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RUBENS 70 2. Mai 2002

Zukunftsenergien auf dem Prüfstand

Trittin fördert RUB-Forschung

Brennstoffzellen gelten als eine Energietechnik der Zukunft. Das Prinzip dieser Technologie wurde schon 1839 von dem Engländer Sir William Robert Grove erfunden. In den 60er Jahren beförderten Brennstoffzellen die Raumkapseln der NASA ins All. Der große Durchbruch wird jedoch erst für dieses Jahrhundert erwartet.
Brennstoffzellen sind elektrochemische Systeme, welche die chemische Energie von Oxidationsprozessen direkt in elektrische Energie umsetzen. Die Anwendungsgebiete liegen heute in Kraft-Wärme-Kopplungssystemen (Bereitstellung von elektrischer und thermischer Energie), zudem dienen Brennstoffzellen als Stromquelle für elektrische Fahrzeuge. Die Vorteile der Technik liegen in ihrer Umweltverträglichkeit (Reduktion von Abgasen), ihrer Flexibilität (Verwendung nicht nur von fossilen, sondern z.B. auch von Wasserstoff aus erneuerbaren Energieträgern), der Reduktion von Geräuschen und Verschleiß (keine mechanischen Teile) sowie in ihrem hohen Wirkungsgrad.
Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Wissenschaft mittlerweile in einer Vielzahl von Pilot- und Demonstrationsprojekten mit der optimalen Nutzung der Brennstoffzelle beschäftigt. Eine Bewertung der verschiedenen Brennstoffzellen-Technologien wird nun in einer bundesweiten Arbeitsgemeinschaft vorgenommen. Darin eingebunden ist der Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft (Fakultät für Maschinenbau) von Prof. Hermann-Josef Wagner. Dank eines Forschungsauftrags von Bundesumweltminister Jürgen Trittin, der dem Gesamtprojekt knapp 700.000 € für zweieinhalb Jahre zur Verfügung stellt, werden die einzelnen Anwendungsgebiete genauer unter die Lupe genommen. Auf dem Prüfstand stehen das Ausmaß der Umweltbelastung durch die Herstellung von Brennstoffzellen, die auch exotische Materialien wie z.B. Platin, Gold oder Spezialkunststoffe benötigen, sowie die Belastung der Umweltbilanz durch Brennstoffaufbereitung und -bereitstellung. Außerdem werden die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen eines verstärkten Einsatzes stationärer Brennstoffzellen im deutschen Strom- und Wärmemarkt sowie die Hemmnisse einer breiten Markteinführung untersucht.
Dazu muss sich das Team von Prof. Wagner Daten der einzelnen Systeme vom Hersteller beschaffen und anschließend das verwendete Material analysieren. Damit ist es jedoch nicht getan: Auch Faktoren wie Energieaufwand, mögliche Einsatzgebiete und die Frage, welche der bereits existierenden Systeme voraussichtlich durch eine Markteinführung verdrängt werden, müssen in die Berechnung mit einbezogen werden. Am Ende wird die Forschungsgruppe ihre Empfehlungen abgeben: "Wir hoffen beantworten zu können, wo die idealen Einsatzgebiete für stationäre Brennstoffzellen-Systeme liegen bzw. welche der verschiedenen Technologien die beste Ökobilanz aufweisen", so Wagner. Angesichts der Erderwärmung und der zunehmenden Verknappung von fossilen Brennstoffen wird der Umweltminister bestimmt genau hinhören. Felix Voigt ad
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Letzte Änderung: 02.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik