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RUBENS 71 1. Juni 2002

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Editorial

Unsere Saat ist aufgegangen: Ab WS 2002/2003 studieren auch angehende Lehrerinnen und Lehrer modularisiert und gestuft. Die Ruhr-Universität integriert die Lehramts-Ausbildung für Gymnasien und Gesamtschulen in ihre internationalisierten Bachelor und Master-Studiengänge und übernimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle in der Studienreform (s. S. 3). Das Bochumer Modell sieht aufeinander aufbauende Bachelor-/Master-Programme vor, die für alle Studierenden bis zum Bachelor-Abschluss nach sechs Semestern in den gewählten Fächern identisch sind. Bis dahin können sich die Studierenden ihre Berufswahlentscheidung offen halten, was ihnen ein Mehr an Planungsfreiheit und Flexibilität bietet. Die Professionalisierung für das Lehramt erfolgt als viersemestrige Master-Phase, die vertiefte Fachstudien, eine Konzentration auf Erziehungswissenschaft, die Didaktik der Unterrichtsfächer und umfangreiche schulpraktische Studienelemente enthält.
Vorausgegangen war der Wettbewerb "Modellversuch gestufte Lehrerausbildung in NRW", an dem sich neun Landes-Universitäten beteiligt hatten. Nur die Konzepte aus Bochum und Bielefeld überzeugten die Expertenjury: Die Trümpfe der RUB waren die Erfahrung aus dem Magister-Reformmodell und die zum WS 2001/2002 erfolgte Einrichtung gestufter Studiengänge in 10 Fakultäten und 40 Fächern. Tragende Elemente der Reform sind der gemeinsame Prüfungsausschuss der Fakultäten, dem das Qualitätsmanagement für die gestuften 2-Fach-Studiengänge obliegt und der "Optionalbereich" mit seinem Studiendekan. Im Optionalbereich werden die allgemein berufsqualifizierenden und interdisziplinären Lehrangebote des Bachelor-Studiums zentral organisiert. Studierende, die schon zu Beginn des Studiums ihr besonderes Interesse auf den Bereich Bildung und Erziehung richten, werden hier fündig. Die Fakultäten und das Zentrum für Lehrerbildung richten aktuell einen fächerübergreifenden Ausschuss für die Lehramtsausbildung ein, denn eine Fülle von Detailfragen für die Gestaltung der Masterphase bedürfen kreativer Lösungen: Wie realisieren wir echten Praxisbezug - durch ein Praxissemester als "Teaching Assistant" - vielleicht sogar im Ausland? Wie gestalten wir die Kooperation mit dem Staatlichen Prüfungsamt und wie wird uns eine originelle Brücke zum Vorbereitungsdienst mit den Studienseminaren gelingen? Wie werden wir das im Schülerlabor angelegte Potenzial in Kooperation mit den Schulen der Region umsetzen? Kurzum, unserer gemeinsamer Arbeit winkt eine reiche Ernte: es gibt keinen Grund sich zurückzulehnen, es herrscht Aufbruch und die Ruhr-Universität ist an der Spitze der Bewegung.
Prof. Dr. Roland A. Fischer, Prorektor für Lehre, Studium und Studienreform ad
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Letzte Änderung: 31.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik