|
|
|
 |
RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
|
|
| |
| |
|
 |
|
|
|
|
Zukunftsenergien
auf dem Prüfstand
Trittin
fördert RUB-Forschung
Brennstoffzellen gelten als
eine Energietechnik der Zukunft. Das Prinzip dieser Technologie wurde schon
1839 von dem Engländer Sir William Robert Grove erfunden. In den 60er
Jahren beförderten Brennstoffzellen die Raumkapseln der NASA ins All.
Der große Durchbruch wird jedoch erst für dieses Jahrhundert
erwartet.
Brennstoffzellen sind elektrochemische Systeme, welche die chemische Energie
von Oxidationsprozessen direkt in elektrische Energie umsetzen. Die Anwendungsgebiete
liegen heute in Kraft-Wärme-Kopplungssystemen (Bereitstellung von elektrischer
und thermischer Energie), zudem dienen Brennstoffzellen als Stromquelle
für elektrische Fahrzeuge. Die Vorteile der Technik liegen in ihrer
Umweltverträglichkeit (Reduktion von Abgasen), ihrer Flexibilität
(Verwendung nicht nur von fossilen, sondern z.B. auch von Wasserstoff aus
erneuerbaren Energieträgern), der Reduktion von Geräuschen und
Verschleiß (keine mechanischen Teile) sowie in ihrem hohen Wirkungsgrad.
Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Wissenschaft mittlerweile in
einer Vielzahl von Pilot- und Demonstrationsprojekten mit der optimalen
Nutzung der Brennstoffzelle beschäftigt. Eine Bewertung der verschiedenen
Brennstoffzellen-Technologien wird nun in einer bundesweiten Arbeitsgemeinschaft
vorgenommen. Darin eingebunden ist der Lehrstuhl für Energiesysteme
und Energiewirtschaft (Fakultät für Maschinenbau) von Prof. Hermann-Josef
Wagner. Dank eines Forschungsauftrags von Bundesumweltminister
Jürgen Trittin, der dem Gesamtprojekt knapp 700.000 € für
zweieinhalb Jahre zur Verfügung stellt, werden die einzelnen Anwendungsgebiete
genauer unter die Lupe genommen. Auf dem Prüfstand stehen das
Ausmaß der Umweltbelastung durch die Herstellung von Brennstoffzellen,
die auch exotische Materialien wie z.B. Platin, Gold oder Spezialkunststoffe
benötigen, sowie die Belastung der Umweltbilanz durch Brennstoffaufbereitung
und -bereitstellung. Außerdem werden die ökologischen und ökonomischen
Auswirkungen eines verstärkten Einsatzes stationärer Brennstoffzellen
im deutschen Strom- und Wärmemarkt sowie die Hemmnisse einer breiten
Markteinführung untersucht.
Dazu muss sich das Team von Prof. Wagner Daten der einzelnen Systeme vom
Hersteller beschaffen und anschließend das verwendete Material analysieren.
Damit ist es jedoch nicht getan: Auch Faktoren wie Energieaufwand, mögliche
Einsatzgebiete und die Frage, welche der bereits existierenden Systeme voraussichtlich
durch eine Markteinführung verdrängt werden, müssen in die
Berechnung mit einbezogen werden. Am Ende wird die Forschungsgruppe ihre
Empfehlungen abgeben: "Wir hoffen beantworten zu können, wo die
idealen Einsatzgebiete für stationäre Brennstoffzellen-Systeme
liegen bzw. welche der verschiedenen Technologien die beste Ökobilanz
aufweisen", so Wagner. Angesichts der Erderwärmung und der zunehmenden
Verknappung von fossilen Brennstoffen wird der Umweltminister bestimmt genau
hinhören. Felix Voigt ad
|
|
|
|
|
| |
|
|