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RUBENS 70 2. Mai 2002

Die Spur des Knochen

Kriminalistische Historiker

Eigentlich müsste sich Marc um die Rechnungsbücher von Hugues de Puisaye kümmern, einem Lehnsherrn des 12. Jahrhunderts. Marc ist diplomierter Historiker, Spezialgebiet Mittelalter, ohne feste Anstellung und daher auf Nebenjobs angewiesen; manchmal sind sie historischer Natur (Hugues), manchmal kriminalistischer Natur. Bei dem kleinen Knochen, der an einer Pariser Parkbank gefunden wird, handelt es sich um einen Kriminalfall - auch wenn das zunächst nur Marcs Freund Louis Kehlweiler (ein ehemaliger Kripobeamter) erkennt. Zusammen mit Marc spürt Kehlweiler den großen Zeh des Frauenfußes auf, zu dem der von einem Hund ausgeschiedene Knochen gehört. Der Spur führt schließlich in die Bretagne. Dort wusste man zwar vom fehlenden Knochen, hielt die dazugehörige Leiche jedoch bislang für ein Unfallopfer. Ein Fehler.
Die Leserinnen und Leser der skurrilen Krimis von Fred Vargas kennen den arbeitslosen und ständig genervten Historiker Marc bereits aus anderen Geschichten, in denen er zusammen mit seinen ehemaligen Kommilitonen Mathias (Spezialgebiet: Frühgeschichte) und Lucien (1. Weltkrieg) erfolgreich Mörder jagte. Der schweigsame Mathias ist auch diesmal wieder mit von der Partie, der hektische Lucien taucht nur am Rande auf.
Wie die anderen Bücher von Vargas, zeichnet sich auch "Das Orakel von Port Nicolas" durch eine Ansammlung höchst merkwürdiger Typen und Motive aus. Nicht alles verläuft glatt und nachvollziehbar, aber die Geschichte ist stets sehr unterhaltsam. ad

Fred Vargas: Das Orakel von Port Nicolas. Aufbau Verlag, Berlin 2001, 290 S., € 18,50
ad
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Letzte Änderung: 02.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik