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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Keine
Kontrolle
Neu
an der RUB: Strategisches Controlling
"Es geht in meinem Job
nicht um Arbeitsplatzkontrolle", sagt Nadja Siegl, die seit Anfang
April in der Verwaltung der RUB beschäftigt ist - als "Strategische
Controllerin". Diese deutsch-englische Wortschöpfung kann zu Missverständnissen
führen; "control" hört sich wie "Kontrolle"
an und mag bei manchen Arbeitnehmern Misstrauen erregen. Dabei
möchte die Diplomkauffrau den Angestellten nicht auf die Finger schauen.
"Der Begriff bedeutet lenken/steuern", erklärt sie, und steuern
will sie in Richtung Optimierung mit "Blick aufs große Ganze".
Die nötigen Fachkenntnisse und Erfahrungen im Bereich Controlling
hat sie u. a. im Landesverwaltungsamt Berlin, im Landesrechnungshof sowie
in der Berliner Innen- und Bezirksverwaltung gesammelt. Klar definiert ist
der Begriff Strategische Contollerin nicht. Da Nadja Siegl die Erste ist,
die diese Aufgabe an der RUB wahrnimmt, muss sie zunächst ihren Aufgabenbereich
abstecken - in Absprache mit ihren Kollegen und Kolleginnen. "Controlling
hat früher vor allem das Rechnungswesen umfasst, bevor man erkannt
hat, dass es nicht nur Zahlen beinhalten kann." Es folgte die Unterscheidung
zwischen Operativem und Strategischem Controlling.
Während das Operative Controlling (ebenfalls frisch besetzt in der
RUB-Verwaltung) nun vor allem Aufgaben des Rechnungswesens beinhaltet, geht
es beim Strategischen Controlling darum, Abweichungen von "Sollzuständen"
festzustellen. Das kann bedeuten: Muss die RUB angesichts einer veränderten
Nachfrage mit einer Umgestaltung des Fächerangebots reagieren? Sind
Professoren oder Studenten unzufrieden mit dem Verwaltungsservice? Sinkt
die Motivation der Beschäftigten? Aufgabe der
Strategischen Controllerin ist es, Gründe für diese Mangelzustände
aufzudecken und Gegenmaßnahmen anzuregen - was folgt aus diesen Abweichungen?
Und was ist überhaupt machbar? Ganz wichtig dabei: Mitarbeiter
oder gegebenenfalls Fachleute mit "ins Boot zu bringen" und z.
B. nach Mitarbeiterbefragungen oder Gesprächen mit Experten Lösungsvorschläge
zu machen. "Meine Aufgabe ist es nicht, die Befragung durchzuführen,
sondern sie vorzuschlagen", betont die neue Controllerin, dass sie
keine Anweisungen geben wird, sondern im Dialog mit Beschäftigten der
Fakultäten und der Verwaltung Probleme erkennen und Lösungen erarbeiten
will.
"Natürlich haben auch bisher verschiedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
Aufgaben übernommen, die nun unter meinen Tätigkeitsbereich fallen.
Mein Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen diesen Beschäftigten
zu fördern." In der Wirtschaft sind Strategische Controller seit
längerem verbreitet, an Hochschulen werden sie erst seit einigen Jahren
vereinzelt eingesetzt.
Einer der ersten Vorschläge ist die Einführung
eines Kennzahlensystems an der RUB. "Kennzahlen sind Daten,
die eine Vielzahl von Einzelinformationen zusammenfassen", so Nadja
Siegl. Mit ihnen versucht man, die Abläufe in Unternehmen auf verschiedenen
Ebenen zu optimieren. Man könnte dieses System auf die RUB übertragen,
zumindest formal; die Inhalte müsste man dem Hochschulbetrieb entsprechend
abwandeln.
"Wenn Lehre und Forschung nicht funktionieren, können wir einpacken",
erklärt die Diplomkauffrau. Sie muss die RUB als ganzes im Blick haben
und darf die Verwaltung nicht getrennt von den Fakultäten betrachten.
In verschiedenen Fakultäten hat sie schon einmal nachgehört, was
die Mitarbeiter dort für Hoffnungen in ihre Arbeit setzen. Die Befragten
haben verschiedene Wünsche an sie herangetragen. So wollen die einen,
dass sie zur Verbesserung interner Verwaltungsabläufe beiträgt,
andere, dass sie sich um eine gerechte Mittelverteilung kümmert. Es
gibt also für Nadja Siegl einiges zu tun an der RUB. Christina Heimken
ad
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