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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Forschung
im Mai
Austauschprogramm
in der Chemie
"Es gibt nur eine Wissenschaft."
Prof. Zyman Zoltan legt Wert darauf, dass Forschung nicht national isoliert
betrieben wird. Der Leiter der Fakultät für Physik der Uni Kharkow
(Ukraine) hat daher vier seiner Studierenden nach Bochum begleitet: Den
ganzen Mai über haben die Diplomanden und Doktoranden in Arbeitsgruppen
der Fakultät für Chemie an Projekten mitgearbeitet oder die eigene
Arbeit fortgesetzt. Insgesamt sieben Studierende waren
zu Gast in der Analytischen, Anorganischen und Technischen Chemie. Neben
den vier Ukrainern sammelten auch drei Studenten der Moscow State University
Erfahrungen an der RUB.
"Ich brauche ein modernes Transmissions-Elektronenmikroskop."
Svetlana Scherbina setzte große Hoffnungen in ihre Forschungen an
der RUB. Die Physikdoktorandin aus Kharkow untersucht mineralische Oberflächenstrukturen.
"Viele Arbeiten gehen hier wesentlich schneller als zu Hause, die Geräte
sind moderner", freute sie sich über die Bochumer Ausstattung.
"Um bestimmte Grafiken zu erstellen, brauche ich bei uns Stunden, der
Rechner hier macht es in Sekunden." Daher hatte sie sich viel vorgenommen
für die vier Wochen. "Ich will gar nicht darüber nachdenken,
was ist, wenn die Zeit hier nicht ausreicht." Dabei hängt sie
sehr an ihrer Heimatuni: "Sie hat diese spezielle Atmosphäre einer
kleinen, alten Universität." Mit rund 200 Jahren ist die Uni Kharkow
die älteste Uni der Ukraine.
Svetlanas Studienkollege Dmitry Rochmistrov wollte die Bochumer Technik
nutzen, um mit seiner Forschung an Knochenersatzstoffen voran zu kommen.
"Ich möchte in der Ukraine leben, aber in Deutschland arbeiten",
macht er den Zwiespalt deutlich, der durch die unterschiedlichen Forschungsbedingungen
entsteht.
"Alle sind sehr interessiert an unseren Messtechniken". Auch Doktorand
Andreas Wohlfart, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe von Prof. Roland Fischer
(Organometallics and Materials) kennt die Wünsche der Gäste. Prof.
Matthias Epple (Festkörperchemie) hat den Austausch koordiniert; dafür
ist er 2001 nach Kharkow und Moskau gereist, um mit den dortigen Professoren
geeignete Kandidaten auszuwählen. Finanziert wird der Austausch durch
das Leonhard-Euler-Stipendienprogramm des DAAD; der DAAD fördert damit
vor allem Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften, die in Russland,
der Ukraine oder Weißrussland eine Doktor- oder Diplom-/Magisterarbeit
schreiben. Die Stipendiaten erhalten eine monetäre Unterstützung
während ihrer Abschlussarbeiten und für den einmonatigen Aufenthalt
an der deutschen Gastuni. Deutsch müssen die Stipendiaten lernen, bevor
sie nach Deutschland kommen. Mit dem Programm sollen russische Nachwuchswissenschaftler
Kontakte zu deutschen Hochschulen intensivieren; der Austausch soll zudem
deutsch-russische Forschungsvorhaben fördern.
Der internationalen Austausch mit der RUB-Chemie soll
sich aber nicht auf die vier Wochen im Mai beschränken, daran
erinnerte Prof. Fischer bei der Begrüßung der Gäste. Er
wünschte sich: "Das internationale Netzwerk zwischen den Studierenden
soll wachsen". Christina Heimken
ad
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