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RUBENS 71 1. Juni 2002

Noch kein Beschluss

Gebührendiskussion im Senat

Tagelang geisterten die Meldungen durch die Medien: Im NRW-Haushalt fehlen angeblich 1,4 Mrd. Euro, und um das Loch zu stopfen, werden alle möglichen Bereiche zur Kasse gebeten: indirekt (Sparen, Kürzung) und/oder direkt (Abgaben). Von den Hochschulen möchte der Finanzminister wohl 90 Mio. Euro haben: durch Einsparungen bei Personalkosten beispielsweise oder durch Gebühren, die Studierende zu entrichten haben. Alle zahlen 50 Euro Verwaltungsgebühr fürs Einschreiben bzw. Rückmelden, die "Langzeitstudierenden" zahlen zusätzlich 500 Euro, die Senioren 650 Euro - alles pro Semester, versteht sich; und das ganze schöne Geld kommt nicht den Hochschulen zugute, sondern wandert zum Finanzminister.
Bis zum 15. Mai waren es nur Gerüchte, seitdem ist es Gewissheit. Wissenschaftsministerin Behler verkündete die Pläne in Düsseldorf allen Rektoren und Kanzlern der NRW-Hochschulen. Noch sind es Pläne, bis Mitte Juni will die Landesregierung entscheiden. Nun gibt es Verwaltungsgebühren und/oder solche für "Langzeitstudierende" bereits in anderen Bundesländern, aber für NRW wäre es neu. So neu, dass sich tags drauf der Senat der RUB ausführlich mit dem Thema Studiengebühren befasste.
Rektor Prof. Dietmar Petzina brachte eine Tischvorlage mit, die nach entsprechender Diskussion in eine Resolution des Senats münden sollte. Punkt 1 der Vorlage ("Bitte keine weiteren Einsparungen im Bildungswesen") blieb während der Diskussion unstrittig, um die anderen beiden Punkte wurde heftig gestritten. Punkt 2 forderte vereinfacht gesagt eine Gegenleistung für Gebühren; sie sollen den Hochschulen zugute kommen und die Ausbildungssituation verbessern. Das wollten weder die Studierenden noch die Mittelbauer ("Gar keine Gebühren"), während unter den Professoren durchaus Stimmen laut wurden, sich den "realpolitischen Gegebenheiten" zu stellen und Gebühren nicht grundsätzlich abzulehnen. Die gleichen Fronten mit den gleichen Argumenten bildeten sich bei Punkt 3 der Tischvorlage. Hier wird die Landesregierung aufgefordert, ein Gebührenmodell mit Sozialverträglichkeit und Steuerungswirkung zur Verbesserung der Studienbedingungen zu entwickeln, ähnlich dem Modell der Studienkonten.
Da sich jedoch im Senat keine Einigkeit abzeichnete und auch kein zwanghafter Kompromiss herbeigeführt werden sollte, wurde zunächst gar keine Resolution verabschiedet. Allerdings sammelte der AStA zur selben Zeit Unterschriften und bekam bereits innerhalb der ersten vier Tage über 3.000 Gebührengegner auf die Liste. ad

ad
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Letzte Änderung: 31.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik