der Mikroorganismen, in den letzten sechs Jahren entscheidend prägte. Im Fokus der Forschung von Prof. Klipp standen Mikroorganismen und deren besondere Fähigkeiten. Sein Forschungsobjekt, das in Süßwasserteichen vorkommende Purpurbakterium Rhodobacter capsulatus, ist in der Lage, alle drei fundamentalen Stoffwechselleistungen durchzuführen, die das Leben auf der Erde erst ermöglichen: Photosynthese, Fixierung von Kohlendioxid und Fixierung von Stickstoff. Diese Fähigkeit besitzen nur sehr wenige Organismen. Klipps Forschungen ergaben, dass an der Fixierung von Stickstoff mindestens 53 Gene beteiligt sind, die größtenteils von seiner Arbeitsgruppe gefunden und charakterisiert wurden.
Werner Klipp war in seinem Fachbereich als Mensch und als Lehrer äußerst beliebt. Seine Genetikvorlesung zählte bei Biologiestudierenden zu den populärsten Veranstaltungen. Auch war er für seine Studierenden stets ansprechbar und stand ihnen mit seinem Wissen zur Seite. Darüber hinaus engagierte sich Prof. Klipp in der Fortbildung von Biologielehrern. Sie absolvierten Praktika an seinem Lehrstuhl, um mehr über aktuelle Themen wie Gentechnik oder Biotechnologie zu erfahren.
Werner Klipp wurde am 7. Juni 1953 in Nürnberg geboren. Von 1973 bis 1978 studierte er an der Uni Erlangen/Nürnberg Biologie. Im Laufe seiner anschließenden Promotion kam er an die Uni Bielefeld, wo er bis 1997 tätig war. Hier wurde er 1982 promoviert und habilitierte sich 1990 im Fach Genetik. Nach einer mehrjährigen Lehrstuhlvertretung in Bielefeld wurde Prof. Klipp 1997 an die RUB berufen, wo er den Lehrstuhl für Biologie der Mikroorganismen übernahm. ad ad
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Letzte Änderung: 01.07.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik