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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Die
Spur des Knochen
Kriminalistische
Historiker
Eigentlich müsste sich
Marc um die Rechnungsbücher von Hugues de Puisaye kümmern, einem
Lehnsherrn des 12. Jahrhunderts. Marc ist diplomierter Historiker, Spezialgebiet
Mittelalter, ohne feste Anstellung und daher auf Nebenjobs angewiesen; manchmal
sind sie historischer Natur (Hugues), manchmal kriminalistischer Natur.
Bei dem kleinen Knochen, der an einer Pariser Parkbank gefunden wird, handelt
es sich um einen Kriminalfall - auch wenn das zunächst nur Marcs Freund
Louis Kehlweiler (ein ehemaliger Kripobeamter) erkennt. Zusammen mit Marc
spürt Kehlweiler den großen Zeh des Frauenfußes auf, zu
dem der von einem Hund ausgeschiedene Knochen gehört. Der Spur führt
schließlich in die Bretagne. Dort wusste man zwar vom fehlenden Knochen,
hielt die dazugehörige Leiche jedoch bislang für ein Unfallopfer.
Ein Fehler.
Die Leserinnen und Leser der skurrilen Krimis von Fred Vargas kennen den
arbeitslosen und ständig genervten Historiker Marc bereits aus anderen
Geschichten, in denen er zusammen mit seinen ehemaligen Kommilitonen Mathias
(Spezialgebiet: Frühgeschichte) und Lucien (1. Weltkrieg) erfolgreich
Mörder jagte. Der schweigsame Mathias ist auch diesmal wieder mit von
der Partie, der hektische Lucien taucht nur am Rande auf.
Wie die anderen Bücher von Vargas, zeichnet
sich auch "Das Orakel von Port Nicolas" durch eine Ansammlung
höchst merkwürdiger Typen und Motive aus. Nicht alles verläuft
glatt und nachvollziehbar, aber die Geschichte ist stets sehr unterhaltsam.
ad
Fred Vargas: Das Orakel von Port Nicolas. Aufbau Verlag, Berlin 2001, 290
S., € 18,50
ad
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