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RUBENS 71 1. Juni 2002

Forschung im Mai

Austauschprogramm in der Chemie

"Es gibt nur eine Wissenschaft." Prof. Zyman Zoltan legt Wert darauf, dass Forschung nicht national isoliert betrieben wird. Der Leiter der Fakultät für Physik der Uni Kharkow (Ukraine) hat daher vier seiner Studierenden nach Bochum begleitet: Den ganzen Mai über haben die Diplomanden und Doktoranden in Arbeitsgruppen der Fakultät für Chemie an Projekten mitgearbeitet oder die eigene Arbeit fortgesetzt. Insgesamt sieben Studierende waren zu Gast in der Analytischen, Anorganischen und Technischen Chemie. Neben den vier Ukrainern sammelten auch drei Studenten der Moscow State University Erfahrungen an der RUB.
"Ich brauche ein modernes Transmissions-Elektronenmikroskop." Svetlana Scherbina setzte große Hoffnungen in ihre Forschungen an der RUB. Die Physikdoktorandin aus Kharkow untersucht mineralische Oberflächenstrukturen. "Viele Arbeiten gehen hier wesentlich schneller als zu Hause, die Geräte sind moderner", freute sie sich über die Bochumer Ausstattung. "Um bestimmte Grafiken zu erstellen, brauche ich bei uns Stunden, der Rechner hier macht es in Sekunden." Daher hatte sie sich viel vorgenommen für die vier Wochen. "Ich will gar nicht darüber nachdenken, was ist, wenn die Zeit hier nicht ausreicht." Dabei hängt sie sehr an ihrer Heimatuni: "Sie hat diese spezielle Atmosphäre einer kleinen, alten Universität." Mit rund 200 Jahren ist die Uni Kharkow die älteste Uni der Ukraine.
Svetlanas Studienkollege Dmitry Rochmistrov wollte die Bochumer Technik nutzen, um mit seiner Forschung an Knochenersatzstoffen voran zu kommen. "Ich möchte in der Ukraine leben, aber in Deutschland arbeiten", macht er den Zwiespalt deutlich, der durch die unterschiedlichen Forschungsbedingungen entsteht.
"Alle sind sehr interessiert an unseren Messtechniken". Auch Doktorand Andreas Wohlfart, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe von Prof. Roland Fischer (Organometallics and Materials) kennt die Wünsche der Gäste. Prof. Matthias Epple (Festkörperchemie) hat den Austausch koordiniert; dafür ist er 2001 nach Kharkow und Moskau gereist, um mit den dortigen Professoren geeignete Kandidaten auszuwählen. Finanziert wird der Austausch durch das Leonhard-Euler-Stipendienprogramm des DAAD; der DAAD fördert damit vor allem Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften, die in Russland, der Ukraine oder Weißrussland eine Doktor- oder Diplom-/Magisterarbeit schreiben. Die Stipendiaten erhalten eine monetäre Unterstützung während ihrer Abschlussarbeiten und für den einmonatigen Aufenthalt an der deutschen Gastuni. Deutsch müssen die Stipendiaten lernen, bevor sie nach Deutschland kommen. Mit dem Programm sollen russische Nachwuchswissenschaftler Kontakte zu deutschen Hochschulen intensivieren; der Austausch soll zudem deutsch-russische Forschungsvorhaben fördern.
Der internationalen Austausch mit der RUB-Chemie soll sich aber nicht auf die vier Wochen im Mai beschränken, daran erinnerte Prof. Fischer bei der Begrüßung der Gäste. Er wünschte sich: "Das internationale Netzwerk zwischen den Studierenden soll wachsen". Christina Heimken

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Letzte Änderung: 31.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik