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RUBENS 71 1. Juni 2002

Thekla verknüpft

Mentoring an der RUB

Wer wissen möchte, welcher Beruf der richtige ist und was dort zu erwarten ist, versorgt sich meist mit einschlägiger Literatur (Bücher, Broschüren über Firmen etc.) und liest. Wenn eine Firma Nachwuchs rekrutieren möchte, lässt sie sich Bewerbungen schicken, lädt zu Vorstellungsgesprächen oder ins Accessement Center. Oft finden so Bewerber/in und Unternehmen zueinander; das eigentliche Kennenlernen wird aber erst während der Arbeit nachgeholt. Mit etwas Glück passen die beiden wirklich zusammen, oft jedoch nicht.
Der schlechtere Fall ist für beide Seiten unerfreulich und kostspielig. Um ihn zu verhindern, setzen Unternehmen verstärkt ein Instrument zur individuellen Rekrutierung und Förderung von Nachwuchs ein: das Mentoring. Das Unternehmen stellt aus seinen Reihen eine Mentorin oder einen Mentor mit Erfahrung im Beruf und im Unternehmen. Sie oder er betreut über einen längeren Zeitraum eine/n Mentee, z. B. eine/n Studierende/n. Die partnerschaftliche und bis zu einem Jahr andauernde Betreuung beinhaltet das Vermitteln von Jobs, Praktika oder Diplomarbeiten, das gemeinsame Durchforsten von Stellenanzeigen, das Verfassen von Bewerbungsschreiben oder den gemeinsamen Besuch von Konferenzen und Tagungen. Vor allem erfährt die/der Mentee aus erster Hand eine Menge über den Berufszweig und das Unternehmen. Umgekehrt profitieren auch die Mentor/innen: Sie reflektieren ihre eigene fachliche und methodische Arbeitsweise und erhalten ein Feedback. Und die Unternehmen erhalten Nachwuchs, vom dem sie sicher sein können, dass er den richtigen Beruf gewählt hat und zur Firma passt.
Gemeinsam mit der Technischen FH Georg Agricola und der FH Bochum rief die RUB kürzlich das "Mentoring-Programm für Frauen an den Bochumer Hochschulen" ins Leben. Es richtet sich ausschließlich an Studentinnen, die sich in einem ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Fach im Hauptstudium befinden. Gerade in den genannten Fächern/Berufen spielen Frauen nach wie vor eher eine Nebenrolle. Um dies ändern, fördert das NRW-Wissenschaftsministerium das Projekt im Rahmen der Zielvereinbarung zur Chancengleichheit zunächst bis Ende 2003.
Um das Projekt griffiger zu machen, wurde dem langen Namen ein kurzer vorangestellt: Thekla. Damit ist die freundliche Spinne aus der Serie "Biene Maja" gemeint. Thekla symbolisiert das zu bildende Netzwerk zwischen Mentees und Mentor/innen, eines der Projektziele; andere lauten: Studentinnen praxisnah auf Anforderungen im Berufsleben vorbereiten; sie beim Planen der beruflichen Karriere zu unterstützen; ihre Kompetenzen für Unternehmen sichtbar zu machen.
Mittlerweile wurde an der RUB eine Koordinierungsstelle eingerichtet. Mentor/innen hat ihre Leiterin Margrit Mooraj in der regionalen Wirtschaft längst entdeckt, interessierte Studentinnen der drei beteiligten Hochschulen ebenso. Die erste Runde kann also beginnen. Maximal je zehn Menntees und Mentor/innen (weiblich oder männlich) treffen sich erstmals im September. Danach geht es ein Jahr lang im Duett weiter.
Wie oft, wann, wie und wo sich Mentee und Mentor/in treffen, vereinbaren einzig und allein die Betroffenen. Thekla allerdings lädt zu freiwilligen Netzwerktreffen. Weiterhin kümmert sich das Projekt intensiv um die Mentees; angeboten werden u. a. Seminare in den berufsqualifizierenden Schlüsselkompetenzen Projektmanagement, Rhetorik, Moderation und Präsentation. ad
Achtung! Für den Start von Thekla im September und für weitere Runden sind noch Plätze frei. Kontakt für interessierte Studentinnen: Thekla, Margrit Mooraj, NA 6/58, Tel. 0234/32-23726
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Letzte Änderung: 31.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik