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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Wasser
für das Mekong-Delta
U+Ö
kooperiert mit Vietnam
Vor zwei Jahren nahm die Zusammenarbeit
ihren Anfang: Prof. Harro Stolpe (Umwelttechnik + Ökologie im Bauwesen
- U+Ö) reiste nach Vietnam. Dort knüpfte er erste Kontakte mit
dem "Institute for Applied Mechanics" in Ho Chi Minh Stadt (Saigon).
Nach mehreren Gegenbesuchen tauschen sich Bochum und Vietnam mittlerweile
sehr rege aus - vor allem im Bereich "Wasser, Mensch, Umwelt".
Die gravierenden Wasserprobleme im Mekong-Delta (Südvietnam)
stellen ein interessantes Betätigungsfeld für die RUB-Wissenschaftler
dar. Das starkbevölkerte Gebiet von der Größe
NRW's ist von einem dichten Netz aus Flüssen und Kanälen durchzogen,
die meist ungehindert mit dem Meer verbunden sind. Eindringendes Salzwasser
verringert die Nutzbarkeit des Oberflächenwassers als Trinkwasser genauso
wie die Einleitung häuslicher und industrieller Abwässer. So hat
z.B. Ho Chi Minh Stadt mit seinen sieben Mio. Einwohnern keine Kläranlage.
Der Trinkwassermangel zeigt sich vor allem in der Trockenzeit. In der Regenzeit
verschlimmern Überflutungen die Lage: Schutz- und Regulierungsmaßnahmen
wie Deiche oder künstliche Entwässerungssysteme fehlen nahezu
vollständig. Die Bochumer wollen insbesondere bei der Analyse der wasserwirtschaftlichen
Situation helfen und den Vietnamesen Kenntnisse über das System Oberflächenwasser
- Grundwasser im Mekong-Delta vermitteln.
Die zu Beginn der 1990er-Jahre eingeleitete außenpolitische und wirtschaftliche
Liberalisierung Vietnams gewinnt langsam auch auf dem Gebiet der Wissenschaft
an Fahrt: "Es ist spannend, ein Teil dieser Sache zu sein, weil es
der Anfang von etwas ist", erklärt Prof. Stolpe. Jüngstes
Beispiel der Kooperation war die Reise einer NRW-Delegation nach Vietnam
im Frühjahr 2002. Neben Staatssekretär Hartmut Krebs vom Wissenschaftsministerium
(MSWF) waren auch Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit nach Vietnam
geflogen. Dank der intensiven Vorbereitung durch Prof.
Stolpe und seine Mitarbeiterinnen Jennifer Niermann und Katrin Brömme
traf man sich zum ersten Vietnamesisch-Deutschen Workshop "Wasser,
Mensch, Umwelt" in Ho Chi Minh Stadt.
Dabei wurde eine Intensivierung der Kooperation zwischen vietnamesischen
und nordrhein-westfälischen Hochschulen beschlossen. Sie beinhaltet
u. a. den Austausch von Informationen, Wissenschaftlern und Studierenden.
So erhält die RUB demnächst wieder Besuch aus dem fernen Osten:
"Im Herbst wird eine Wissenschaftlerin aus Vietnam nach Bochum kommen
und etwa vier Jahre über Grundwassermanagement im Mekong-Delta forschen",
so Prof. Stolpe. Außerdem gibt es Überlegungen, eine Koordinationsstelle
NRW/Vietnam zum Thema "Wasser, Mensch, Umwelt" ins Leben zu rufen.
Auch die nächste Vietnam-Reise ist längst geplant: Voraussichtlich
im September geht es nach Hanoi zu einem Kongress über Geoinformationssysteme.
Felix Voigt
Das Mekong-Delta
Der Mekong ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Südostasiens. Von
seiner Quelle im Hochland von Osttibet fließt er in südöstliche
Richtung und mündet im Südchinesischen Meer. Er legt eine Strecke
von etwa 4.500 km zurück und gehört damit zu den zwölf längsten
Flüssen der Erde. Das 70.000 qkm große Mekong-Delta erstreckt
sich südlich von Ho-Chi-Minh-Stadt, wo sich der Strom in zwei Haupt-
und zahllose Nebenarme teilt. Alljährlich tritt der Mekong infolge
der Schneeschmelze und des Monsuns über seine Ufer und versorgt dabei
die Böden mit wertvollen Sedimenten. Der Fluss transportiert große
Mengen an Schlamm, so dass sich sein Delta pro Jahr um etwa 33 m ins Meer
vorschiebt. Das untere Mekong-Tal ist eines der größten Reisanbaugebiete
der Welt. Etwa die Hälfte der gesamten Reisernte Vietnams kommt von
hier. Felix Voigt ad
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