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RUBENS 71 1. Juni 2002

Selbsttäuschung statt Triebe

Fantasien über Sigmund Freud

Ein bisschen Roman, ein bisschen wissenschaftliche Nachhilfestunde in Sachen Psychoanalyse - so kommt das Buch "Freuds Megalomanie" daher. Autor Israel Rosenfield erfindet zunächst eine Geliebte Siegmund Freuds mitsamt unehelicher Tochter. Beiden schenkt der Psychoanalytiker kurz vor seinem Tod ein Manuskript. Sie sollen es zu gegebener Zeit veröffentlichen lassen. Das tun die beiden allerdings nicht. Das Manuskript gerät so in allerlei fremde Hände und landet erst nach vielen Jahren bei der Enkelin der Geliebten. Diese wiederum muss lange suchen, bis sie jemanden findet, der das Manuskript für echt hält. Letztlich ist dies der Gehirnforscher und Freud wenig zugeneigte Albert Stewart. Er gibt das Manuskript inklusive langer Vorbemerkung und einem weiteren bislang unveröffentlichten Aufsatz Freuds heraus.
In der Vorbemerkung schildert Stewart zunächst die Geschichte des Manuskripts und lässt dann Freud selbst zu Wort kommen. Dessen Ansichten und Theorien erfuhren folglich am Lebensabend eine radikale Wandlung: Nicht die berühmt-berüchtigten Triebe beherrschen uns, sondern einzig und allein die Selbsttäuschung (Megalomanie). Sie führte bei den im Schützengraben um ihr Leben fürchtenden Soldaten des 1. Weltkriegs zu vorübergehenden Lähmungen. Sie ließ den eigentlich Vater des Eiffelturms, Koechlin, zögern, die Wahrheit über die Entstehung des Turmes zu sagen. Sie ließ einen überführten Vergewaltiger standhaft seine Untaten leugnen. Und so weiter.
Selbstverständlich führt die Selbsttäuschung nicht immer direkt zu den genannten Handlungen, dazwischen geschaltet ist bei den Soldaten z. B. der (verloren gegangene) Glaube an die Autorität. Andererseits kann die Selbsttäuschung schlimmstenfalls in Größenwahn münden. Den macht Freud bei einigen seiner Zeitgenossen aus; er selbst bezichtigt sich immerhin der Selbsttäuschung - um sich anschließend eigenhändig mittels der neuen Theorie zu läutern.
Der sehr wissenschaftlich gehaltene Roman ist ohne Vorwissen über Freud und seine Theorien nicht immer leicht zu verdauen, kann aber durchaus als Einstieg in Leben und Schaffen des Vaters der Psychoanalyse dienen. ad
Israel Rosenfield: "Freuds Megalomanie". Berlin Verlag 2002, 190 S., € 18,-
ad
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Letzte Änderung: 31.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik