Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 71
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 71 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 71 1. Juni 2002

Zwei Blicke in RUBIN 1/2002

Tumore von der Blutversorgung abschneiden

Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen, bei denen keine herkömmliche Therapie gewirkt hat, eröffnet eine Studie der Universitätsfrauenklinik im Marienhospital Herne (Prof. Gerhard Schaller). Die Mediziner verabreichten betroffenen Frauen eine Kombination zweier neuer Medikamente, so dass das Wachstum der Tumore in der Hälfte der Fälle stoppte oder die Tumore sich sogar teilweise zurückbildeten.
Einer der neuen Wirkstoffe ist Capecitabin, der als Tablette eingenommen wird. Die Substanz wird durch den Darm aufgenommen, durch Leberenzyme weiterverarbeitet und verteilt sich so im ganzen Körper - er ist jedoch für gesunde Zellen völlig wirkungslos. Erst ein Enzym, das ausschließlich in Tumorzellen in größerer Menge vorkommt, aktiviert das Medikament: Es setzt das Zellgift 5-Fluoruracil frei. Dieses Gift hemmt die Zellteilung und somit vor allem die Neubildung von Blutgefäßen, ohne die der Tumor nicht leben kann.
Zugleich verabreichten die Ärzte den Patientinnen den Wirkstoff Trastuzumab. Er wirkt gegen den Wachstumsfaktorrezeptor HER 2, der in jedem vierten Brustkrebstumor vorkommt und ihn besonders aggressiv macht. Trifft ein Wachstumsfaktor auf den Rezeptor HER 2, so setzt dieser Enzyme frei, die die Zellteilung verstärken, den Tumor widerstandsfähiger gegen Chemotherapeutika machen und die Bildung neuer Blutgefäße anregen. Ein Impfstoff, der mit Hilfe von Mäuse-Antikörpern gewonnen wird, verhindert das Andocken von Wachstumsfaktoren an den Rezeptor.
Ein Grund für den Erfolg der neuen Kombinationstherapie ist die kontinuierliche Gabe von Medikamenten über eine längere Zeit. Sie lassen den Tumor nicht zur Ruhe kommen und geben ihm keine Chance zur Regenerierung wie herkömmliche Chemotherapien. Diese ziehen die gesunden Körperzellen so stark in Mitleidenschaft, dass der Patient Ruhephasen braucht, in denen auch der Tumor sich oft erholt. Die Forscher suchen noch Teilnehmerinnen für eine aufbauende Studie mit der Kombinationstherapie, Infos bei Prof. Schaller Tel. 02323/499-1267.

Steuertricks - bald ausgestorben

Die meisten Deutschen fechten alle Jahre wieder einen harten Kampf mit ihrem inneren Schweinehund aus: Die Steuererklärung ist fällig. Wo sind meine Belege? Was kann ich von der Steuer absetzen? Mit welchen Tricks komme ich vielleicht besser weg? Und auch die Finanzbeamten haben ihre Not mit der Aktenflut, die vor allem schnell abgearbeitet werden will. Wollten sie jede Erklärung tatsächlich prüfen, würden sie nie fertig. So werden nur Stichproben gemacht, fast nur unter den Steuerpflichtigen, die mehr als 150.000 DM jährlich angeben. Wobei das womöglich die ehrlichen Leute sind - wer weiß, wie viele mehr verdienen, sich aber "arm rechnen" und ungestraft davon kommen?
Reformen sind überfällig, stellt Prof. Roman Seer (Lehrstuhl für Steuerrecht, Juristische Fakultät) fest. Sein Vorschlag: Eine Selbstveranlagung nach amerikanischem Vorbild. Der Vorteil wäre, dass viele Bürger überhaupt keine Steueranmeldung mehr bräuchten, weil sie pauschale Beträge zu festen Terminen zahlen. Diejenigen, deren Einkommensverhältnisse sich nicht in eine Pauschalkategorie einordnen lassen, würden verpflichtet, sich professionelle Hilfe zu holen, wobei der Staat diese Beratung finanziell unterstützen würde. Der Beruf des Steuerberaters würde sich in Richtung eines Rechtspflegers entwickeln, und auch die Arbeit von Finanzbeamten würde sich verändern. Sie müssten nicht mehr nur abhaken, sondern könnten gezielt dort recherchieren, wo sie Steuerbetrug vermuten. Dabei könnte man die Steuerzahler in Risikoklassen einteilen. Wer immer termingerecht und ehrlich seine Steuer überwiesen hat, würde selten überprüft, wer schon früher durch Steuerbetrug aufgefallen ist, würde besser überwacht. Eine Arbeitsersparnis ergäbe sich auch daraus, dass viele ihre Steuerdaten online übermitteln könnten statt wie bisher üblich auf Papier. Sinnvoll findet Seer eine sog. "Compliance-Strategie": Mit Werbung, z. B. in TV-Spots, sollte der Staat den Bürgern plausibel machen, warum sie Steuern zahlen müssen. Seer hält eine Reform des deutschen Steuerrechts noch in diesem Jahrzehnt für machbar.
Die vollständigen Beiträge lesen Sie in RUBIN 1/2002, wo Sie auch folgende Themen finden: Bildhauer ohne Hammer und Meißel; Produkte aus dem Computer; Gefährliche Partnerschaft: Bakterien und Zigarettenrauch; Der männliche Blick auf die weibliche Imagination; Vegetarische Vampire - Flughunde als Gärtner im Regenwald; Wenn Marzipan nach Banane riecht - Riechen bei Insekten erforscht; in der Rubrik "Im Praxisauftrag": Juristen lösen den Konflikt: Hochwasserschutz oder Bautätigkeit. RUBIN ist bei der Pressestelle der Ruhr-Universität für 2,50 Euro erhältlich. md

ad
pfeil  zurückblättern zur Themenübersicht weiterblättern  pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 31.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik