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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Wiwis
lösen brennende Probleme
Kooperation
mit der Bochumer Feuerwehr
Was tun, wenn's brennt? Hinfahren
und Löschen natürlich, sollte man meinen. Aber ganz so einfach
ist es nicht, denn schon im Vorfeld sind erhebliche Planungsanstrengungen
nötig, um im Ernstfall so schnell wie möglich vor Ort zu sein.
Eine außergewöhnliche Zusammenarbeit existiert
seit knapp fünf Jahren zwischen der Bochumer Feuerwehr und der Fakultät
für Wirtschaftswissenschaft. Aufgrund eines Berichts über
strategische Planungen war Dirk Hagebölling, Leiter der Bochumer Feuerwache,
auf den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre (insbes. Unternehmensforschung
und Rechnungswesen) von Prof. Dr. Brigitte Werners aufmerksam geworden.
Schnell war man auf beiden Seiten davon überzeugt, dass es sinnvoll
sein könnte, die Einsatzplanung mit quantitativen Methoden wissenschaftlich
zu unterstützen.
Heute kann man tatsächlich auf mehrere erfolgreiche Projekte zurückblicken.
Die erste gemeinsame Arbeit beschäftigte sich mit der Standortplanung
für Feuer- und Rettungswachen. Das oberste Ziel der Rettungskräfte
ist klar: Möglichst schnell am Einsatzort sein, um im Notfall rechtzeitig
lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen. Die geeignete Wahl der Standorte
von Feuerwehr- und Rettungseinheiten kann die Entfernung zu den Einsatzstellen
beeinflussen und so die Anfahrtszeit verkürzen. Gleichzeitig geht es
natürlich auch um wirtschaftliche Aspekte: Durch
eine ideale Verteilung der Wachen über das Stadtgebiet kann deren Zahl
reduziert werden, ohne dass die Versorgungsqualität darunter leidet.
"Die Standortplanung wird dabei durch mathematische Optimierungsmodelle
unterstützt", erklärt Jens Thorn, wissenschaftlicher Mitarbeiter
von Prof. Werners.
Nachdem sich Dörthe Meyer in ihrer Diplomarbeit auf theoretischem Niveau
mit der optimalen Standortwahl beschäftigt hatte, hospitierten mehrere
Wiwi-Studierende bei der Feuerwehr. Parallel dazu erfolgten theoretische
Weiterentwicklungen am Lehrstuhl. Erst dann ging eine interdisziplinär
zusammengesetzte Gruppe von knapp einem halben Dutzend Studierenden (Ökonomen,
Mathematiker und Wirtschaftsingenieure) in einer Fallstudienübung an
die konkreten Planungen mit den Daten der Feuerwehr. Auf Basis dieser Untersuchungen
haben sich für Dirk Hagebölling wertvolle Erkenntnisse ergeben:
"Unser jetziges Sicherheitsversorgungskonzept Brandschutz/Rettungsdienst'
wurde durch die Arbeit des Lehrstuhls wesentlich beeinflusst."
Ebenfalls Thema der Zusammenarbeit war die Verwendung von GPS-Systemen bei
der Fahrzeuglenkung. Mit Hilfe des satellitengestützten Ortungssystems
können Einsatzzeiten und Auslastung verbessert werden, denn die Leitzentrale
ist stets darüber informiert, wo sich die Fahrzeuge gerade befinden.
So können sie z.B. nach der Ablieferung eines Patienten im Krankenhaus
direkt zu einem neuen Einsatzort geschickt werden, ohne vorher zur Wache
zurückkehren zu müssen.
Eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Kooperation ist schon in Planung:
Als nächstes wollen die Wirtschaftswissenschaftler
bei der Verteilung der verschiedenen Fahrzeugtypen auf die einzelnen Wachen
nach Optimierungsmöglichkeiten suchen. Und wer die Augen
ein bisschen offen hält, entdeckt vielleicht in der einen oder anderen
Veranstaltung der Fakultät einen Abgesandten der Feuerwehr, der nach
Ansatzpunkten für Verbesserungen sucht. "Für die Mitarbeiter
der Feuerwehr sind unsere Veranstaltungen mittlerweile eine Art interne
Weiterbildungsmaßnahme", erzählt Prof. Werners und muss
schmunzeln. Felix Voigt
ad
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